Atomaufsicht nach Einsatzübung eingeschaltet

Büchen (SH) – Die überraschende Messung von radioaktiver Strahlung im Büchener Naturschutzgebiet “Nüssauer Heide” (Kreis Herzogtum Lauenburg) bleibt rätselhaft. Bei Kontrollmessungen stellten Mitglieder des “Löschzug Gefahrgut” am Montagabend erneut Strahlung fest. Am Dienstag rückte daraufhin das Strahlenschutzreferat der Kieler Atomaufsicht mit speziellen Messgeräten an. Ergebnis offen. “Wir haben von der Feuerwehr sehr umfangreiche Dateien bekommen und wollen diesen Daten mit unserer eigenen Technik auf den Grund gehen”, sagte Oliver Breuer, Sprecher des zuständigen Ministeriums, auf Anfrage.

Angaben zufolge lagen die Messwerte des Gefahrgutzuges um 50 Prozent über den Warngrenzen der Messsonden. Unklar ist jedoch, wie diese sind – denn Kreiswehrführer Michael Raddatz schweigt zu diesem Punkt.

Büchens Bürgermeister Uwe Möller wünscht sich derweil ein Signal der Entwarnung, trotz der neuen Messwerte. Die gibt Jens Liesandt vom Katastrophenschutz des Kreises zumindest für die Übung am Samstag, in deren Verlauf erstmals die Warnmeldungen wegen erhöhter Strahlung festgestellt wurde. “Wenn Werte da gewesen wären, de eine Gefährdung bedeutet hätten, wäre die Übung abgebrochen worden”, sagte er am Montagabend. So wurde einfach weiter geübt.

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Die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BImA), der das 80 Hektar große Gelände gehört, kündigte am Dienstag an, auf die Messergebnisse des Kieler Ministeriums zu warten. Bis dahin passiert in dem Naturschutzgebiet zunächst nichts. Die Mitarbeiter des Strahlenschutzreferates sollen klären, um welche radioaktiven Nuklide es sich handelt und woher diese auf dem ehemaligen Bundeswehrübungsplatz stammen könnten. (Text: Timo Jann)

Nach der Feststellung einer erhöhten Strahlung während einer Einsatzübung, rückte am Montag nochmals die Feuerwehr zu Messungen in das Gebiet "Nüssauer Heide" bei Büchen an. Foto: Timo Jann
9 Kommentare zu “Atomaufsicht nach Einsatzübung eingeschaltet”
  1. ““Wenn Werte da gewesen wären, de eine Gefährdung bedeutet hätten, wäre die Übung abgebrochen worden”, sagte er am Montagabend. So wurde einfach weiter geübt.” … Die Lage werden Sie wohl am Anfang garnicht realisiert haben.

  2. Auf einem Truppenübungsplatz, da wird doch wohl nicht jemand mit uranangereicherte Munition rumgeschossen haben? Die Werte wären auch interessant, nicht das einer auf dem ABC -erkunder, die falsche warnschwelle eingegeben hat.

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