30.000 Flugstunden gegen Ölverschmutzer

Nordholz (NI) – Am Mittwoch wurde vom Marinefliegergeschwader 3 (MFG 3) die 30 000. Flugstunde im Rahmen der Ölüberwachung geflogen. So konnten seit Beginn der Ölaufklärung aus der Luft 4116 Verschmutzungen entdeckt und 565 einem Verursacher zugeordnet werden.

"Öljager" melden sich bei Fregattenkapitän Oliver Ottmüller von der 30.000 Flugstunde zurück. Foto: HavariekommandoDie Ölaufklärung aus der Luft geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen dem Havariekommando und dem Marinefliegergeschwader 3 (MFG 3) der Deutschen Marine in Nordholz: Das Havariekommando stellt die beiden Maschinen, bezahlt die Infrastruktur und das Personal. Betrieben werden die Luftfahrzeuge vom Typ D 228 jedoch durch das Personal des MFG 3. “Die 13 Piloten, 9 Operateure und Techniker des Marinefliegergeschwaders in Nordholz sind an 365 Tagen im Jahr für uns einsatzbereit”, sagt der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees. “Sie erfüllen ihre Aufgabe mir sehr viel Engagement und hohem Idealismus. Ihre Professionalität hat den Ölfliegern viel Anerkennung im In- und Ausland eingebracht”, so Monsees weiter.

Seit Januar 1986 werden Nord- und Ostsee täglich auf Suche nach illegalen Schadstoffeinleitungen überflogen. Das dabei abgedeckte Gebiet umfasst eine Fläche von über 115.000 Quadratkilometer. Besonderes Augenmerk legen die Öljäger dabei auf die Schifffahrtswege, Öl- und Gasbohrplattformen, Fischfanggründe und in der Nordsee auf das Wattenmeer.

Die mit modernen Sensoren ausgerüsteten Luftfahrzeuge sind in der Lage, Meeresverschmutzungen oder ähnliche Phänomene bis zu einer Entfernung von 40 Kilometer beidseitig des Flugweges zu erfassen. Die so entdeckten möglichen Verschmutzungen werden anschließend mit Sensoren für den Nahbereich, wie z.B. Infrarot-/Ultraviolettscanner oder Laserfluorosensor, verifiziert und klassifiziert. Für den Fall, dass eine Gewässerverunreinigung direkt mit einem Verursacher, z.B. mit einem Schiff, in Verbindung  gebracht werden kann, stehen der Besatzung diverse fotooptische Mittel zur Verfügung, um Beweise für die Strafverfolgungsbehörden zu sichern.

Neben der Alltagsaufgabe Ölaufklärung werden die beiden DO 228 auch dann durch das Havariekommando eingesetzt, wenn es darum geht, die Folgen von Schiffsunfällen rasch zu beseitigen. Darüber hinaus wurden die Ölflieger zu zahlreichen Sondereinsätzen herangezogen, z.B. zur Suche und Rettung von Personen auf See oder die Einsätze beim Oder- und Elbehochwasser. (Text und Foto: Havariekommando)

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