AvD begrüsst Pläne für eCall-Notruf

Frankfurt/Main (HE) – Der Automobilclub von Deutschland (AvD) begrüßt die geplante Einführung des elektronischen Notrufs eCall. Die EU-Kommission möchte das System ab 2015 für Neuwagen vorschreiben und nun entsprechende Gesetze auf den Weg bringen. Das eCall-System wird im Falle eines Unfalls automatisch aktiv, sendet einen Notruf ab und leitet Standortdaten an die nächste Leitstelle weiter. Fahrer oder Beifahrer können den Notruf jedoch auch manuell auslösen.

Ortung bei einem Unfall - nicht immer wissen Anrufer beim Notruf, wo genau sie sich befinden. Foto: AvD/J. HuberNach Ansicht des AvD ist die Technik ein wichtiges Instrument, um die Rettungskette zu optimieren und Menschenleben zu retten. Bis zur flächendeckenden Einführung von eCall in Europa hat der AvD auf nationaler Ebene eine bereits verfügbare eigene Lösung: Mit der AvD Notfallortung über GPS-fähige Mobiltelefone können Verunglückte genauer lokalisiert und somit schneller medizinisch versorgt werden. Die Notfallortungs-Applikation bietet der AvD seinen Mitgliedern zum Download an.

Mit Hilfe der Notfallortung kann die Zeitspanne zwischen einem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte verkürzt werden. Bisher wurden Verunglückte über Mobilfunkzellen geortet. Dabei ist die Genauigkeit der Lokalisierung abhängig von der Anzahl der Funkmasten. In ländlichen Gebieten können Funkzellen jedoch mehrere Hektar groß sein. So kann wertvolle Zeit verstreichen, ehe die Rettungsmannschaften das Unfallopfer finden. Dagegen können mit der netzunabhängigen, weltweit verfügbaren GPS-Technologie die Betroffenen präzise lokalisiert werden. (Foto: AvD / J. Huber)

4 Kommentare zu “AvD begrüsst Pläne für eCall-Notruf”
  1. Stefan L.

    Also ob das so eine gute Idee ist, weiss ich nicht. Bei wie vielen Unfällen, die täglich passieren, wird unbedingt der Rettungsdienst benötigt und bei wie vielen weiteren ggf. auch noch die Feuerwehr für die technische Hilfeleistung.

    Ein automatisches System kann einer Leitstelle nicht mitteilen, wie viele Personen verletzt sind und ob technische Hilfsmittel erforderlich sind. Die Anzahl der Fehlfahrten wird sehr wahrscheinlich drastisch in die Höhe gehen. Ob das die freiwilligen Feuerwehren leisten wollen oder können stellt anscheinend keiner in Frage. Ich befürchte, dass die Motivation einzelner Kameraden stark sinken könnte, wenn bei Verkehrsunfällen sich eine ähnliche Situation wie bei Brandmeldeanlagen einstellt (Fehlalarmquote > 90%)

  2. @ Stefan L.:

    Vorab ich habe mich über die neue Technik nicht informiert.
    Wenn man sie aber als ERGÄNZUNG zum normalen Notruf und NICHT als ERSATZ ansieht, dürfte die Zahl der Einsätze sich kaum verändern!!!
    Wohl aber die Zahl der Einsätze bei denen die Eintreffzeit nach schweren Unfällen deutlich verkürzt werden kann…

  3. Also mich hat der eCall-Notruf auch noch nicht ganz überzeugt, aber es wird sich zeigen ob das Konzept funktioniert oder nicht. mal davon abgesehen, die Autobauer müssen dem ganzen ja auch noch zustimmen!

  4. So wie es bei Wikipedia steht, soll neben dem automatischem Alarm mit Koordinaten auch gleichzeitig eine Sprechverbindung zum Auto aufgebaut werden, somit sollten fehlalarme doch eigentlich zu vermeiden sein…

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