ADAC bewirbt Rettungskarte für Hybrid-Pkw

München – Der ADAC bewirbt weiterhin die Idee der Rettungskarte in Privat-Pkw. Am Donnerstag wies der Automobilclub auf die Wichtigkeit der Karte in Hybrid-Fahrzeugen hin. “Weil gefährliche Hochspannungskabel in verunfallten Elektro- und Hybridautos die Rettung von Personen erschweren können, ist die Rettungskarte bei diesen Antriebsarten ganz besonders wichtig”, hieß es seitens des Clubs. In Feuerwehrkreisen sind hingegen nicht alle von den Rettungskarten überzeugt.

Rettungskarte für Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb. Der ADAC empfiehlt, entsprechende Karte hinter die Sonnenblende zu stecken. Grafik ADACDie Rettungskarte soll den Feuerwehrleuten zeigen, wo genau das Fahrzeug fachgerecht aufzuschneiden ist.  Im Fall von Hybridfahrzeugen ohne dass stromführende Leitungen durchgeschnitten werden. Sowohl für die Unfallopfer als auch für die Rettungskräfte könnte eine solche Information lebensrettend sein: Immerhin fließen bei Hybrid- und Elektroautos bis zu 600 Volt durch die Leitungen. Zum Vergleich: Aus einer normalen Steckdose kommen 230 Volt.

Nach Auffassung des ADAC würden Rettungskarten für Hybridfahrzeuge wird immer wichtiger, weil die Zulassungszahlen dieser Autos, die mit Benzin und Strom fahren, steigen. Außerdem kämen in Kürze auch die ersten Autos mit reinem Elektromotor auf den Markt. Der Autoclub empfiehlt, die Rettungskarte hinter der Sonnenblende aufzubewahren.

Die Rettungskarte soll sich – gemäß ADAC – direkt im Auto befinden, weil die meisten Feuerwehren heute noch nicht die Möglichkeit hätten, am Unfallort die lebensrettenden Informationen schnell via Internet abzufragen. Außerdem sei eine exakte Identifikation des Fahrzeugs am Unfallort häufig fehlerhaft. Bis die automatisierte Übermittlung der Rettungsdaten an die Einsatzkräfte problemlos und flächendeckend funktioniere, sei die Rettungskarte im Auto die beste Lösung.

Die Task Force “Retten von Personen aus verunfallten Fahrzeugen” hält indes nicht viel von Rettungskarte (siehe auch Feuerwehr-Magazin 9/2010 “Alles auf eine Karte”, ab Seite 84). Die Verbreitung der Karten sei mangelhaft, außerdem gäbe es einsatztaktische Nachteile /zum Beispiel nicht aktualisierte Versionen bei Umrüstung des Fahrzeugs). Auch der Aufbewahrungsort wird von vielen Rettungskräften kritisch gesehen. Die Fahrgastzelle ist gerade bei Unfällen mit eingeklemmten Personen im Frontbereich deformiert. Nicht immer ist ein Herankommen an die Sonnenblende möglich.

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