Feuerwehr kam schnell, aber doch zu spät

Walsrode (NI) – Am Freitagabend ist in Walsrode-Schneeheide (Heidekreis) ein Wohnhaus in Brand geraten. Ein Kind war von den Flammen eingeschlossen. Nur wenige hundert Meter vom Brandort entfernt hielten Feuerwehrleute zu diesem Zeitpunkt eine Übung ab. Blitzschnell waren sie daher vor Ort, doch wegen der rasanten Brandausbreitung gab es für den achtjährigen Jungen keine Rettung. Das Feuer entwickelte sich zu einem Großbrand und hielt 160 Einsatzkräfte in Atem.

Gebäudebrand in Schneeheide. Obwohl die Feuerwehr direkt von einer nahegelegenen Übung anrückt, stirb ein Kind in den Flammen. (Foto: Polizei)-2013Die Kameraden der Feuerwehren Westertimke und Steinfeld (Kreis Rotenburg) führten am Freitagabend eine Heißübung an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Schneeheide durch. In einer gasbefeuerten Übungsanlage sollten die Atemschutzgeräteträger (AGT) das richtige Vorgehen im Innenangriff üben. Während der Übung wurden die Feuerwehrleute von einem realen Einsatz überrascht. Nach einem der ersten Durchgänge in der Anlage, heulten Sirenen in der Umgebung. Die Einsatzkräfte schauten sich um und sahen nur unweit von der FTZ eine dunkle Rauchsäule aufsteigen. Mit zwei Tragkraftkraftspritzenfahrzeugen (TSF) fuhren die Übungsteilnehmer und deren Ausbilder zur Einsatzstelle. Die AGT hatten noch die Pressluftatmer von der Übung geschultert. Zwei Kameraden waren schon zu Fuß vorgeeilt.

Gebäude brennt in voller Ausdehnung

Aus dem Dach des alten Bauernhauses schlugen schon die Flammen. Eine Frau gab an, dass noch ein Kind in dem Haus sei. Sie konnte auch angeben, wo es sich ungefähr aufhalten sollte. Zwei Trupps betraten darauf sofort das Haus, um nach dem vermissten Kind zu suchen. Da die TSF kein Löschwasser mitführen, mussten die übrigen Helfer erst einen Hydranten suchen und eine Schlauchleitung zu einer TS  verlegen. Als der Löschangriff stand, traf die Feuerwehr Walsrode ein und konnte mit dem bereitstehenden Material sofort in den Innenangriff starten. Eine Wärmebildkamera sollte bei der Personensuche helfen.

Doch die Hitze in dem Gebäude war zu groß. So konnten die AGT nicht in den Raum vordringen, in dem sich der Junge befinden sollte. Das Feuer war im Erdgeschoss ausgebrochen und hatte sich bis ins Dachgeschoss als Gebäudevollbrand ausgebreitet. Nachdem das Feuer weitestgehend gelöscht war, gab es für alle Beteiligten traurige Gewissheit – der Junge hatte nicht überlebt. Seine Mutter und seine Schwester erlitten einen Schock und wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Rund 160 Feuerwehrleute aus den umliegenden Orten, darunter eine zweite Drehleiter aus der Nachbarkreisstadt Verden, waren bis spät in die Nacht im Einsatz. Anschließend setzten sie sich noch zu einer Nachbesprechung zusammen. (Foto: Polizei)

6 Kommentare zu “Feuerwehr kam schnell, aber doch zu spät”
  1. Schrecklich.. Vorallem wenn man ganz genau weiß, dass da noch ein Kind drinsteckt. 🙁 Mein Beileid an die Familie und viel Kraft an alle Einsatzkräfte. Ich weiß wie sehr sowas einen belasten kann…

  2. feuerriedel

    Wieder ein Kind beim Brand umgekommen, wieder ein Opfer zu viel.
    Nun ist mir nicht ganz bekannt, wo Walsrode liegt, Niedersachsen? lt. Redaktionsangabe.
    Leider können sich unsere Regierungsherren in Sachsen nicht dazu durchringen, Rauchmelder zumindest in Neubauten zur Pflicht zu machen, dann würden evtl. auch in Altbauten welche nachgerüstet. Wieviel Kinder könnten gerettet werden, wenn ein Rauchmelder installiert ist. Sicher waren hier günstige Umstände und die Feuerwehr schnell vor Ort. Wunder können auch wir Feuerwehrleute auch trotz Rauchmelder nicht vollbringen. Dennoch konnte größerer Schaden verhindert werden, umso tragischer für die Eltern.

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