Sprung in den Main endet offenbar tödlich

Aschaffenburg (BY) – Es war eine offenbar tödliche Flucht vor der Polizei: Am frühen Mittwochmorgen ist ein Mann, den eine Streifenbesatzung der Aschaffenburger Polizei kontrollieren wollte, in den Main gesprungen und dort untergegangen. Eine groß angelegte Suchaktion, an der neben der Polizei auch ein Großaufgebot von Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst beteiligt war, musste nach über einer Stunde ergebnislos abgebrochen werden.  

Feuerwehrleute suchen von einem Boot aus nach dem Vermissten. Foto: Ralf HettlerNach einem Apothekeneinbruch in Stockstadt fahndeten die Beamten nach dem oder den möglichen Tätern. Dabei wollte eine Streifenbesatzung der Aschaffenburger Polizei gegen 2.30 Uhr einen Fahrradfahrer kontrollieren, der mit mehreren Taschen unterwegs war. Der Mann erhöhte allerdings sein Tempo und versuchte, vor der Streife zu flüchten. In der Folge wurde er mehrmals über Außenlautsprecher aufgefordert stehen zu bleiben. Nach einigen Metern stieg der Unbekannte hastig von seinem Fahrrad und rannte direkt die Böschung hinunter an das nahegelegene Mainufer. Dort ging er dann weiter in Richtung Stockstadt.

Mann droht in den Main zu springen

Als die beiden Beamten schließlich auf ihn zugingen, drohte er sofort, in den Main zuspringen, falls jemand näher kommen sollte, wobei er die Polizisten mit einem Messer bedrohte. Der Streifenbesatzung gelang es in der Folge, den Mann in ein langes Gespräch zu verwickeln, was letztendlich aber nicht dazu führte, dass dieser aufgab.

Im Verlauf waren weitere Streifenfahrzeuge der Polizei, ein Großaufgebot der Feuerwehr, Wasserwacht und des Rettungsdienstes angefordert worden. Unter ständigem guten Zureden war es einem Beamten gelungen, bis auf wenige Meter an den Unbekannten heranzukommen. Als der Mann dann eine Zigarette verlangte, wollte ihn der Polizist vom Ufer wegziehen. Er riss sich jedoch los, sprang in das Wasser und schwamm gezielt in Richtung Mitte des an dieser Stelle rund 150 Meter breiten Flusses. Dort hielt er sich wenige Minuten über Wasser und ging unter. Der Polizeibeamte sprang kurz danach hinterher, konnte den Mann allerdings nicht mehr retten.

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Etwa 75 Feuerwehrleuten aus Stockstadt und Mainaschaff sowie einer Werkfeuerwehr suchten den Main systematisch ab. Im Einsatz war auch eine Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg. Die Rettungsleitstelle hatte vorsorglich einen Notarzt entsandt, der sich auch um den Polizeibeamten kümmerte, der unter Einsatz seines Lebens in das Wasser gesprungen war. Der 39-Jährige hatte es nur unter größter Kraftanstrengung geschafft, wieder an das Ufer zu kommen. Nach Aussage von Fachleuten ist ein Aufenthalt in dem kalten Wasser ab fünf Minuten extrem lebensgefährlich.

Nach gut einer Stunde wurde die Rettungsaktion angebrochen, weil sie keinen Erfolg mehr versprach. Hinweise darauf, um wen es sich bei dem im Main untergegangen Mann handelt, liegen bislang nicht vor. Die Ermittlungen der Aschaffenburger Polizei dauern an. (Foto: Ralf Hettler)

Ein Kommentar zu “Sprung in den Main endet offenbar tödlich”
  1. Michael Klöpper

    Die Polizei teilte am 5. Januar zu dem Vorfall mit:

    “Nachdem am frühen Mittwochmorgen ein Mann vor den Augen der Polizei in den Main gesprungen und kurz danach untergegangen ist, laufen die Ermittlungen der Aschaffenburger Polizei weiter auf Hochtouren. Nach wie vor steht nicht fest, um wen es sich bei der Person handelt, die zuvor einer Kontrolle unterzogen werden sollte. Auch eine Absuche des betreffenden Mainabschnitts bei Tageslicht brachte keine neuen Erkenntnisse.

    Nachdem nicht damit gerechnet werden kann, den Unbekannten noch lebend aufzufinden, versprechen weitere Suchmaßnahmen keinen Erfolg. Auch die von dem Mann an seinem Fahrrad mitgeführten Taschen brachten keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Identität des Mannes. Der Unbekannte hatte verschiedene Kleidungsstücke wie eine Regenjacke, Sweatshirts, Hosen und Turnschuhe bei sich. Unter den Sachen in den Taschen befanden sich auch Einwegrasierer und ein Handtuch. Bei dem Fahrrad, mit dem der Mann unterwegs war, handelt es sich um ein silberfarbenes Damenrad der Marke Kalkhoff.”

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