Bürgerentscheid – letzter Ausweg für die Feuerwehr

Syke (NI) – Vor fast genau 14 Monaten brannte die Fahrzeughalle der Feuerwehr Syke (Kreis Diepholz) nieder. An diesem 11. Januar 2009 sagte man auch seitens der Politik den ehrenamtlichen Helfern “schnelle und unbürokratische Hilfe” zu. Aber die Ereignisse der letzten Monate brachten die Feuerwehr jetzt sogar dazu, einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Sonntag, der 14. März 2010, ist für die Syker Kameraden der Tag der Entscheidung. Ihr Ziel: den Beschluss des Rates der Stadt Syke zu kippen. Der stimmte gegen den Wunschstandort seiner freiwilligen Brandschützer.

Foto: Feuerwehr Syke
Die Kameraden der FF Syke kämpfen um die Stimmen ihrer Bürger zum Wunschstandort der Feuerwehr am Hallenbad. Foto: Feuerwehr Syke.

Die Stadt ist plakatiert. “Ja, für den neuen Standort am Hallenbad” steht auf Handzettel und Bannern. Die Feuerwehr Syke kämpft für ihren Wunschstandort am Hallenbad. Sie sprechen die Bürger direkt an: “An 365 Tagen im Jahr sind wir zu jeder Tages- und Nachtzeit ehrenamtlich und freiwillig für Sie da. Jetzt brauchen wir Sie! Stimmen Sie mit Ja.”

Die FF Syke plädiert für einen Neubau eines Feuerwehrhauses am Hallenbad. Aus Sicht der ehrenamtlichen Helfer wäre ein Grundstück dort der optimale Standort: optimale An- und Abfahrt (dadurch kurze Ausrückezeiten), Grundstück gehört bereits der Stadt, Feuerwehr würde weniger als ein Zehntel der Gesamtfläche nutzen, sofortiger Baubeginn möglich.

Aber der Rat der Stadt entschied sich gegen die Empfehlung der Feuerwehr und für ein Grundstück einer ehemaligen Raiffeisen-Genossenschaft. Für die Wehr nicht nachvollziehbar. “Das Gelände kommt allein schon verkehrstechnisch und aus Platzgründen nicht in Frage”, betonte Ralph Harjes, Pressesprecher der Syker Feuerwehr. “Aufgrund der Nähe zum Syker Bahnhof ist in dem Bereich immer mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu rechnen. Und wir hätten keinerlei Perspektive zur Erweiterung des Geländes. Ganz zu schweigen von den sonstigen Rahmenbedingungen.” Damit meint Harjes unter anderem, dass der Boden des Geländes noch aus der Zeit der gewerblichen Nutzung kontaminiert und mit Hallen und Silos zugebaut sei.

Foto: FF Syke

Alle diese Gründe hatte die Feuerwehr ihren verantwortlichen Politikern vorgetragen – ohne Erfolg. Der Rat der Stadt beschloss, gegen die Meinung ihres Bürgermeisters, dass der neue Standort der Feuerwehr auf dem Gelände der ehemaligen Raiffeisen-Genossenschaft entstehen soll.

Eine Entscheidung gegen den Willen der Feuerwehr. Und das, obwohl an dem besagten 11. Januar 2009 und in den Tagen danach der FF Syke jegliche Unterstützung zugesagt worden ist. Untätigkeit kann man der Stadt Syke nicht vorwerfen. 15 Standorte wurden der Wehr vorgeschlagen – aber allesamt für die freiwilligen Helfer nicht annähernd mit dem Grundstück am Hallenbad vergleichbar.

Beim Bürgerentscheid ist das Feuerwehr-Magazin live dabei. Das Ergebnis erfahren Sie zeitnah auf www.feuerwehrmagazin.de. Wie argumentieren die Politiker? Welche Strapazen mussten die ehrenamtlichen Helfer gerade im Winter auf sich nehmen? Diese Fragen beantworten wir in einer der nächsten Ausgaben des Feuerwehr-Magazins.

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