Schwierige Leichenbergung im Wattenmeer

Norden (NI) – Eine Leiche musste die Freiwillige Feuerwehr Norden (Kreis Aurich) am Mittwochnachmittag aus dem Nationalpark Wattenmeer bergen. Urlauber hatten diese beim Spaziergang im Watt vor Ostermarsch entdeckt und die Polizei benachrichtigt. Für die Feuerwehr ein schwieriger Einsatz, denn die Einsatzstelle lag abgelegen zwischen Festland und der Insel Norderney, weit im Wattenmeer.

Die Feuewehr Norden bahnt sich den mühsamen Weg durch das Watt um eine Leiche zu bergen. (Foto: T. Weege)Vom Deich aus war der Leichnam nur per Fernglas zu erkennen. Vermutlich ist er dort bei Hochwasser angetrieben worden und bei Ebbe auf dem frei gewordenen Meeresgrund liegen geblieben.  Die Anfahrt für die Einsatzfahrzeuge an den Flutsaum, war nur über einen Umweg und durch von Schafen und Jungbullen beweidetem Gebiet möglich. Nachdem es für die Fahrzeuge nicht mehr weiterging, mussten die zwölf Feuerwehrleute ihre Ausrüstung noch rund 300 Meter über eine sogenannte Buhne und einen Leitdamm tragen. Beides sind steinerne Bauwerke im Watt, die dem Küstenschutz bei Sturmfluten der Nordsee dienen.

Zuletzt mussten sich vier Helfer und Helferinnen die letzten 70 Meter durch das Watt in Wathosen bahnen. Ein besonderer Kraftakt, denn die Gummikleidung saugte sich förmlich im Schlick fest. Ohne diese Hosen ging es jedoch nicht, denn an dem Fundort sammeln sich besonders viele scharfkantige Muscheln an, die leicht tiefe Schnittwunden verursachen können. Nachdem die Leiche erreicht wurde, hoben die Feuerwehrleute sie in eine Schleifkorbtrage. Die verbleibenden Feuerwehrmänner und Polizisten auf dem Leitdamm zogen die Trage mit Leinen zurück. Anschließend wurde die Leiche zum Deichfuß getragen und einem Bestatter übergeben. Die Polizei ermittelt nun die Herkunft der Person sowie die Umstände die zum Tod geführt haben. (Foto: T. Weege)

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