Neuer Helm: Normen Sie mit

Berlin – Im CEN /TC 158 (Kopfschutz) wurde mit der Arbeit an einem neuen europäischen Normungsprojekt “Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz”. Sie haben die Möglichkeit, als Nutzer Ihre Erfahrungen in die Normungsarbeit mit einzubringen.

250310-DIN-HausSeit dem Beginn der europäischen Feuerwehrhelmnormung Ende der 1980er Jahre ist mit der Europäischen Norm DIN EN 443 (aktuelle Ausgabe Juni 2008) das Ziel verfolgt worden, einen Feuerwehrhelm für die Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen zu beschreiben. Der Helm muss dabei die Grundsätze der EG-Baumusterprüfung nach der EG-Richtlinie 89/686/EWG für persönliche Schutzausrüstungen (PSA-Richtlinie) und auch die Mindestanforderungen der mit der PSA-Richtlinie harmonisierten DIN EN 443 erfüllen.

Die Zielsetzung, einen Feuerwehrhelm im wesentlichen für den Inneneinsatz zu normen, brachte jedoch auch Probleme in der Auslegung der Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen mit sich. Je nach Aufgabenstellung ergeben sich unterschiedliche Gefährdungen, Gefährdungsgrade und die daraus zwangsläufig resultierenden Schutzanforderungen. Die Folge kann sein, dass ein “nicht angepasster übermäßiger Schutz” zur Verfügung gestellt wird, der andere Nachteile zum Beispiel im Tragekomfort oder im Kostenbudget mit sich bringt.

Daher erscheint für viele europäische Feuerwehren die Notwendigkeit zu bestehen, einen Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz (beispielsweise für technische Rettungseinsätze oder für die Flächenbrandbekämpfung) zu normen. Dieser Wunsch erwächst aus den Erkenntnissen zu aktuellen Gefährdungsbeurteilungen, die nach Lösungen zwischen dem Schutz vor definierten Gefahren des Außeneinsatzes und dem maximalen Tragekomfort streben. Der Helm nach DIN EN 443:2008-06 erscheint für die Anwendung im Außeneinsatz gerade im Tragekomfort nicht praxisgerecht zu sein. Es ist zu erkennen, dass der Grundgedanke zu einem “Universalfeuerwehrhelm”, der nach den Bedürfnissen des Anwenders unter Beachtung der DIN EN 443 ausgelegt sein sollte, auf Grenzen stößt. Die Grenzen sind in der Anwendung zu sehen, denn Schutzausrüstung bedarf häufig der nach Aufgaben angepassten Schutzfunktion und der Beachtung von ergonomischer Optimierung. Da einige Länder derartige “Outdoor-Feuerwehrhelme” verwenden, wurde auf dieser Grundlage im CEN /TC 158 (Kopfschutz) die Erarbeitung einer neuen europäischen Norm für Feuerwehrhelme für den Außeneinsatz beschlossen.

Um eine breitgefächerte deutsche Meinung zu der Thematik “Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz” in der europäischen Normungsarbeit einbringen zu können, sind die Erfahrungen der Anwender von großer Bedeutung. Erfahrungshinweise sind daher ausdrücklich erwünscht, unter anderem zu folgenden Fragestellungen:

– Welchen Minimalschutz sollte ein Feuerwehrhelm für den Außeneinsatz erfüllen? Hier sind Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen als Anhaltspunkt hilfreich.
– Sind die hohen thermischen Anforderungen genauso zu erfüllen wie in der jetzigen DIN EN 443 beschrieben?
– Sollten NFPA Standards (NFPA 1971 Edition 2000), z. B. retroreflektierendes Material am Helm, übernommen werden?
– Welche Komforteigenschaften sind praxistauglich? Sind zum Beispiel Helmschalen mit großen Flächenanteilen an Belüftungsöffnungen denkbar? Oder sind Ventilationsöffnungen wie im australischen Standard AN/NZS 1801:1997 gänzlich auszuschließen?
– Welche Masse (Gewicht) sollte nicht überschritten werden? 400 g ohne Zubehörteile wird im australischen Standard AN/NZS 1801:1997 ausgewiesen.
– Sollten sonstige Belange Berücksichtigung finden?

Teilen Sie uns doch Ihre Anwendermeinung über die Geschäftsstelle des Normenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. per E-Mail an fnfw@din.de (Postanschrift: Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin) mit. Der Arbeitskreis “Feuerwehrhelme” im NA 031-04-03 AA wird die Hinweise gerne bearbeiten.
(Text: Dipl.-Ing. OBR Gottfried Wingler-Scholz, Foto: DIN)

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