Schweres Unwetter fordert mehrere Verletzte

Gelsenkirchen/Aurich – Eine schwere Gewitterfront ist am Montag über West- und Norddeutschland hinweggezogen und hat dabei teils erhebliche Schäden verursacht. Mehrere Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Orkanartige Böen ließen nicht nur zahlreiche Bäume umstürzen, sondern brachten sogar ganze Dächer zum Einsturz.

Sturmschaden in Ratingen. Foto: Feuerwehr RatingenBesonders betroffen war die Stadt Neuss. Unweit des Bahnhofes stürzten reihenweise Dachziegel auf die Straße, ein Kleintransporter wurde von einem Flachdach getroffen und erheblich beschädigt. Die Umgebung musste durch Feuerwehr und Polizei abgesperrt werden.

Über Gelsenkirchen zog das Unwetter ab 12.30 Uhr. Binnen weniger Minuten ging eine große Anzahl von Hilfeersuchen in der Feuerwehrleitstelle ein. In einigen Fällen waren durch die Sturmböen Bäume auf fahrende und auf parkende Pkw gefallen. Einige Personen waren auch kurzzeitig in ihren Fahrzeugen eingeschlossen, alle konnten jedoch schnell befreit werden. Viele Bäume stürzten auf Straßen, Wege oder auch auf Häuser. Dachziegel und Dachfenster drohten herunter zu stürzen.

In der Bonner Innenstadt stürzte durch heftige Windböen ein rund zweieinhalb Meter hoher Holzbauzaun auf einer Länge von etwa 20 Metern um und traf mehrere Passanten. Eine 62-jährige Frau erlitt dabei schwere Verletzungen. Nach notärztlicher Behandlung vor Ort wurde sie mit einem Rettungswagen in ein Bonner Krankenhaus gebracht. Nach Auskunft der behandelnden Ärzte besteht derzeit Lebensgefahr. Fünf weitere Personen, darunter auch ein Kleinkind, erlitten leichte Verletzungen. Im Stadtteil Holzlar erfasste eine Böe eine 16-jährige Rollerfahrerin. Die Jugendliche prallte gegen einen geparkten Kleinbus und erlitt ebenfalls leichte Verletzungen.

Gegen 12.10 Uhr richteten starke Windböen und nachfolgender Starkregen zahlreiche Schäden in Ratingen an. In den meisten Fällen waren Kraftfahrzeuge oder Gebäude durch herabstürzende Äste oder umgestürzte Bäume beschädigt worden. Im Stadtteil Tiefenbroich wurden die Dächer mehrerer Häuser durch eine Windböe beschädigt bzw. teilweise abgedeckt. Im Stadtteil West wurde ebenfalls durch eine Windböe das Dach einer Lagerhalle abgehoben, die darunter befestigte, abgehängte Deckenkonstruktion brach auseinander und stürzte unter anderem auf zwei Personen. Die Personen wurden leicht verletzt und konnten vor Ort behandelt werden.

Im Kreis Kleve waren etliche Straßen durch umgestürzten Bäume bzw. herabgefallene Äste blockiert. In einem Fall stürzte auf der Bundesstraße 8 ein Baum auf einen fahrenden Pkw. Die Fahrerin des Autos blieb unverletzt, an dem Auto jedoch entstand Totalschaden. Zwischenzeitlich war auch die Bahnstrecke zwischen Weeze und Kevelaer durch einen auf die Gleise gefallenen Baum versperrt. Innerhalb weniger Minuten gingen bei der Polizeileitstelle hunderte von Notrufen ein. In Teilen des Kreises fiel der Strom aus. In Kalkar-Appeldorn wurde vermutlich durch Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand gesetzt.

Die Feuerwehr Essen zählte rund 170 witterungsbedingte Einsätze. Im Stadtteil Steele stürzte ein Baum auf ein Taxi, der Fahrer musste mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. In Essen-Huttrop hob eine mächtige Böe das Flachdach eines Hochhaus-Treppenhauses an und ließ es aus etwa 30 Metern Höhe zu Boden krachen. Am Baldeneysee kenterte ein Boot, noch vor Eintreffen der Feuerwehr hatte sich der Wassersportler jedoch selbst in Sicherheit gebracht. Sowohl die Straßenbahnen als auch die Bundesbahn wurden durch querliegende Bäume auf den Gleisen und Äste in den Oberleitungen behindert.

Auch im Landkreis Aurich mussten zahlreiche Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk ausrücken. Die Schäden in der Samtgemeinde Hage sind erheblich, dort wurden auch mehere Dächer abgedeckt. Die beiden Einsatzeleitwagen (ELW 2) des Landkreises Aurich aus Norden und Middels wurden alarmiert, um die Leitstelle Aurich zu unterstützen.

Gegen 15.15 Uhr soll nach Angaben der Feuerwehr Pinneberg ein Tornado über die der Insel Helgoland vorgelagerten Badeinsel Düne hinweggefegt sein. Dabei sind nach derzeitigen Kenntnissen elf Personen verletzt worden. Sie trugen größtenteils Knochenbrüche davon. Die Verletzten wurden in der Paracelsus-Nordseeklinik auf Helgoland versorgt. Die Unverletzten wurden nach Abklingen des Sturmes mit Booten auf die Hauptinsel übergesetzt und vorübergehend in der Schule untergebracht.

Ein Kommentar zu “Schweres Unwetter fordert mehrere Verletzte”
  1. Michael Klöpper

    Am Abend wurde bekannt: Bei dem Unwetter sind bundesweit mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. In Weener und Nordhorn (Niedersachsen) wurden Frauen durch Bäume erschlagen, in Köln starb eine Rollstuhlfahrerin, als sie in einer Untführung Schutz suchte und dort von einem Lkw erfasst wurde.

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