Fahren ohne Hände am Steuer

Gerlingen-Schillerhöhe (BW) – Der Computer steuert den Pkw, der Fahrer greift nur im Notfall ein: Bosch testet das automatisierte Fahren auf deutschen Straßen. Das erklärte Ziel sei es, die selbst lenkenden und fahrenden Autos in alltäglichen Fahrsituationen zu erproben und weiter zu verbessern, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

050513-wirtschaft-boschIn einem unabhängigen Gutachten habe der TÜV SÜD die Wirksamkeit des hierfür von Bosch erstellten Sicherheitskonzepts bescheinigt. „Der Erprobung der Versuchsträger im öffentlichen Straßenverkehr steht nichts mehr entgegen“, so das Fazit der schriftlichen Stellungnahme. Die Wichtigkeit dieser unabhängigen Prüfung unterstreicht der zuständige Bosch-Geschäftsführer Wolf-Henning Scheider: „Das Vier-Augen-Prinzip ist hier für uns Pflicht.“

Der erste Entwicklungsschritt ist das autonome Fahren auf Autobahnen. Auf den Schnellstraßen sei die Hürde am niedrigsten, weil es weder Quer- noch Gegenverkehr gäbe und keine Fußgänger unterwegs seien, ließ das Unternehmen verlauten. Ein Spurhalteassistent, eine Abstands- und Geschwindigkeitsregelung sowie ein Spurwechselassistent steuern die Manöver des Autos. Die erforderlichen Informationen über die Fahrzeugumgebung erfassen Radar- und Videosensoren von Bosch.

Schnelle Reaktion in kritischen Situationen

Die Erkenntnisse aus den Tests sollen in immer automatisiertere Fahrfunktionen münden – beispielsweise in einen Staupiloten, der bei niedrigen Geschwindigkeiten das Fahrzeug völlig selbsttätig steuert. Auf dem Weg dorthin sollen die Tests wertvolle Erfahrungen liefern, um beispielsweise die Entwicklung verbesserter Notbrems- oder Ausweichsysteme zu beschleunigen. „Die Untersuchungsergebnisse helfen, das Autofahren noch sicherer und entspannter zu machen“, ist sich Scheider sicher.

Auch wenn die Technik bereits für fast alle Situationen im Autobahnverkehr ausgelegt sei, säßen speziell ausgebildete Fahrer am Steuer, betont Bosch. Nur Mitarbeiter, die das Sicherheitskonzept verinnerlicht und eine spezielle Fahrausbildung absolviert hätten, dürften die Testfahrten begleiten. In potenziell kritischen Situationen beispielsweise müssten sie besonders schnell reagieren können.

Nach eigenen Angaben entwickeln insgesamt etwa 5.000 Ingenieure bei Bosch Sicherheits- und Assistenzsysteme. Das Ziel des verantwortlichen Projektteams sei es nun, die kommenden Funktionen mit Sensoren, Steuergeräten und Aktuatoren sicher ins Gesamtsystem Auto zu integrieren. Dies geschieht an zwei Orten: Im kalifornischen Palo Alto arbeiten Ingenieure an der Funktionsentwicklung; die Systemintegration erfolgt im schwäbischen Abstatt. (Foto: Bosch)

Ein Kommentar zu “Fahren ohne Hände am Steuer”
  1. V.Clemens

    Warum brauch man da einen Extra Einbau im Fahrzeug?
    Hier bei uns gehört das für Post-und Taxifahrer zur Grundausbildung 😉

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