Medizingerät sorgt für Strahlenschutz-Einsatz

Nordhorn (NI) – Einen größeren Einsatz von Polizei und Feuerwehr in Nordhorn (Grafschaft Bentheim) hat am Montagnachmittag der Hinweis auf ein altes Medizingerät ausgelöst. Bei einer Firma in der Blanke hatte es laut Polizei Hinweise an die Beamten gegeben, dass sich dort ein Diagnostikgerät befindet, in dem Cäsium 137 verbaut ist. Um der angeblichen Strahlengefahr auf den Grund zu gehen, hatte die Polizei die Feuerwehr Nordhorn zur Unterstützung angefordert.

Um 14.15 Uhr alarmierte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle die Ortsfeuerwehr Nordhorn mit einem Gefahrgutalarm (GG3). Doch statt einen Einsatzort und Details zur Einsatzart durchzugeben, sollten sie die Einsatzkräfte am Feuerwehrhaus sammeln. Nur wenige Minuten später war der Gefahrgutzug einsatzbereit.

Gefahrguteinsatz in Nordhorn. Foto: Stephan KonjerNach einigen Minuten rückten die Feuerwehrfahrzeuge bis zur etwa 500 Meter entfernten Polizeiwache vor. Gemeinsam mit zwei Fahrzeugen und mehreren Beamte der Technischen Ermittlungsgruppe Umwelt (TEGU) der Polizeiinspektion Grafschaft Bentheim/Emsland ging es dann ohne Sondersignale in den Nordhorner Stadtteil Blanke. Die Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr begannen das Firmengelände vorsorglich abzuriegeln, währenddessen nahmen Umweltmesstrupps der Polizei Strahlenmessungen auf dem Gelände und später auch im Werkstattgebäude und an dem betreffenden Diagnosegerät vor. Dabei wurden jedoch keine erhöhten Aktivitätswerte gemessen. Gegen 15.30 Uhr gaben die Behörden Entwarnung: das über 40 Jahre alte Diagnosegerät enthalte zwar geringste Mengen Cäsium, sei aber völlig unversehrt. Eine gefährdende Strahlung gehe von ihm nicht aus. Daraufhin wurde der Einsatz abgebrochen, die Feuerwehr konnte die Absperrungen aufheben und abrücken.

„Die Einsatzkräfte haben ein mehr als 40 Jahre altes medizinisches Diagnosegerät gefunden“, bestätigte ein Polizeisprecher am Abend. Das Gerät enthält – wie üblich – eine Kleinstmenge des radioaktiven Cäsium-Isotops Cs137. Das Gerät sei jedoch, so die Polizei, völlig unversehrt und sende keine überhöhten Strahlendosen aus. Unklar ist bislang, woher das Uraltgerät stammt. Nach Angaben des Firmeninhabers war es offenbar Teil eines Altwaren- und Altgerätebestandes aus der Übernahme eines früheren Unternehmens. Jahrelang stand es wohl unbeachtet in einer Ecke. Jetzt soll das Diagnosegerät durch eine Fachfirma ordnungsgemäß entsorgt werden. (Text und Fotos: Stephan Konjer)

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