Bilanz: Bevölkerungsschutz im Jahr 2010

Bonn (NW) – Seinen Jahresbericht für 2010 veröffentlichte nun das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Feuerwehrmagazin.de präsentiert die vollständige Pressemeldung zur Broschüre “Bevölkerungsschutz hat viele Gesichter” des BBK.

BBK Jahresbericht 2010BBK-Meldung zum Jahresbericht 2010:

„Stromausfall legt Bundestag lahm“, „Heftige Gewitter, Brände und Stromausfall durch Blitze“: diese und andere Schlagzeilen aus der jüngsten Vergangenheit thematisieren ein Szenario, das für die Arbeit des BBK zukunftsweisend ist. Ohne Strom kann es zu größeren infrastrukturellen Problemen wie auch zu massiven Versorgungsengpässen im Alltag kommen. Großflächige lang anhaltende Stromausfälle beschäftigen das BBK schon seit dessen Gründung im Jahr 2004.

„Wir leben in einer hoch technisierten Industrienation, die dringend angewiesen ist auf Infrastrukturen wie die sichere Energieversorgung, funktionierende Wasserver- und Abwasserentsorgung, leistungsfähige Verkehrsträger und Transportwege sowie eine jederzeit zugängliche Informations- und Telekommunikationstechnik. Alle diese Kritischen Infrastrukturen sind von der Stromversorgung abhängig, genauso wie auch jeder Supermarkt oder gar Kühlschrank im privaten Bereich der Bürgerinnen und Bürger.“, sagte BBK-Präsident Unger. „Ein großflächiger und längerfristiger Stromausfall hätte Versorgungsstörungen, wirtschaftliche Schäden sowie Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit zur Folge. Wir haben in der Vergangenheit und werden in der Zukunft daher dem Szenario „Stromausfall“ besondere Aufmerksamkeit widmen. Der Strom kommt nicht nur aus der Steckdose,“ fügte Unger an.

„Nur im Wissen um bestehende Risiken kann die Bevölkerung einen eigenen Beitrag zur Risikominimierung und Schadensbewältigung leisten,“ sagte Norbert Seitz. Bei einer in jüngster Zeit durchgeführten Umfrage in der Bevölkerung war ein nicht unerheblicher Teil der Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass sie bis zu 14 Tage ohne Strom auskämen. Dieser Trugschluss führt vor Augen, dass die Risikokommunikation im Bezug auf die massiven Folgen eines Stromausfalls für das alltägliche Leben in der Zukunft verbessert werden muss.

Die Steigerung der Selbsthilfefähigkeit der Bürgerinnen und Bürger ist daher eine weitere Herausforderung für das BBK. Eine Bevölkerung, die im Schadensfall Selbsthilfefähigkeiten besitzt, ist eine gute Basis auf der die professionelle Hilfe der Gefahrenabwehr aufbauen kann. Gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel und weitere Veränderungen in der Gesellschaft ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Der Bevölkerungsschutz in Deutschland ist grundsätzlich gut aufgestellt. Aber ein moderner Bevölkerungsschutz fordert stetiges und nachhaltiges Engagement, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Nationale und internationale Großschadensereignisse müssen hinterfragt, ausgewertet und in die Optimierung des eigenen Bevölkerungsschutzes eingebunden werden. Der Bund leistet seinen Beitrag in unterstützender und beratender Hinsicht: Zum Beispiel stellt er den Ländern über das BBK im Rahmen des Ausstattungskonzeptes Fahrzeuge in beträchtlichem Umfang zur Verfügung. Hierzu gehören Fahrzeuge, die bei chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahren zum Einsatz kommen wie der ABC-Erkundungskraftwagen oder der Dekontaminationslastkraftwagen.

Darüber hinaus richtet das BBK seinen Blick auf neue Technologien, welche die tägliche Arbeit unterstützen und verbessern können: Satellitentechnik unterstützt die Warnung der Bevölkerung und die Bewältigung von Katastrophenlagen, Fernerkundungssysteme schützen Einsatzkräfte und ermöglichen dennoch die Lageerkundung, simulationsgestütze Ausbildungsformen und E-Learning schaffen neue Perspektiven.

Mit seinem so genannten „All-Gefahren-Ansatz“, also dem Blick auf alle denkbar möglichen Katastrophenlagen, will das BBK auch in der Zukunft seinen Beitrag leisten im Gesamtkontext von Katastrophenprävention, Katastrophenvorsorge und Katastrophenbewältigung.”

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