IAA Nutzfahrzeuge: ein Rückblick

Hannover – Gestern ist die 63. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zu Ende gegangen.  Mit 1.751 Ausstellern aus 43 Ländern schloss die Messe laut Verband der Automobilindustrie (VDA) mit der zweithöchsten Ausstellerzahl seit Bestehen und mit der neuen Rekordmarke von 272 Weltpremieren. Auch das Ziel von „deutlich mehr als 200.000 IAA-Besuchern“ sei erreicht worden, so VDA-Präsident Matthias Wissmann.

„Mit 240.000 bis 250.000 Besuchern liegt diese IAA etwa im Durchschnitt der IAA Nutzfahrzeuge in diesem Jahrzehnt, wenn wir die Rekord-IAA 2008, die am Höhepunkt eines fünfjährigen Booms stattfand, einmal ausklammern. Vor dem Hintergrund der letzten zwei Jahre ist das ein sehr respektables Ergebnis“, betonte Wissmann. “Wir haben in Hannover den Rückenwind der anziehenden Konjunktur gespürt. Die Zuversicht in der Nutzfahrzeugindustrie wächst, es geht wieder nach vorn.“

Auf der IAA zu sehen: GW-Hochwasser, für die Feuerwehr Dortmund, von Pütting auf Ford Ranger aufgebaut. Foto RüfferWer auf der Suche nach Fahrzeugneuheiten für Feuerwehren war, musste auf der IAA schon genau hingucken. Drei Monate nach der Interschutz standen nicht die Großfahrzeuge, sondern vor allem die Transporter im Fokus der Hersteller.

Fahrzeugeinrichter Bösenberg hat bislang vor allem Einsatzfahrzeuge für Polizei, Zoll und BAG (Bundesamt für Güterverkehr) gefertigt. Auf der IAA war das Unternehmen mit einem zum Einsatzleitwagen (ELW) 1 ausgebauten Mercedes Sprinter 516 CDI Hochdach vertreten. Das Fahrzeug bietet unter anderem einen vorderen Funkraum für drei Personen, einen Besprechungsraum für maximal vier Personen sowie eine analoge/digitale Funkanlage.

Bei Citroën stellte Pütting einen Einsatzleitwagen (ELW) 1 auf dem Modell Jumper aus. Der 120 PS starke Transporter verfügt im Innern über einen Besprechungstisch mit Platz für sechs Personen.

Weitere Feuerwehr-Fahrzeuge von Pütting waren auf dem Stand von Ford zu besichtigen. Darunter auch ein Gerätewagen-Hochwasser der Feuerwehr Dortmund auf dem in Deutschland seltenen geländegängigen Pick-up Ranger. Er gehört zu einer Lieferung von sechs baugleichen Fahrzeugen, die Bestandteil des neuen Dortmunder Hochwasserkonzepts sind.

Mercedes-Benz zeigte auf seinem Stand ein Tanklöschfahrzeug (TLF) 10/20 nach Normentwurf auf dem Unimog-Fahrgestell U 20. Der QuadraLine-Aufbau stammt von Schlingmann. Leistungsmerkmale: Feuerlöschkreiselpumpe S 2000 mit Nennförderleistung von 2.000 l/min bei 10 bar, 2.400-Liter-Löschwassertank.

Als weiteres Exponat präsentierte der Stuttgarter Automobilkonzern ein Vorauslöschfahrzeug (VLF) mit Rosenbauer-Aufbau. Als Basis dient ein Mercedes Sprinter 519 CDI mit 5-Gang-Automatikgetriebe. Eine der Besonderheiten des Aufbaus sind die zu Drehtüren umgebauten Schiebetüren des Mannschaftsraums. Zur Ausstattung des VLF (Besatzung: 1/3) zählen nicht nur ein beheizbarer 200-Liter-Löschwassertank und ein UHPS-Hochdrucklöschsystem, sondern auch ein hydraulischer Rettungssatz (Weber-Hydraulik).

Der Allradspezialist Oberaigner (Halle 13, Stand E58), Hauslieferant von Mercedes-Benz, entwickelt zurzeit einen dreiachsigen Mercedes Sprinter. Auf der IAA konnten Besucher einen Blick auf einen geländegängigen 6×6-Prototypen werfen, den Rosenbauer zum Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung mit Allradantrieb (LFB-A) nach österreichischer Norm ausgebaut hat.

VW platzierte etwas unscheinbar im Außenbereich (Freifläche Süd, G04) einen Vorausrüstwagen (VRW) auf T5 Hochdach. Dieser verfügt über die neuerdings lieferbare Kombination von Allradantrieb (4Motion) und einem automatischen 7-Gang-Getriebe (DSG). Konzept und Ausbau des Fahrzeugs stammen vom luxemburgischen Unternehmen Carrosserie Comes. Das Gimaex-Tochterunternehmen One Seven stattete das Fahrzeug mit einer Druckluftschaumanlage aus. Geräte zur technischen Hilfeleistung lieferte Resqtec, der LED-Lichtmast kommt von Teklite.

Mehr zu den Feuerwehr-Neuheiten der IAA demnächst im Feuerwehr-Magazin.

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