Spektakulärer Arbeitsunfall in Kanal

Geesthacht (SH) – Spektakulärer Unfall mit glücklichem Ausgang in der Kanalisation von Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg: Ein Arbeiter (45) wurde am Donnerstag von einer Abwasserwelle mitgerissen, als er im unterirdischen Rohrnetz an der Lauenburger Straße arbeitete. 300 Meter weiter konnte er von der Feuerwehr gerettet werden.

Einsatzkräfte retten einen verunfallten Kanalarbeiter. Foto: Timo JannGegen 9.20 Uhr war der Mann in die Kanalisation gestiegen, um dort im Rahmen einer 2010 erfolgten Rohrsanierung letzte Arbeiten zu erledigen. Um sich in dem Rohr bewegen zu können, legte er sich auf ein Rollbrett, das ein Kollege auf der Straße an einer Leine halten sollte. Mit einem aufblasbaren Ballon hatten die Männer zuvor das Rohr abgedichtet und das Abwasser dahinter aufgestaut. So war der eigentliche Kontrollbereich trockengelegt. “Plötzlich ist das Kanalei geplatzt und die dahinter aufgestaute Flutwelle hat mich mitgerissen”, berichtete das Opfer später. 300 Meter weit spülte ihn das Abwasser durch die Kanalisation von der Lauenburger Straße bis in die Marktstraße. “Das war deutlich schneller, als ich Fahrrad fahre”, scherzte der Arbeiter nach seiner Rettung. An einem Kanalschacht konnte er sich festklammern, unter ihm rauschte das Abwasser vorbei.

Passanten informierten über den Notruf Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei. Die Retter suchten die Schächte in der Umgebung der Unglücksstelle fieberhaft ab und konnten den Verunglückten an der Marktstraße entdecken. Sie retteten ihn und holten den Arbeiter zurück auf die Straße.

Bei seiner rasanten Fahrt durch den Abwasserkanal zerfetzte sich der 45-Jährige seinen Schutzanzug und die Kleidung darunter. Die Arme waren von blutigen Schürfwunden übersät. Der Kollege (46), der die Sicherungsleine aus Nylon halten sollte, musste ebenfalls vom Rettungsdienst behandelt werden. Er hatte sich, als die Flutwelle den Rollwagen fortspülte, beim Versuch das Seil zu halten blutige Schnittwunden zugezogen. (Text und Foto: Timo Jann)

3 Kommentare zu “Spektakulärer Arbeitsunfall in Kanal”
  1. Diese B-Klasse nutzt ein ehrenamtlicher Reservenotarzt der DLRG. Der kommt damit immer dann zum Einsatz, wenn der hauptamtliche Notarzt, der den in Schleswig-Holstein typischen X5 fährt, anderswo gebunden ist. Also absolut sinnvoll, oder, wie Sven es nennt, zweckmäßig. Denn Notarzt & Ausrüstung haben darin locker Platz.

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