Vermutlich sechs Tote durch Hochwasser

Berlin – Das derzeit in Deutschland herrschende Hochwasser hat bislang vermutlich sechs Menschenleben gefordert. Zwei Männer wurden in  Pforzheim (BW) und Kreuzau (NW) tot geborgen, vier weitere Menschen geltern als vermisst. Sie sind nach derzeitigen Erkenntnissen ertrunken.

Am Samstag starb auf der Enz bei Pforzheim ein 50-jähriger Kajakfahrer. Der Mann war mit seinem Boot gekentert. Rettungskräfte zogen den Paddler an Land, eine Reanimation verlief erfolglos. In Kreuzau (Kreis Düren) war wenige Stunden zuvor ein Mann tot aus dem Hochwasser führenden Drover Bach geborgen worden. Der 57-Jährige war nach einem Gaststättenbesuch nicht nach Hause zurückgekehrt und von seiner Ehefrau vermisst gemeldet worden. Die Polizei geht nach derzeitigem Stand davon aus, dass der Mann auf dem Heimweg bei Glätte ausgerutscht und in den Bach gestürzt ist.

Nach Streit in hochwasserführenden Fluss gesprungen

In Erlangen (BY) stürzte sich in der Nacht zu Samstag eine 29-Jährige nach einem Streit mit ihrem Freund in die Schwabach. Der Mann sprang hinterher und versuchte vergeblich die Frau zu fassen, ehe er sich selbst ans Ufer retten musste. Eine Suche – unter anderem mit einem Hubschrauber – brachte kein Ergebnis. Taucher konnten aufgrund der Hochwasserströmung nicht eingesetzt werden. Die Polizei geht davon aus, dass die junge Frau ertrunken ist.

In Waiblingen (Rems-Murr-Kreis, BW) hörten am Samstagabend zwei junge Männer Hilferufe aus der Rems. Ein 18-Jähriger erkannte eine Person im Wasser, sprang in den Fluss aber konnte die Person nicht mehr erreichen. Mit einem Großaufgebot suchten am Abend und am Sonntagmorgen zahlreiche Kräfte von Feuerwehr und DLRG nach dem vermeintlichen Opfer – bislang ohne Ergebnis.

Paddler hilferufend abgetrieben und verschwunden

Auf der Emmer bei Lüdge (Kreis Lippe, NW) kenterte ein 26-Jähriger Paddler und ist seitdem verschwunden. Seine 12 und 17 Jahre alten Begleiter hatten sich nch ans Ufer retten können. Ihr Kanu war bei schneller Strömung umgekippt, der Mann trieb Hilfe rufend ab, ein 45-Jähriger hatte vergeblich versucht zu helfen. Die Einsatzkräfte brachen die Suche nach mehreren Stunden ab.

In Artern (Kyffhäuserkreis, TH) ertrank offenbar ein 59-Jähriger, nachdem er mit seinem Auto auf der gesperrten B 86 ins Hochwasser der Unstrut geraten war. Das Fahrzeug wurde abgetrieben und versank. Zwischenzeitlich ist es leer gefunden worden. Eine Suche per Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera brachte kein Ergebnis.

Helfer der DLRG suchen auf der Rems in Waiblingen nach einem möglicherweise Ertrunkenen. Zwei junge Männer hatten am Abend zuvor Hilferufe gehört und ein Person im Fluss treiben sehen. Foto: Oskar Eyb
Helfer der DLRG suchen auf der Rems in Waiblingen nach einem möglicherweise Ertrunkenen. Zwei junge Männer hatten am Abend zuvor Hilferufe gehört und ein Person im Fluss treiben sehen. Foto: Oskar Eyb

4 Kommentare zu “Vermutlich sechs Tote durch Hochwasser”
  1. Martin Horn

    Das ganze ist tragisch für die Opfer, bzw. noch mehr für deren Familien… Aber warum durchfahre ich eine gesperrte Bundesstraße? Warum muss ich bei Hochwasser auf einem Fluss Kajak fahren? Und dann noch mit Kindern? Und dann müssen sich auch noch andere Menschen in Lebensgefahr begeben…

  2. Michael Klöpper

    Zu dem Vorfall in Waiblingen (BW) teilte die Polizei am 10. Januar 2011 mit:

    “Bei dem seit Samstag in der Rems vermissten Mann handelt es sich möglicherweise um einen 46 Jährigen, der sich überwiegend im Obdachlosenmilieu aufgehalten hat. Der Mann, der letztmals am Samstag gesehen wurde, hielt sich schon seit längerer Zeit überwiegend im Bereich der Waiblinger Rundsporthalle auf. Dort haben die beiden 18 Jahre alten jungen Männer auch die Hilferufe am Samstagabend vernommen. Angehörige haben mittlerweise eine Vermisstenmeldung bei der Waiblinger Polizei gemacht. Wegen des erhöhten Pegelstandes in der Rems wurden heute keine Suchmaßnahmen durchgeführt.”

  3. Michael Klöpper

    Das Polizeipräsidium Südhessen teilt am 13. Januar 2011 mit:

    “Am Donnerstag (13.) stürzte gegen 15.30 Uhr ein Mann in Höhe eines Campingplatzes an der Schönauer Straße in die Hochwasser führende Steinach. Wie genau der Verunglückte in den reißenden Fluss fallen konnte, ist zurzeit nicht bekannt. Rettungskräfte (Feuerwehr, DLRG, DRK und Polizei) sind im Einsatz und haben alle Brücken Richtung Neckar besetzt. Ein Polizeihubschrauber ist in der Luft und versucht mit Hilfe einer Wärmebildkamera eine Spur des Mannes aufzunehmen. Die Suchaktion hält aktuell mit Hochdruck an. Bei dem Verunglückten handelt es sich um einen 59 Jahre alten Mann aus Neckarsteinach.”

  4. Peter Kern

    Zu dem Vorfall in Waiblingen (BW)

    Der Vermisste Obdachlose wurde am 18.01.2011 Tot von einer Sandbank in der Rems in Waiblingen-Hegnach geborgen.

    Eine Fremdeinwirkung wird von der Polizei ausgeschlossen.

    Wunderlich war das der Tote trotz des extremen Hochwasser im Rems-Murr Kreis “nur” ca. 9 km vom Ort des verschwindens abgetrieben wurde.

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