Rutschpartie in Karlstein

Mysteriöse Flüssigkeit sorgt für Verkehrschaos

Karlstein (BY) – Die Feuerwehr Karlstein wurde am Montag zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen: Eine unbekannte Flüssigkeit machte die Fahrbahn in einem Kreisel spiegelglatt und konnte erst nach aufwendigen Analysen entfernt werden.

Die Leistelle alarmierte die Feuerwehr Karlstein am Montag gegen 18.50 Uhr mit dem Einsatzstichwort “Straße reinigen” in den Bereich eines Kreisels in Karlstein. Nach Standardeinsatzregel Ölspur rückten der Gerätewagen Umweltschutz, das Tanklöschfahrzeug und der Einsatzleitwagen aus. Vor Ort angekommen, stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich auf einer Länge von geschätzten 150 Metern eine weiße Flüssigkeit ausgebreitete hatte. Mehrere Verkehrsteilnehmer waren bereits auf der Fläche ins Rutschen gekommen.

Einsatzstelle nachts
Die Feuerwehr Karlstein leuchtete die Einsatzstelle in der Nacht aus. Foto: FF Karlstein

Als erste Maßnahme sperrten die Einsatzkräfte den Kreisverkehr halbseitig, sowie die betroffene Ausfahrt voll ab. Mit diversen Teststreifen und auch Ölnachweispapier konnte der Stoff nicht weiter eingeordnet werden, wie der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Karlstein mitteilte. Der eingesetzte Chemikalienbinder zeigte keine Wirkung. Die Einsatzkräfte entschlossen sich daraufhin, das Eintreffen des bereits angeforderten Straßenbaulastträgers (Staatliches Bauamt) abzuwarten.

Nachdem sich auch das Staatliche Bauamt ein Bild von der Situation gemacht hatte, beorderten sie eine Nassreinigungsmaschine an die Einsatzstelle. Nach bereits einem Meter Nassreinigung begann die Oberfläche zu verseifen, weshalb auch diese Maßnahme abgebrochen werden musste. Anschließend folgten Versuche mit verschiedenen Ölbindemitteln und trockenem Sand. Alles vergeblich.

Einsatzstelle nachts, Mann mit Besen
Die Einsatzkräfte testeten über 15 Mittel, um die mysteriöse Flüssigkeit zu entfernen. Nichts zeigte Wirkung. Foto: FF Karlstein

Daraufhin entschied der Einsatzleiter, den Kreisbrandmeister für ABC-Gefahren an die Einsatzstelle zu alarmieren. Dieser schickte eine Probe des Materials mit dem Komandowagen zur Feuerwehr Frankfurt am Main. Die Analyse dort ergab, dass es sich bei dem mysteriösen Stoff um Lanolin („Wollwachs“) handelte. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Reinigungsversuche optimiert werden. Die Feuerwehr Karlstein testete über 15 weitere Mittel wie Benzin, Essigsäure, verschiedenste Alkohole und Spezialreiniger vor Ort. Das Wollwachs konnte immer noch nicht von der Fahrbahn entfernt werden. Letztendlich entschied die Einsatzleitung die Sperrung aufrecht zu erhalten und mit Ampeln auszustatten. 

Mit heißem Wasser, welches per Hochdruckvakuumverfahren auf die Fahrbahn aufgebracht wurde, konnte das Wollwachs schließlich entfernt werden. Die Feuererwehr leuchtete die Einsatzstelle mit einem Lichtmastanhänger bis zum Tagesanbruch aus. An der Einsatzstelle waren durchgehend 12 Kräfte im Einsatz.

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