DFV kritisiert “Rettungsknipser”-Kampagne

Berlin – Unter dem Titel “Rettungsknipser” übt der Deutsche Journalistenverband scharfe Kritik an der Feuerwehr: Der DJV-Bundesvorsitzende wirft Feuerwehren “unlauteren Wettbewerb” und “Preisdumping mit öffentlichen Mitteln” vor, wenn Fotos von Einsätzen und Übungen durch Pressesprecher auch Medien zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) weist diese Vorwürfe in einer Pressemitteilung entschieden zurück.

“Das gute Miteinander von Feuerwehrsprechern und Journalisten vor Ort wird aus wirtschaftlichen Interessen einer Minderheit von Foto- und Videojournalisten unnötig belastet”, sagt DFV-Präsident Hans-Peter Kröger. Die Kampagne würde auf völliges Unverständnis beim Feuerwehrverband stoßen, “weil sie Feuerwehrleute als gewissenlose Schaulustige darstellt.” Mehr noch: “Insbesondere der Videoclip ,Rettungsknipser‘ ist geschmacklos und beleidigend; wenn er satirisch sein soll, ist er zumindest gedankenlos gemacht“, findet Kröger.

Hinweis: Das umstrittene Video des DJV: “Rettungsknipser” (war an dieser Stelle verlinkt), ist inzwischen auf den Status “privat” gesetzt worden und nicht mehr öffentlich sichtbar.

“Dass der Gewerkschaftsvorsitzende dies auch noch mit einem Gesprächsangebot verknüpft, muss auf viele Feuerwehrangehörige wie Hohn wirken. Es geht auch deshalb fehl, weil der DFV in der Sache schon mit der Gewerkschaft in Kontakt steht“, so Kröger weiter. Pressearbeit der Feuerwehren würde in den Redaktionen anerkannt. Der Deutsche Feuerwehrverband weist den Eindruck zurück, Feuerwehren würden den Einsatzerfolg für spektakuläre Bilder hintenanstellen: “Keine Führungskraft würde das zulassen. Selbstverständlich gibt es überall klare Vorschriften zum Einsatzmanagement, vielfach auch zur Medienarbeit und zur Einsatzdokumentation”, erläutert Kröger.

Screenshot der DJV-Website: Die “Rettungsknipser”-Kampagne ist hier optisch das wichtigste Thema.

Der Deutsche Feuerwehrverband verweist darauf, das er sich schon in der Boomzeit des Reality-TV Ende der 1990-er Jahre unmissverständlich darauf festgelegt habe, dass Feuerwehrleute keine Hilfskräfte für Journalisten sind. Damals hatten Medien offensiv versucht, regelmäßig Videomaterial von Feuerwehren zu erhalten. Kröger: “Jeder hat seine Aufgabe. Wir respektieren die Tätigkeit der Medien und ermöglichen sie an Einsatzstellen auch unter Risiken. Die Pressesprecherinnen und Pressesprecher der Feuerwehren leisten unverzichtbare und gute Arbeit, die in den Redaktionen anerkannt ist und nachgefragt wird. Das erklärt auch die Schärfe der so genannten Kritik-Offensive des Journalistenverbandes. Unsere Öffentlichkeitsarbeit wird überwiegend sogar ehrenamtlich geleistet – allein deshalb geht der Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs fehl und wäre im konkreten Einzelfall möglicherweise justiziabel.”

39 Kommentare zu “DFV kritisiert “Rettungsknipser”-Kampagne”
  1. Wahnsinn, was sich Menschen beim Dreh solcher Videos denken! Gut, ich kenne Personen, die als Feuerwehrangehörige derartiges tun, aber die sind eine absolute Minderheit (und meist JFler, die in meinen Augen eh nichts na der EST zu suchen haben). Sauerei.

  2. Kopfschüttel…… Die sinnloseste Kampagne der Welt…. ALLE Feuerwehrfrauen und Männer sind gerade auf der Photokina in Köln um sich die neueste Ausrüstung zu beschaffen…. DJV….weiter so…. Vorher kannte euch kein Mensch……Jetzt zieht Ihr ehrenwerte Menschen in den Dreck, die oftmals auch Ihre Freizeit opfern und Menschen helfen…. und was macht Ihr so?

  3. Das ist Böse die Feuerwehr so in den Dreck zu ziehen. Der Autor dießes Videos ist bestimmt noch nicht von seinem Funkmeldeempfänger, um 04:00 Uhr Nacht aus dem Tiefschlaf gerissen worden, um einen Dienst für die Öffentlichkeit zu leisten! Sowas ist ein Skandal!

  4. doch sie werden auch nachts um 4uhr von ihrem illegal beschafften fme geweckt um dann zum einsatzort zu rasen und den rettungskräften im weg zustehen um dann völlig menschenunwürdige bilder von opfern zu machen und falsche berichterstattung zu betreiben

  5. doch sie werden auch nachts um 4uhr von ihrem illegal beschafften fme geweckt um dann zum einsatzort zu rasen und den rettungskräften im weg zustehen um dann völlig menschenunwürdige bilder von opfern zu machen und falsche berichterstattung zu betreiben

  6. unwarscheinlich was denken sich eigentlich diese Jornalisten uns Feuerwehrleute und andere Kameraden von Hilfsorgarnisationen so zu beleidigen,ihr seit es doch die uns des öfftern an unserer Arbeit sogar hindern,macht doch mal bischen Platz damit die Person anständig Fotografiert wird,nene liebe Journalisten das iste ine endschuldigung wird für alle die 365 tage im Jahr bereitsethen um zu Helfen

  7. unwarscheinlich was denken sich eigentlich diese Jornalisten uns Feuerwehrleute und andere Kameraden von Hilfsorgarnisationen so zu beleidigen,ihr seit es doch die uns des öfftern an unserer Arbeit sogar hindern,macht doch mal bischen Platz damit die Person anständig Fotografiert wird,nene liebe Journalisten das iste ine endschuldigung wird für alle die 365 tage im Jahr bereitsethen um zu Helfen

  8. Stefan Schulz

    ich bitte darum das von passender stelle geprüft wird ob der werbespot juristisch korrekt ist … das grenzt für mich schon an rufmord!

    Einsatzdokumentation ist aufgrund immer häufiger auftretender klagen im nachhinein ein nicht zu vernachlässigender Punkt im Feuerwehralltag geworden.
    In der Regel wird dieser Posten von einem Mitglied übernommen was aufgrund Fehlender Nachweise (G26.3 etc) keinen Platz an forderster Front hat.
    Im Allgemeinen ist für die Dokumentation, sowie die Pressearbeit sogar eine gesonderte Ausbildung nötig.

    Die vorwürfe sind unerhört, ich bitte die Presse doch sich eher an ihre grenzen zu halten, gegen die auch oft genug verstoßen werden, um hier nur ein beispiel zu nennen: Das ausfragen offensichtlich junger und unerfahrener Kameraden welche den Umgang mit der teils aufdringlichen Presse vor Ort nicht kennen können. Dies ist nur eins von vielen Beispielen.

    Um noch einen kleinen Seitenhieb auszuteilen, das das Scannen von BOS-Kanälen unter Strafe steht dürfte Ihnen ja bekannt sein!

  9. @Philip: Stimmt an das habe ich nicht gedacht. Aber damit leisten sie keinen Dienst für die Öffentlichkeit, wobei dem BILD leser wahrscheinlich auch wichtiger ist ein tolles Bild zu sehen als ein gerettetes Menschenleben.

  10. Ich als Pressebeauftragter unserer Feuerwehr habe ein ausnehmend gutes Verhältnis zu Redakteuren. Die können sich auf eine saubere Berichterstattung verlassen und auf gute Bilder (WENN ES DER EINSATZ ZULÄSST!). Bilder vom Einsatzgeschehen zu machen wird in Zeiten klagefreudiger werdender Bürger zum Zwecke der Dokumentation sowieso immer wichtiger. Aber gerade in der Anfangsphase eines Einsatzes ist das nicht immer zu leisten, weil natürlich das Abarbeiten eines Einsatzes an oberster Stelle steht und dies natürlich die Hauptaufgabe einer jeden Feuerwehr ist. Daher ist die Darstellung des Feuerwehrmannes ein Schlag ins Gesicht eines jeden Pressebeauftragten einer Feuerwehr und ich verwehre mich in aller Form dagegen. Ein normaler Bürger, der keinen Einblick in die Tätigkeit der Feuerwehr hat und das sieht, mag beim nächsten Einsatz Böses denken, wenn er die dafür ausgebildeten und beauftragten Kameraden beim Dienst an der Kamera sehen sollte. Das ist gelinde gesagt eine Frechheit und der DVF sollte gegen eine solche Darstellung sofort rechtliche Schritte einleiten.

  11. das ist niveaulos.
    Das scheinen keine Ordentlichen Journalisten zu sein. Wir brauchen mehr ordentliche Journalisten. “B***zeitungsreporter” haben wir schon genug in Deutschland. Die Journalisten sollten bei der Wahrheit bleiben.

    Jetzt werden wir die Fotos erst Recht an die Presse weiter geben. Bisher haben wir uns da sehr zurückgehalten bzw. es teilweise verweigert.

    Bei uns wird oftmals garnicht fotografiert, oder fast immer erst nach Einsatzende, außer einer hat mal nichts zu tun. Die Fotos dienen uns nur zu Schulungszwecken oder zum Jahresrückblick,… . Wir haben keinen finanziellen Nutzen,… von den Fotos.

    Solche Aktionen der Journalisten Schaden der Feuerwehr nur. Es ist sowieso schon schwer Nachwuchs zu finden. Außerdem werden wir in Zukunft genauso wenig warten, bis die Herren von der Presse (wenn sie den Funk illegal abhören – wie kämen sie sonst drauf) auch mal da sind. Wir werden garantiert kein Haus abbrennen lassen oder einen Menschen sterben lassen, nur damit die Presse ein gutes Foto machen kann. Von daher gilt wer zuerst kommt malt zuerst. Oftmals ist doch von der Presse auch garkeiner da. Wenn dann eine Zeitung ein Bild möchte fragt sie eben bei der Feuerwehr nach.

  12. Als Pressesprecher meiner Wehr habe ich mich mit dem Thema vor etwa zwei Jahren beschäftigt. Natürlich dokumentieren auch wir unsere Einsätze selber, hierfür halten wir auf dem ELW1 eine kleine Digicam vor. Wir haben auch mit den Lokalmedien (Zeitungen und uns bekannte freie Fotografen) den Kontakt gesucht und einen, wie ich finde guten, Kompromiss gefunden. Wenn an der Einsatzstelle ein Reporter erscheint, behalten wir unsere Bilder für uns (Dokumentation, Ausbildung, spätere ÖA z.B. auf Stellwänden). Ist niemand als solches vor Ort, geben wir Bilder an die Zeitungen auf Anfrage heraus (Außenansichten, ohne Opfer oder Kennzeichen, so dass die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben). Diese Regelung setzt den aktiven Dialog mit den Medienvertretern voraus. Das geht auf dem Land zugegebermaßen etwas besser als in der Großstadt. Auch wir profitieren von dieser Abmachung. Die zumeist sehr professionellen Bilder bekommen wir ein bis zwei Tage nach der Vermarktung von den Fotografen zugesandt und können sie wiederrum intern verwenden. Kommunikation und Diskurs ist alles! Im kommenden Frühjahr findet wieder eine Feuerwehr-Medien-Seminar bei uns statt, bei dem die jeweiligen Interessen ausgetauscht werden. Ich glaube, der DJV will einfach auf plumpe Weise die Interessen seiner Mitglieder wahrnehmen. Das nennt sich dann Lobbyismus und kann in manchen Fällen auch dreckig werden. Ruhig bleiben und aussitzen, wir werden weiterhin gebraucht und werden auch weiterhin helfen! Gott zu Ehr,…

  13. Eine bodenlose Frechheit. Diejenigen die in den Wehren sich mit dem Thema beschäftigen sind meist gut bis professionell ausgebildet, um überhaupt sowas zu tun. Wenn diese ******** sich mal mit der Feuerwehr richtig beschäftigten würden, hätten die auch ne Ahnung, das wir nicht nur Feuer löschen sondern auch andere Aufgaben haben, wie eine Dokumentationspflicht. Personen etc werden unerkennbar gemacht etc. Zu Recht wird diesem Pack nun noch mehr hoffentlich der Zutritt in den Absperr- und Gefahrenbereich verwährt.

  14. Bernhard Schäfer Unglaublich…mir fehlen die Worte, und das kommt selten vor! Spinnen die???? Was glauben diese Lobbyisten überhaupt wer sie sind? Ich habe bis heute noch keinem “Ernährungsfotografen” das Brot genommen. Im Gegenteil; die Aufgabe eines Pressebeauftragten besteht darin, Medienvertreter gezielt zu informieren und sie sicher an einer Einsatzstelle zu geleiten. Die Fotos von einem “spektakulären” Brand eines Wochenendhauses konnte ich leider keinem großen Blatt anbieten. Auch die angeforderten Medienvertreter der großen Anstalten fanden leider nicht den Weg in unsere Gemeinde. Will sagen: Viele der Einsätze über die die Wehren selbst berichten sind oftmals nicht interessant genug für die Großen. Aber umso wichtiger für die Öffentlichkeitsarbeit und die fast tägliche Präsenz in der Regional Presse für die Wehren auch bei kleinen Einsätzen”Tue Gutes und sprich darüber”. Und wenn ein Vertreter der hauptamtlichen Schreiberzunft an einer größeren Einsatzstelle da ist, hat der immer Vorrang! Er/Sie verdienen ja schließlich ihr “BROT” damit.

  15. Verstehe nicht worüber sich alle hier aufregen. Außer auf FB oder Feuerwehr.de habe ich noch nirgendwo was über diese Aktion gehört.
    Das Beste was man tun kann ist sowas zu ignorieren, dann läuft die ganze Sache ins Leere.

    Wenn noch nicht mal die Presse über eine Kampagne des eigenen Verbands berichtet, dann ist zur Qualität alles gesagt, was man wissen muss.

    Nachtrag: Ich freue mich schon auf die flächendeckende Einführung des -abhörsicheren- Digitalfunks.

  16. Wo die Journalisten Recht haben haben Sie recht: Die Feuerwehren werden nun mal in staatlichem Auftrag tätig und sind Teil des Behördenapparates: Als solcher “Teil” unterliegen sie der selben journalistischen Kontrolle wie andere Teile der öffentlichen Verwaltung. Außerdem dürfen Behörden nicht in den privaten Wettbewerb einsteigen, wenn sie dadurch in Konkurrenz zu Privatunternehmen treten. Das ist nun einmal Rechtslage und eines von vielen Grundprinzipien unserer Demokratie – in meinen Augen absolut nachvollziehbar (und nein: dadurch möchte ich weder das Ehrenamt noch sonst irgendwie die Arbeit der Feuerwehr schlecht machen – …)

  17. Bis jetzt haben wir immer mit der Presse gut zusammengearbeitet. Doch mit der Kampanien vom DLV sehe ich für eine weiter zusammenarbeite keine gute Zukunft mehr. Wenn man sich überlegt das einige Leitstelle bei Groß- und Außergewöhnlichen Ereignissen die presse informieren. Sage ich danke für die gute Zusammenarbeit. Schade das sie jetzt vorbei ist. Sie könnten doch mal ein Video machen wie die Sie Einsatzkräfte behindern. Oder wie sie Betroffen an den Rand des Wahnsinns treiben. Schon komisch wenn Menschen sich überlegt das jetzt ein Verband der mit dem leid seiner Mitmenschen Geld verdient…

  18. beacher88

    Einfach eine Anmassung.
    Als Konsequenz sollte man bis auf weiteres zumindestens die Arbeit mit freien Journalisten / Sensationsjournalisten einstellen. Die gehen eh am weitesten und die trifft es auch am ehesten und am schnellsten.

  19. @ Lui Nairolf und da Journalisten immer Recht haben, wird das wohl so sein! Wir versuchen wirklich im Umgang mit den Medien ein wenig Fingerspitzengefühl walten zu lassen, und werden doch so oft von himmelschreienden Storys in den Zeitungen überrollt.

  20. Kommentar

    Das Problem das der DJV hier anspricht ist nicht neu, hat aber Auswüchse angenommen die nicht mehr tragbar sind. Die allermeisten Feuerwehrleute, Rettungsdienstler und Polizisten machen einen hervorragenden Job. Sie verdienen jeden Tag meinen Respekt und meine Hochachtung. In meiner Heimatstadt gibt es keinen Grund zu klagen. Oder sagen wir mal, gab es keinen Grund. Bis diese selbsternannten Polizeireporter wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Hier ist das Problem nämlich genau anders herum. Type die den Eindruck erwecken sie kämen gerade aus dem Knast, hätten keinen Job und vor allem keine Ahnung wo sie da herum turnen und was Persönlichkeitsrechte und Presserecht sind. Sie ärgern professionelle (angestellte und freie) hauptberufliche Journalisten und Einsatzkräfte gleichermaßen. Die Pressearbeit der hiesigen BF ist vorbildlich, das Erstsprechersystem mit dem zweiten C-Dienst als Pressesprecher hat sich bewährt, Journalisten werden sofort über den Grundsachverhalte und vor allem sich daraus ergebende Gefahren informiert. So können alle ordentlich ihre Arbeit machen.

    Verlässt man jedoch die Stadt, egal ob für Urlaubsvertretung, Bereitschaftsdienst für die Mantelredaktion, trifft man in verschiedenen Städten auf Zustände die einem die Socken ausziehen. Bildjournalisten werden an Absperrungen (weitläufige – nicht unmittelbarer Arbeits-/Gefahrenkreis!) festgehalten bis der Einsatz vorbei ist. Fotos und Videos liefert dann für Dumpingpreise der Pressesprecher der Feuerwehr. Decken werden zwischen Bildjournalisten und Ereignis gehalten (nicht zwischen Patient und Schaulustige mit Handy) und hinter der Decke munter fotografiert. Bilder auf denen die Patienten eindeutig erkennbar sind, so wie sie kein Fotograf einer Lokalredaktion oder kein Kamerateam das für einen öffentlich-rechtlichen Sender dreht aufgenommen hätte werden an die Medien verschickt und im Internet veröffentlicht. Feuerwehrleute betreten besonders geschützte Kernbereiche der Privatsphäre und machen munter Fotos, die dann veröffentlich werden. Professionelle Journalisten bleiben draußen – aber nicht deshalb weil man sie nicht reingelassen hat, sondern weil wiedererkennbare Bereiche von Wohnungen zum Beispiel tabu sind. Journalisten werden weit ab von Einsatzstellen festgehalten bis das Feuer aus ist und die Schläuche aufgerollt werden. Der Pressesprecher der FF steht auf einer DL und fotografiert den Dachstuhlbrand im Vollbrand. Das sind Zustände, über die hier bei uns daheim Feuerwehrleute und Journalisten ZUSAMMEN den Kopf schütteln.

    Noch mal: Das ist auf keinen Fall überall so, die Zahl der Städte wo so etwas statt findet wird jedoch größer. Es gibt Pressesprecher von Freilwilligen Feuerwehren die sich hinstellen und sagen, dass sie doch nicht interessiert ob sie mit billigen Fotos jemanden den Job wegnehmen, schließlich könne man doch so prima Druckerpatronen im Gerätehaus finanzieren. Mal ehrlich, soll so etwas demnächst das Bild der Feuerwehren in der Öffentlichkeit prägen? Doch wohl eher nicht.

    Und dann war da noch der Unternehmer, der den Namen seines Mitarbeiters den er freigestellt hatte unter einem Foto von einem Einsatz sah. Und arbeitsrechtliche Konsequenzen daraus zog. Denn er stellte seine Mitarbeiten zum Menschenlebenretten und löschen von der Arbeit frei – und nicht um dafür zu sorgen, dass die beiden freiberuflichen Fotojournalisten am Ort keine Bilder mehr verkaufen können. Weil die Welt nämlich ziemlich klein ist, erfuhr er beim Fototermin im Verein von denen, dass die nicht zur Einsatzstelle gelassen wurden. Leider sind das anno 2012 eben keine Einzelfälle mehr, über die man die Stirn runzelt und einfach weiter arbeitet.

    Und wenn Philip Schieck schreibt “… zum einsatzort zu rasen und den rettungskräften im weg zustehen um dann völlig menschenunwürdige bilder von opfern zu machen und falsche berichterstattung zu betreiben…” frage ich mich wo der lebt. Ich mache meinen Job nun seit Jahrzehnten in der Lokal- und Mantelredaktion einer Großstadt. So einen Quatsch habe ich in meinem ganzen Berufsleben noch nicht gesehen. Nicht mal beim Konkurrenzblatt… 🙂 Menschenunwürdige Bilder von Opfern braucht kein Journalist, der Leser soll doch nicht schon morgens auf den Tisch kotzen. Hand aufs Herz, Philip, Du hast noch nie einen echten professionellen Bildjournalisten oder Agenturfotografen getroffen, oder? Wenn ja, würdest Du nicht so einen unqualifizierten, diffamierenden Müll schreiben. Du gehörst sicher nicht zu den Feuerwehrleuten deren Namen ab und zu an den 1414-Fotos steht, nicht wahr?

    Eines muss ich jedoch mit großen Erschrecken feststellen: Die Kommentare in Feuerwehrkreisen/Feuerwehrforen zu dem Thema sind in besorgnis erregendem Maße unsachlicher, feindseliger, unqualifizierter und beleidigender als in vergleicharen Foren von Journalisten. Und persönlich angreifender und persönlich verletzender. Ich habe noch keinen Antwortkommentar gelesen in dem sofort gepöbelt wird wenn sich ein Feuerwehrmann oder RA/RS in ein Journalistenforum verlaufen hat – umgekehrt scheint mir das in diversen Feuerwehrforen nahezu Pflicht zu sein. Das ist ein Umstand, den ich nicht verstehen kann. Den mir auch bei größtem Interesse das zu verstehen niemand sachlich erkären kann. Und das finde ich persönlich wie beruflich sehr sehr schade. Ich mache mittlerweile einfach einen Bogen um Städte in denen man als Journalist sofort angefeindet oder gar bedroht wird. Das ist mir nämlich zu blöde. Da soll hinfahren wer will, das ist kein Nachrichtenfoto wert, dass mich irgendein Freiwilliger schubst, das Equipment kaputt geht und ich mir die Gräten breche. Da stoße ich lieber beim nächsten Ehrungen-Fototermin mit den Kumpels der hiesigen Feuerwehr in Ruhe an… 🙂

  21. Dieses Video dient nur der Reinen Diffamierung der Feuerwehrler! Ein Hohn das da am Ende noch der Spruch steht “Für mehr miteinander!”. Das Ganze stimmt einen traurig, denn bei uns im Landkreis läuft die Zusammenarbeit mit der Presse sehr gut, hier gibt es ein wirkliches miteinander geprägt von gegenseitigem Respekt und Unterstützung. Eine sachliche Diskusion so anregen zu wollen, in dem man die andere Seite diffamiert ist doch von vorn herein zum scheitern verurteilt. Diese Aktion vergiftet nur das Klima zwischen Feuerwehr bzw. Hilfsorganisationen und der Presse. Und das Ganze zu bringen, während über dieses Thema schon mit dem deutschen Feuerwehrverband gesprochen wird, ist ein ganz schlechter Stil.

    Nun hier ein Tipp der Feuerwehr: Ein Feuer kann im Anfangsstadium noch relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden. DJV … zum Einsatz fertig?

  22. Aussitzen ! Das ist wieder einmal ein Lobbyistenverband, der seinen Mitgliedern etwas bieten muss. Und ausserdem: So schlecht, wie dieses Video gemacht ist, kann man es wohl kaum als Werbung für die Branche betrachten.

  23. Wir als Feuerwehrler sollten diese Kampagne an uns abtropfen lassen. Wir sind gut in dem was wir tun. Das spricht uns auch die Medienwelt zu. Dass der DJV hier uneinsichtig und nicht zu einer Entschuldigung bereit ist, ist sehr schade, aber wir dürfen uns nicht dazu herablassen, alle Journalisten über einen Kamm zu scheren. Vertiefen wir lieber bereits bestehende gute Verbindungen und Zusammenarbeit und beide Seiten werden davon provitieren.

  24. Ich arbeite als freiberuflicher Fotograf und finde die Aktion des DJV ebenfalls etwas übertrieben. Ich habe einen guten Kontakt zu den Feuerwehren, das nützt denke ich beiden Seiten. Der DJV sollte sich lieber mal dafür einsetzen, dass das Honorardumping bei den Zeitungen aufhört und Nutzungs- sowie Verwertungsrechte nicht aufgeweicht werden.

  25. Kommentar

    @Markus: Der DJV kann in Sachen Honorardumping und Buy-Out nichts erreichen. Du bist (wie alle Freien) selbstständiger Unternehmer und für die Honorarverhandlungen selbst verantwortlich. Soweit in der Theorie. In der Praxis sieht es eben so aus, dass der Verlag Dir ein Einzebildhonorar von 10 Euro oder eine Tagespauschale von 60 Euro anbietet und sagt “Friss oder stirbt – Knopfdrücker stehen draußen vor der Tür Schlange und für Katastrophenfotos zahlen wir ab jetzt nur noch 5 Euro, das ist der Preis für Fotos die wir von der Feuerwehr bekommen”. Dann liegt es an jedem von uns selber zu entscheiden, ob wir zu diesen Bedingungen arbeiten oder nicht. Ich arbeite nicht für Redaktionen, die lausige 10 Euro Abdruckhonorar für ein Bild zahlen für das ich eine Stunde gefahren, eine Stunde an einer Einsatzstelle verbracht und 30 Minuten bearbeitet, beschriftet und versendet habe. Insofern stimmt im Kern die Kritik des DJV, dass (billige/frühe) Bilder von Feuerwehren einen unzulässigen Eingriff einer Behörde/Kommune in einen (eh schon kaputten) Markt schwerwiegende Folgen haben. Denn es soll bereits Redaktionen geben, die wollen auch für die normalen Tagestermine plötzlich nur noch das zahlen was die Freiwillige Feuerwehr für Katastrophenbilder nimmt – das ist bei einigen Redaktionen nur noch ein Drittel des bisherigen Honorars. Begründung: Die können doch auch für 5 Euro Bilder liefern, dann kannst (musst) Du das auch. Insofern glaube ich, dass die meisten Feuerwehrleute die so etwas machen schlichtweg sich gar nicht darüber klar sind, wie weitreichend die unmittelbaren und mittelbaren Konsequenzen sind. Pressesprecher die sich hinstellen und sich über die armen Wichte die des Nachts aus dem Schlaf gerissen werden und für 10-20 Euro Umsatz zu einem Unfall oder Feuer fahren kaputt lachen und denen egal ist ob deren Kinder hungern müssen weil er selber Fotos an die Redaktionen verkauft sind gottlob schwarze Schafe und eine Schande für die Feuerwehr. Über die Umsetzung der Kampagne kann man aber streiten, mir wäre was kreativeres eingefallen… 🙂

  26. Ich finde einige Kommentare hier ebenso falsch wie das Video… Ich selbst bin Pressefotograf und oft bei Unfällen etc. Ich distanziere mich von der Meinung des Videos da ich selbst nichts derartiges Beobachtet habe und die Arbeit der Einsatzkräfte (Egal welcher Verband) sehr schätze. Aber ich finde es traurig, hier als “Pack” beschimpft zu werden. Sowas geht in die gleiche Schublade wie das Video… Unterstes Niveau… In Nürnberg haben wir ein sehr gutes Verhältniss zu den Einsatzkräften. Nur weil die DJV dieses Video gemacht hat, sollte man nicht alle Pressevertreter als “Videomacher” ansehen. Wir können nichts für dieses Video. Schönen Tag noch.

  27. Karl Pieterek

    Mein Name ist Karl Pieterek, ich bin seit mehr als 25 Jahren in der Pressestelle der Münchner Berufsfeuerwehr beschäftigt und seit mehr als 15 Jahren leite ich sie. Darüber hinaus bin ich seit mehreren Jahren als Gastdozent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried tätig.
    Vielen Dank für Ihre Aktion und dafür, dass Sie auf ihren Flyern den Einsatzfotografen der Münchner Berufsfeuerwehr zeigen.

    Mit der Funktion „Einsatzfotograf“ dokumentiert die Feuerwehr München seit 1954 den Einsatzverlauf. Die vom Einsatzfotografen gefertigten Fotos dienen in erster Linie der eigenen Dokumentation und der Öffentlichkeitsarbeit. In zweiter Linie erfolgt eine Weitergabe an die Medien. Die Bilder werden ebenfalls von den jeweiligen Ermittlungsbehörden regelmäßig nachgefragt. Oftmals konnten mit diesen Fotos der Brandverlauf rekonstruiert und wertvolle Aufschlüsse zur Täterermittlung gewonnen werden.

    Die Bitte Einsatzfotos an die Medien weiterzugeben kam und kommt doch aus der Ecke der schreibenden Journalisten. 1954 waren sehr wenige freie Fotojournalisten auf dem Markt. Viele Einsatzdokumente wären ohne dem Engagement der Feuerwehren bis zum heutigen Zeitpunkt nicht existent. Bei vielen unseren Einsätzen sind Fotojournalisten nicht vor Ort, selbst dann nicht, wenn sie von uns informiert werden.

    Die Fotojournalisten kannten bei Aufnahme ihrer Tätigkeit die Situation in München. Die Funktion des Einsatzfotograf bei der Feuerwehr München bestand bereits mehrere Jahrzehnte. Sie haben sich bewusst dafür entschieden in diesem Umfeld tätig zu werden. Und jetzt können sie diese Situation nicht mehr aushalten?

    Heute sind es die Einsatzfotos, werden es in Zukunft auch die geschrieben Presseberichte sein? Damit treten die Feuerwehren auch in Konkurrenz zu den schreibenden Journalisten.

    Der Deutsche Journalisten Verband fordert einerseits zum Dialog auf. Die Kampagne “Kann mal bitte jemand löschen?“ empfinde ich sehr dreist.
    Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) hatte bereits gemeinsam mit Polizei, Technischen Hilfswerk, Feuerwehr und Innenministerium zu einem runden Tisch eingeladen um die Situation Einsatzfotograf der Feuerwehr und freie Fotojournalisten zu thematisieren.

    Ich bin neugierig wie die weiteren Gespräche verlaufen, falls sie nach dieser Aktion überhaupt noch zu Stande kommen. Wir werden uns sicherlich die Teilnahme an weiteren Treffen mit dem BJV aufgrund dieser Aktion sehr genau überlegen.

    Grundsätzlich ist die ganze Aufregung nicht zu verstehen: Wie kann ein “Rettungsknipser” eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den so hochqualifizierten Fotojournalisten darstellen?

  28. Kommentar

    @Karl Pieterek

    Vielen Dank für ihren sachlichen Beitrag. Eine wichtige Grundlage, um sich professionell miteinander auszutauschen wo der Schuh drückt. Leider überwiegen oftmals die sachlichen und verbalen Entgleisungen.

    Auch wenn die Münchner Berufsfeuewehr seit Jahrzehnten Bildmaterial an die Medien gibt, muss das nicht (mehr) richtig sein. Es gehört zu den Aufgaben von Journalisten auch über Unglücke und Verbrechen zu berichten, das ist ganz normaler Bestandteil des journalistischen Alltags und nur eines von vielen Themen, das Foto- und Filmjournalisten jeden Tag bebildern. Ob eine Berichterstattung über einen Großbrand nun wichtiger oder unwichtiger ist als das Foto von der Ehrung für 75 Jahre Mitgliedschaft im Kleingartenverein mag der geneigte Leser für sich selbst entscheiden. War es 1954 noch gang und gäbe, dass Journalisten bei einem Verlag angestellt waren und tariflich entlohnt worden, hat sich die Branche (auch mit dem Aussterben vieler “richtiger” Verleger) grundlegend gewandelt. Die Zahl der Journalisten die entlassen werden und sich zusammen mit denen die sich freiwillig für die Freiberuflichkeit entschieden haben nimmt immer schneller zu. Verlage wollen heute zweistellige Renditen herauspressen und sparen wo sie nur können. Ob man nun die Besonderheiten der Situation in München vorher kannte oder nicht – die Freiberuflichkeit von Journalisten (und Nachrichtensprechern, Cuttern, Tontechnikern, Assistenten usw.) ist heute mehr denn je Normalität. Niemand macht (kann) seine Entscheidung freiberuflich zu arbeiten von Besonderheiten der Berufsfeuerwehr in München abhängig machen, hier sind vollkommen andere Gründe und Sachzwänge entscheidungssignifikant.

    An verschiedenen Stellen wurde bereits (sachlich) mit sehr praktischen Beispielen angeführt, warum eine (im wirtschaftlichen Ungleichgewicht stehende) Behörde niemals mit privatwirtschaftlichen Uunternehmen in Konkurrenz treten darf. Was für Feuerwehr vs. Baumfälldienst, Feuerwehr vs. Bergung-/Abschleppunternehmen gilt, hat auch für Feuerwehr vs. Bildjournalisten zu gelten. Eigentlich sogar insbesondere, denn die besonderen Rechte der Presse (und damit ihrer Erfüllungsgehilfen) sind mit der verfassungsrechtlichen Ausstattung sehr hoch aufgehangen.

    Vor diesen Hintergründen kann ich die Aussage “Grundsätzlich ist die ganze Aufregung nicht zu verstehen: Wie kann ein “Rettungsknipser” eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den so hochqualifizierten Fotojournalisten darstellen?” absolut nicht verstehen. Jemandem der so lange im Geschäft ist wie Sie sollte der Wandel in der Funktionsweise der Medien ebenso wenig verborgen geblieben sein wie die (traurigen) Hintergründe.

    Aber die Antwort auf Ihre Frage ist ganz einfach: Weil für die Bilanzen der Verlage “nix kostet” besser ist als “hoch qualifiziert und teuer”. Die Kommunenen beteiligen sich also unmittelbar auch in diesem Bereich an der Manifestierung des Niedriglohnsektors und der ungerechten Entlohnung von Arbeitskraft. Und wo (leider) die Berichterstattung über Unglücke einen nicht unerheblichen Teil der Umsätze von Journalisten ausmacht unter Umständen sogar an der Vernichtung von Arbeitsplätzen oder Unternehmen.

    Das ist der eine Aspekt, solange es nur um die Herausgabe von Bildern als Konkurrenz zum Bildmaterial von Journalisten geht. Der andere Aspekt ist die aktive Verhinderung der (eigenständigen) Berichterstattung durch verschiedene die Journalisten behindernde Maßnahmen. Hierzu wurden ebenfalls Beispiele aus dem Alltag angeführt, zu denen auch gehört, dass immer öfter Journalisten von Einsatzstellen ferngehalten werden. Im Idealfall passiert das durch “einfaches” Durchsetzen polizeilicher Anordnungen. In zahlreichen “Einzelfällen” aber auch durch die Anwendung physischer Gewalt durch Beamte, Ingewahrsamnahme oder Beschlagnahme von journalistischen Ausrüstungsgegenständen. Wenn Sie sagen, dass es so etwas bei Ihnen in München nicht gibt, dann will ich Ihnen das glauben bis es jemand widerlegt. Jedoch wurde ich außerhalb meiner Heimatstadt bereits Zeuge widerrechtlicher Gewaltanwendung durch Beamte von Polizei und Feuerwehr zur Durchsetzung unerlaubter Vorzensur. Sie können sich mein Entsetzen überhaupt nicht vorstellen! Niemals hätte ich zuvor mir vorstellen können, dass so etwas in Deutschland passiert. Vielleicht in China oder Russland oder sonst wo, aber doch nicht bei uns! Bei uns daheim waren sowohl Polizisten, als auch Feuerwehrleute und Journalisten GEMEINSAM entsetzt.

    Man kann gewisse “Einzelfälle” sicher abarbeiten ohne ein Fass auf zu machen. Wenn sich diese Einzelfälle aber im Lauf der Zeit vermehren und bei einigen Feuerwehren eine Systematik zu erkennen ist, dann muss die Notbremse gezogen werden. Eigentlich ist dieser Zeitpunkt gut und gerne 5 bis 7 Jahre vorbei. Dass der DJV mit seiner extrem unglücklich gestalteten Kampagne das Thema ausgerechnet jetzt aufgreift hat seine Ursache einzig und alleine darin, dass sich genügend Mitglieder mit Hilferufen an den Fachausschuß gewandt haben. Und ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die Erstunterzeichner bei diesem unsäglichen Video ebenso erbost vom Hocker gefallen sind wie die Feuerwehren.

    Dass die “Münchner Zustände” in Feuerwehrkreisen im Übrigen sehr kritisch gesehen und bei vielen Feuerwehren als Beispiel wie man es NICHT macht in Schulungen von Pressesprechern angeführt werden dürfte ihnen ebenfalls nicht verborgen geblieben sein. Die Amtsleitung der hiesigen Berufsfeuerwehr war nach einem informellen Besuch in München jedenfalls hochgradig entsetzt, was diesen Bereich angeht, heißt von Führungskräften.

    Leider ist die Stimmung derzeit gelinde ausgedrückt aufgeheizt, da fällt es schwer eine sachliche und professionelle Diskussion zu führen – aber eine Diskussion solchen Ausmaßes hat es bisher nie gegeben. Das sollte als Chance gesehen werden Mißstände zu erkennen und daran zu arbeiten diese zu beseitigen. Als Journalist ist es meine Aufgabe die Belange “der anderen Seite” verstehen zu lernen und zu erkunden. Ich würde mir sehr wünschen, dass auch der “einfache” Polizist der Feuerwehrmann mehr Gedanken über Auswirkungen (und Rechtslage) seines Handelns macht. Denn eines ist klar: An der Einsatzstelle herum zu diskutieren oder gar gegen Medienvertreter handgreiflich zu werden geht gar nicht. Da hat jeder etwas anderes zu tun: Seinen Job machen.

    Und zu dem immer wieder hervorgeholten und wahrheitswidrigen Argument alle Bildjournalisten würden immer und fortwährend menschenverachtende Bilder von Schwerverletzten und Toten machen habe ich erst recht kein Verständnis. Das ist noch mehr unterste Schublade als die Ehrverletzung die das DJV-Video beinhaltet. Niemand, absolut niemand kann blutüberströmte Unfallopfer mit Gesicht im Bild gebrauchen. Nicht für die Zeitung und erst recht nicht für eine private Horrorbildsammlung die aussieht wie die Webseite spezieller (NICHT ALLER!) Freiwilligen Feuerwehren. Persönlich bin ich froh, dass ich mir das Elend nicht aus der Nähe ansehen muss und bewundere die Rettungskräfte immer wieder, wie man so einen psychischen Druck ertragen kann. Mir reicht es wenn ich bei einer technischen Rettung dokumentieren kann wie ein Feuerwehrmann mit dem hydraulischen Werkzeug die A-Säule durchtrennt (während in diesem Bild der Verletzte durch die Schutzdecke verdeckt nicht zu erkennen ist) oder ähnliche Sachen. Das verschafft dem Leser einen Eindruck der Dramatik vor Ort und was die Feuerwehr leistet, ebenso wie ein Bild wenn ein Trupp mit russgeschwärzten PA-Masken aus einem brennenden Haus kommt. Es ist mir zuwider ein Bild von Feuerwehren zu zeichnen, das Decken vor den Kameras (statt vor den Schaulustigen die ungehindert in der E-Stelle rumlatschen) oder auf Kameraleute einschlagende Rettungsassisten oder Polizisten zeigt. Sowas zieht alle Feuerwehrleute, Rettungsdienstler und Polizisten in den Schmutz, die jeden Tag (für wenig Geld) Hilfe leisten, einen guten Job machen und Leben retten.

  29. Es mag zwar in Ballungsräumen gelten, dass sich Journalisten/Fotografen um das beste Bild “reißen”. Auf dem “flachen Land” (und hier tun die meisten ihren freiwilligen Dienst) sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier sind die meisten Lokalredaktionen froh, wenn sie überhaupt jemand finden, der nachts um 3.00 Uhr oder 20 km vom Redaktionssitz entfernt mal “auf den Auslöser drückt”. Wir bei der FF Kronach (Oberfranken) betreiben seit 1963 Pressearbeit, haben ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zur Presse und zu den Journalisten und sind uns sicher, dass dies auch dann so bleibt, wenn der Journalistenverband mit seinem bescheidenen Video versucht, die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren in den Dreck zu ziegen. War wohl ein journalistischer Flachköpfer….

  30. Jochen Maaß

    Das System der Feuerwehr München ist quasi einmalig. So entstanden viele Standard-Lehrbücher und Lehrfilme für das Feuerwehr- und Rettungswesen mit einer phantastischen Bebilderung. Das Titelfoto des Flyers ist somit wirklich ungerechtfertigt, hier irrt der Journalistenverband.
    Die Situation der Fotografen hat sich allerdings im letzten Jahrzehnten zwar langsam aber letztlich dramatisch verändert. Seit in den Verlagen und privaten Sendeanstalten die “Investoren” eingezogen sind und die Ackermann’sche Eigenkapitalrendite anstreben, wurden viele feste Redakteurs- und Fotografenstellen umgewandelt in freie Mitarbeit. Wie in Deutschland üblich ging das einher mit dem Einfrieren der Honorare. Die Anzahl der Fotos für eine Zeitungsausgabe ist limitiert: Somit hat jedes Foto, dass der freie Fotograf nicht machen kann, eine unmittelbare Auswirkung auf sein Einkommen.
    Als ich nach Hause kam schlug ich meine Lokalzeitung auf: 1 Foto Polizei, 1 Foto Malteser, 1 Foto Feuerwehr. Das sind zwar nur rund 50 Euro, aber es war ja auch nur von einem Tag (bei etwa 24 Ausgaben im Monat).
    Schon vor Jahren gab es Probleme mit privat fotografierenden Feuerwehrleuten, die an den freien Tagen in Uniform an Einsatzstellen Aufnahmen machten und verkauften. Journalisten wurde mit Hinweis auf die Gefahr der Zutritt verweigert. Mit der weiten Verbreitung von Kamera-Smartphones hat sich dieser Trend deutlich verstärkt. Wir alle sollten einfach einmal in unseren Lokalzeitungen und den Webseiten der Verlage schauen – fast jeder würde Beispiele finden.
    Angehörige der Feuerwehr sind entweder als Beamte oder als Einsatzkräfte bei Lohnfortzahlung durch die Gemeinde an Einsatzstellen. Da gebietet es die Fairness, dass Fotografen ihrem Beruf nachgehen können. Außerdem gelten das Dienstgeheimnis, die Verschwiegenheitspflicht sowie die Regelungen zur Vorteilsnahme im Amt (Feuerwehr ist Ehrenamt, aber hoheitlich!).
    Der Deutsche Journalistenverband kritisiert natürlich auch die Verlage und Sender, die mit Blick auf die Rendite natürlich gerne kostenlose Fotos oder solche zum halben Preis verwenden.
    In einem anderen Kommentar stand: “Nicht jeder, der ein Smartphone besitzt wird dadurch automatisch zum Pressesprecher seiner Feuerwehr.”
    Außerdem sind weder der Piepser noch das Smartphone explosionsgeschützt. Ich wünsche niemandem, dass bei einer Rauchdurchzündung der LiOn-Akku überhitzt wird und unter seiner HuPF-Jacke explodiert. Davon hat man ein Leben lang was, aber nichts Gutes…
    Wer sich nichts vorzuwerfen hat, sollte sich daher auch gar nicht angesprochen fühlen. Es schadet der Kameradschaft, wenn einige Kameraden “Zusatzgeschäfte” beim Einsatz machen. Und, wie dargestellt, einfach umschauen und mit eigenen Augen sehen.
    Wieso sollte der Journalistenverband so ein Heckmeck veranstalten, wenn nichts dran wäre? Allerdings ist der Ton ungeeignet. Es wäre auch sinnvoll gewesen, erst mit dem Deutschen Feuerwehrverband zu sprechen und eine gemeinsame Kampagne zu starten.

  31. Leider war auf der Photokina kein vernünftiges Gespräch möglich mit dem DJV Als bei der Diskussion darüber herauskam das ich bei einer HiOrg bin wurde ich von dem älteren Herrn des DJV und zwei weiteren auf übelste beschimpft. So macht man keinen wirklichen seriösen Auftritt auf einer Messe. Verstehe echt nicht was das soll.

  32. R. Keller, A'Burg

    Ich glaube nicht, daß der Journalistenverband die Arbeit bzw. die FW selbst wirklich diffamieren wollte oder so was.
    Vielmehr glaube ich, daß da einige Foto-Redakteure ihre Felle haben wegschwimmen sehen.
    Denn wenn eine Redaktion oder eine Agentur Material von der Feuerwehr kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt, wurmt das die Presse-Fotografen bzw. Reporter, denen ja so das Honorar für eine Bilderserie oder Reportage entgeht.
    Sie sind damit quasi für die Katz nachts um halb vier aufgestanden und wohin gefahren.
    Vor allem sind Fotos aus der Phase des Aufräumens weniger gefragt, anstelle der Aufnahmen, wo es noch kokelt oder der NA werkelt …

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