Qualm im Zug sorgt für Großeinsatz

Schwarzenbek (SH) – Alarm in einem Regional-Express der Deutschen Bahn: Am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr mussten der Rettungsdienst aus den Kreisen Lauenburg und Stormarn, die Freiwillige Feuerwehr Schwarzenbek (Kreis Herzogtum Lauenburg) sowie die Polizei mit einem Großaufgebot im Bahnhof von Schwarzenbek anrücken, nachdem zahlreiche der 150 Fahrgäste des Zuges auf dem Weg von Hamburg nach Rostock in Höhe des Sachsenwaldes plötzlich über Atemnot geklagt hatten. Beißender Qualm einer offenbar heiß gelaufenen defekten Bremsanlage war in die Waggons gezogen und hatte den Passagieren die Luft zum Atmen geraubt.

Feuerwehrleute kontrollieren im Bahnhof Schwarzenbek nach einer Rauchentwicklug einen Zug. Foto: Timo Jann“Zum Glück entspannte sich die Lage relativ schnell”, erklärte Norbert Brackmann, der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes. Mehr als 100 Helfer waren zur Versorgung der zunächst 150 Betroffenen angerückt. Brackmann: “Wir mussten dann aber nach einer Sichtung der Fahrgäste doch nur drei Verletzte in die Krankenhäuser bringen.”

Der Regional-Express war planmäßig um 20.30 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof abgefahren. “Etwa in Höhe Wohltorf habe ich zum ersten Mal den Gestank wahrgenommen.”, berichtete Volker K. aus Schwarzenbek. Der 68-Jährige war einer der Passagiere im Zug. “Es roch wie eine angezogene Handbremse am Auto, mit der man fahren würde”, sagte er.

Fahrgäste informierten die Zugbegleiterin, die sich gerade in der 1. Klasse aufhielt. Die meldete den Zwischenfall dem Zugführer. Der stoppte den Regional-Express daraufhin im Sachsenwald. “Da konnten wir dann etwas Luft schnappen, ehe der Zugführer die Fahrt fortsetzte”, sagte K. nach der Evakuierung des Zuges. Die Entscheidung des Zugführers sorgte dafür, dass die alarmierten Rettungskräfte im Schwarzenbeker Bahnhof einen optimalen Zugang zu den Waggons hatten. “Im Sachsenwald ist das Erreichen eines Zuges nur sehr schwer möglich”, erklärte Schwarzenbeks Wehrführer Martin Schröder. So konnten die Retter die Betroffenen auf dem Bahnsteig sichten und schließlich drei Verletzte mit Rettungswagen in Krankenhäuser bringen.

Mit einer Stunde Verspätung setzte der Zug schließlich seine Fahrt nach Rostock fort. Der Zugführer (52) hatte im Schwarzenbeker Bahnhof die defekte Bremse kurzerhand außer Betrieb genommen und war weitergefahren. (Text und Foto: Timo Jann)

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: