Weniger Fahrzeug-Bestellungen

Frankfurt (HE) – Die Zahl der Neuzulassungen von Feuerwehrfahrzeugen stieg in den ersten vier Monaten 2010 um acht Prozent auf 756 Fahrzeuge. Dabei handelt es sich noch um einen Auftragsüberhang aus dem Vorjahr – doch der Wind dreht sich. “Vor allem große Löschfahrzeuge mit längeren Durchlaufzeiten befinden sich noch im Auftragsbestand der Hersteller”, erklärte Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt.

Löschfahrzeuge beim Hersteller. Foto: Michael Rüffer“Während in vielen Fachzweigen des Maschinenbaus nach krisenbedingten, signifikanten Einbrüchen wieder vermehrt positive Nachrichten zu vermelden sind, ist in der Feuerwehrbranche erfahrungsgemäß ein eher antizyklischer Verlauf zu verzeichnen”, so Scherer weiter. Gestützt auf ein hohes Aufkommen an Feuerschutzsteuer, mehr Gewerbesteuer-Einnahmen sowie verschiedenen Sonderprojekten – beispielsweise Beschaffungen des Bundes – hatte die Feuerwehrbranche ihre Umsätze in den vergangenen Jahren deutlich steigern können.

Gegenwärtig schrumpfen die Auftragsbücher jedoch relativ schnell. Gleichwohl die Auftragseingänge für Feuerwehrfahrzeuge in der Summe im ersten Quartal nur leicht unter dem Vorjahresniveau blieben, erleben die Hersteller für Löschfahrzeuge derzeit einen rasanten Rückgang – von Januar bis April um 33 Prozent. Insofern hofft die auch international führende Feuerwehrbranche in Deutschland, die rückläufige Nachfrage auf dem Inlandsmarkt durch verstärkte Impulse aus dem Ausland zumindest teilweise kompensieren zu können.

Nach zwei konjunkturell guten Jahren stellt man sich in der Branche auf ein schwierigeres Geschäft ein. Bestätigt wird diese Vermutung von einer repräsentativen Umfrage in der deutschen Feuerwehrbranche, die der VDMA im März und April 2010 erstmalig durchführte. Darin kam zum Ausdruck, dass der Investitionsbedarf durch die Beschaffungen der letzten Jahre etwas gesunken ist. Knapp die Hälfte der befragten Verantwortlichen aus Feuerwehr und Kommunen sieht eine Gefährdung der Beschaffungspläne durch geringere Haushaltsmittel. Die Einführung des Digitalfunks genießt jedoch weiterhin Priorität und dürfte von Einsparungen ausgenommen bleiben. (Text: VDMA / Foto: Michael Rüffer)

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