Viele Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt

Titisee-Neustadt (BW) – Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) sind am Montag zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Feuer starben 14 Menschen, sieben weitere erlitten teils schwere Verletzungen.

Der Brand in der holz- und metallverarbeitenden Werkstatt war gegen 14 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr sei zunächst aufgrund einer ausgelösten Brandmeldeanlage alarmiert worden, hieß es. Nach Angaben der Polizei soll es in einem Lager der Werkstatt zu einer Explosion gekommen sein, Zeugen wollen einen Knall vernommen haben. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Dachstuhl des Gebäudes, Eingeschlossene riefen aus dem Rauch um Hilfe. In der Folge entwickelte sich ein Großeinsatz zahlreicher Feuerwehr- und Rettungskräfte aus der Region.

In der Werkstatt der Caritas sind rund 130 Menschen beschäftigt. Etwa 50 bis 60 Behinderte und Angestellte der Einrichtung konnten sich selbst retten bzw. sind von der Feuerwehr gerettet worden. Einige Opfer wiesen teils schwere Brandverletzungen auf. Vor Ort waren auch mehrere Rettungs- bzw. Polizeihubschrauber.

Bei den Toten soll es sich sowohl um Behinderte wie auch Betreuer handeln. Von den verletzten Opfern schwebt keiner in Lebensgefahr. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Innenminister Reinhold Gall eilten noch am Nachmittag zur Brandstelle.

30 Kommentare zu “Viele Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt”
  1. Mein beileid an die Angehörigen und auch an die Kameraden der eingesetzten Wehren da ich selbst eine behinderte Schwester habe kann ich mir vorstellen wie es allen Beteiligten im Augenblick geht

  2. ohne irgenjemanden Vorzuverurteilen kann ich aus jahrelanger Berufserfahrung in der Behindertenarbeit nur dazu sagen, dass viele die Kosten für Brandschutzmaßnahmen einsparen – die Ordnungsbehörden auch nicht kontrolieren! Frei nach denm Motto “Es wird schon nichts passieren!” Mein aufrichtiges Beileid mit den Angehörigen und den Einsatzkräften

  3. Ich bin sowohl Mitarbeiter der Rhein-Sieg-Werkstätten in Troisdorf als auch aktives Mitglied der FF Siegburg und mein Mitgefühl ist bei allen Beteiligten und auch bei den Angehörigen.
    Es muß dringend etwas geschehen, damit sich so etwas nicht wiederholen kann. Das kann nicht eine Institution alleine! Hier müssen die Feuerwehr, die Ordnungsämter und auch die Werkstätten sich zusammensetzen. Behinderte sind auch Menschen und sie reagieren völlig anders als normal denkende Menschen. Das darf man niemals vergesen!

  4. Ich wünsche euch, daß ihr daß schnell verarbeitet, Kameraden

  5. ebenfalls mein Beileid es ist wirklich sehr traurig hätte dieses drama aber auch vieleicht verhindert werden können ist es nicht schlimm das behinderte in einer Werkstatt arbeiten ????? fehlt einfach personal um menschen zu betreuen und in diesem fall rechtzeitig zu evakuieren fragen fragen fragen selbst bei uns in der freiwilligen feuerwehr merkt man das der ein oder andere Wehrdienstverweigerer fehlt so fehlen halt auch zivildienstleistende wo menschen richtig viel hilfe brauchen wenn ich ans alt werden denke wird mir richtig übel aber wir alle tuen ja nur unseren job nochmals mein beileid

  6. Christian

    @Enrico:

    >>ist es nicht schlimm das behinderte in einer Werkstatt arbeiten ?????

    Nein, das ist nicht schlimm. Es ist ein Teil ihrer Integration in die Gesellschaft. Ich habe eine zeitlang beruflich mit einer Behindertenwerkstätte zu tun gehabt und war erstaunt, was die da alles machen (u.a. Umgang mit Gefahrstoffen, Holz- und Metallbearbeitung auch mit “gefährlichen” Maschinen etc.). Jene Werkstatt war nach mehreren Qualitätsmanagementsystemen zertifiziert und hat u.a. für die Autoindustrie produziert. Die Menschen dort haben körperliche und / oder mentale Defizite, sie lernen und arbeiten langsamer, sie brauchen – je nach individueller Verfassung – mehr oder weniger Aufmerksamkeit durch die Betreuer und ggf. besondere Hilfsmittel, aber sie sind nicht dumm! Ich habe dort behinderte Menschen gesehen, die morgens mit leuchtenden Augen zur Arbeit kamen und sich auf ihre Tätigkeit gefreut haben. Daher sind die Werkstätten meiner Meinung nach keineswegs schlimm, sondern sehr wichtig für diese Menschen.

  7. Mich würde einmal brennend interessieren, wieviele Feuerwehrleute bereit wären, sich um den Brandschutz in Behindertenwerkstätten zu kümmern und sich zu Brandschutzausbildern schulen lassen würden und wo man einen solchen Lehrgang/Seminar absolvieren kann…Meine Idee wäre, daß Feuerwehrleute Patenschaften über WFBM übernehmen und sich explizit um diese kümmern…Das wichtigste ist, dass die Betroffenen völlig anders reagieren wie gewöhnliche Menschen und sie die Arbeit und Ausrüstung der Feuerwehr ggf. als “bedrohlich” empfinden. Es liegt noch ein ganzer Berg Arbeit vor uns…

  8. Ich bin Freiwilliger Feuerwehrmann und Vater eines leicht geistig behinderten Sohnes und würde mich sofort bereit erklären mich als Brandschutzfachkraft für
    Behinderte Menschen Ausbilden zulassen um mit Ihne dieses Tema zuerörtern.
    Man sieht ja alleine schon wie es in normalen Werkstätten zu geht.
    Also wäre ich sofort bereit soeine AUfgabe zu Übernemen.

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