Land unter im Großraum Rostock

Rostock (MV) – In den vergangenen Tagen wurde der Nordosten Deutschlands mehrfach von heftigen Regengebieten heimgesucht. In der Nacht zu Samstag gab es erneut extrem ergiebigen Dauerregen, so dass sich die Lage weiterhin anspannte. Besonders betroffen ist der Großraum Rostock. Dort kam es zu weitreichenden Überflutungen. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) waren im Dauereinsatz.

Hochwasser durch Unwetter mit Starkregen in Rostock. Foto: NonstopnewsEgal wo hin das Auge reicht, überall nur Wasser. In und um Rostock sind zahlreiche Straßen, Keller, Häuser, Kleingartenanlagen und Felder überschwemmt worden. Die Entwässerungsgräben und Abwasserkanalisationen schafften es nicht, die Wassermassen abzuleiten. Durch den tagelangen Regen sind auch die Böden nicht mehr in der Lage Wasser aufzunehmen. Mancherorts hatte man über 200 Liter Niederschlag in 48 Stunden gemessen. In Graal-Müritz drohte ein riesiges Regenwasserrückhaltebecken überzulaufen. Dort wurde extra eine Art Pipeline mit leistungsstarken Pumpen errichtet, um die Wassermassen direkt in die Ostsee zu pumpen. Die Feuerwehren und das THW sind seit Tagen pausenlos im Einsatz. Im Rostocker Stadtteil Evershagen wurden nach THW-Angaben 30 Kubikmeter Wasser pro Minute gefördert. Neben den aufwändigen Pumparbeiten mussten die Helfer auch unzählige Sandsäcke füllen und unterspülte Bäume fällen, bevor sie unkontrolliert umstürzen konnten. Die Höhe der witterungsbedingten Schäden, sind noch nicht abzusehen. (Foto: Nonstopnews)

2 Kommentare zu “Land unter im Großraum Rostock”
  1. Michael Bürger

    Da war bestimmt Katastrophenalarm ausgelöst worden. Da sind bestimmt andere Feuerwehren von anderen Landkreise gekommen. War das fast so schlimm wie das Jahrhunderthochwasser damals oder knapp vorbei. Ich weiß noch wie meine Feuerwehr damals in Dessau zur Unterstützung war. Sind die Einsätze schon abgearbeitet oder dauern die noch an.

  2. Ralf Gesk

    Die Unwettereinsätze im Stadtgebiet Rostock hatten nicht das Ausmaß der Oder- bzw. Elbhochwasser in den letzten Jahren. Nur am 29.07.2011 wurde für die Koordinierung der rückwertigen Maßnahmen (Organisation Sandsackbefüllung und Antransport, Verpflegung und Pressearbeit) ein Führungstab in der Berufsfeuerwehr eingerichtet.
    Im Stadtteil Evershagen waren mehrere Straßenzüge von den Wassermassen betroffen, die von angrenzenden Obstplantagen stammten. Die vorhandenen Regenwasserkanalisation konnte diese Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sich das überschüssige Wasser seinen Weg über die Straßen und Gärten bzw. teilweise durch die neuerbauten Eigenheime suchte. Das Wasser kam durch die Starkniederschläge (bis 10Liter/m2/Stunden bzw. 100Liter/m2/24Stunden) so schnell und heftig, dass kaum Gegenmaßnahmen seitens der Feuerwehr bzw. des THW möglich waren. Die sofortige Zuführung der verlasteten Sandsackreserven wurde dankend durch die betroffenen Bürger zum Schutz ihrer Häuser angenommen.
    Erst als die Regenfälle nachließen, verringerten sich die Wassermassen von den Feldern. Innerhalb von 30 Stunden wurden die betroffenen Straßenzüge zweimal überflutet bzw. durch natürliches Abfließen bzw. Einsatz von Tauchpumpen, Fahrzeugpumpenund Tragkraftspritzen trocken gelegt.
    Tauchpumpen des THW wurden vorrangig zur Entlastung der Kanalisation und damit zur Reduzierung des Wasserdrucks auf Engstellen eingesetzt.
    In anderen Stadtteilen sind Regenrückhaltebecken übergelaufen. Im Stadtgebiet Rostock waren nur die 5 Freiwilligen Feuerwehren und die 3 Berufsfeuerwehrwachen sowie Einheiten des THW im Einsatz.
    Der angrenzenden Landkreis Bad Doberan hatte genügend eigene Einsatzstelle (siehe Graal Müritz, Labrechtshagen). Berichte sind unter der Homepage NDR, Nordmargazin abrufbar.

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