Alte Technik hilft in Paraguay

Rendsburg (SH) – Erneut machte sich dieser Tage ein besonderer Transport von ausgedienter Feuerwehrtechnik auf den Weg über den Atlantik nach Paraguay. Martin Schuldt, Zugführer des “Löschzug Gefahrgut” (LZ-G), engagiert sich seit Jahren für den Aufbau der freiwilligen Feuerwehr in Villarica in Paraguay und hat dieses Mal neben zwei Fahrzeugen diverses technisches Gerät auf die Reise geschickt.Bei der freiwilligen Feuerwehr in der 56.000-Einwohner-Stadt Villarica wird schon seit einigen Jahren mit Brandschutztechnik aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde gerettet und gelöscht. Erst im Februar kamen dort zwei ausgediente Rettungswagen an, die die einzigen ihrer Art in der weiteren Umgebung sind. Auch Atemschutzgeräte und Tragkraftspritzen aus der Region versehen inzwischen Dienst jenseits des Atlantiks. Und die Atemluftflaschen werden dort seit Anfang des Jahres mit einem ausgedienten Kompressor aus der Rendsburger Kreisfeuerwehrzentrale gefüllt – und nicht mehr im 170 Kilometer entfernten Asuncion.

 

Martin Schuldt (rechts) und Jürgen Strohauer haben zwei ausgediente Feuerwehrfahrzeuge für Südamerika "versandfertig" gemacht. Foto: Bauer/Feuerwehr

Zusammen mit seinem Bekannten Jürgen Strohauer aus Hessen machte Schuldt am Sonntag zwei weitere ausgediente Feuerwehrfahrzeuge “versandfertig. Ein 22 Jahre alter Mannschaftstransporter der FF Schacht-Audorf und ein 32 Jahre alter ehemaliger Gerätewagen des LZ-G wurden bis unters Dach vollgepackt mit einer weiteren Tragkraftspritze, Stromerzeuger, Atemschutzgeräte, Handsprechfunkgeräte, 50Kg-Löscher, Schutzhelme, Armaturen, Schläuchen und vielem mehr.

“Über 35 Wehren aus dem ganzen Kreis haben inzwischen ausgediente Ausrüstung gespendet”, freut sich Martin Schuldt über den Erfolg seiner Aktion. Schuldt setzt sich seit 2003 aktiv für die Kameraden des “Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay” in Südamerika ein. Dass die Fahrzeuge in unseren Breiten längst ihre Lebensdauer überschritten haben, ist in Südamerika kein Problem. “Mit dieser urwüchsigen Technik können die Kameraden dort gut arbeiten. Ersatzteile gibt es auch noch und notfalls wird halt improvisiert. Mit computergesteuerter Technik ist man dagegen in Paraguay verloren”, weiß Schuldt. Bis vor wenigen Jahren arbeiteten die 49 freiwilligen Feuerwehrleute in Villarica mit spartanischen Mitteln. Seit Martin Schuldt sich der Sache angenommen hat, erlebten die Südamerikaner einen wahren Quantensprung.

“Villarica hat heute eine der best ausgestatteten Feuerwehren in Paraguay – wenngleich man das natürlich nicht an hiesigen Standards messen darf”, weiß Schuldt. Viele Ausrüstungsgegenstände, die in Villarica nicht mehr gebraucht werden, geben die dortigen Kameraden inzwischen auch an andere Kommunen weiter. Und sie betreiben eine rege Aufbauhilfe für weitere freiwillige Feuerwehren. Derzeit decken nur vier freiwillige Feuerwehren ein Gebiet von rund 300 Quadratkilometern ab.

Finanziert wird auch dieser Transport aus Spenden. Vorsichtshalber werden dann aber alle Türen des Fahrzeugs vernietet. “So gehen wir auf Nummer Sicher, dass die Hilfsgüter nicht im Hafen von Buenos Aires in dunklen Kanälen versickern”, so Schuldt. Die Freiwillige Feuerwehr Villarica wird die Fahrzeuge dann selbst in Argentinien abholen und die Nieten erst in Villarica im Beisein des Bürgermeisters öffnen, weiß Martin Schuldt.

Schuldt will auch weiterhin helfen. “Gebraucht wird alles, was man sich im Feuerwehrbereich denken kann – außer einer Drehleiter, denn die Gebäude sind maximal nur zwei Stockwerke hoch.” Ganz oben auf der Wunschliste steht ein ausrangiertes Tanklöschfahrzeug. Feuerwehren, die ebenfalls nicht mehr benötigte Gerätschaften für die Feuerwehr in Villarica spenden wollen, können sich an Martin Schuldt unter der Nummer 0172-7335429 (eMail: ma.schuldt@t-online.de) wenden. (bau)

Hinterlasse einen Kommentar