Dieselspur: Tonnenweise Bindemittel verwendet

Herdecke (NW) – Die Feuerwehr Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis) ist am Freitagmittag zu einer Dieselspur ausgerückt. Eigentlich ein Routineeinsatz, doch die Fahrbahnverschmutzung stellte sich vor Ort als äußerst großflächig und weitläufig heraus. Um den aus einem Pkw ausgelaufenen Kraftstoff abzubinden, verbrauchten die Einsatzkräfte gleich mehrere Tonnen Bindemittel.

Mehrere Tonnen Bindemittel verbraucht die Feuerwehr Herdecke um ausgelaufenen Dieselkraftstoff abzubinden. (Foto: Feuerwehr Herdecke)Für die Feuerwehr Herdecke entwickelte sich die Lage zu einem Großeinsatz, der größte der vergangenen fünf Jahre. Als das ganze Ausmaß der innerstädtischen Verschmutzung erkundet war,  wurden weitere Kräfte nachalarmiert. Auch die Feuerwehr Dortmund kam zum Einsatz, da die Spur auch durch deren Ausrückebereich führte. Die Feuerwehrleute bestreuten die verunreinigten Flächen mit Bindemittel ab. Regen hatte eine Ausbreitung des Schmierfilms begünstigt. Aus dem Lager der Feuerwehr wurden alle Reserven an die Einsatzstelle gebracht und verbraucht.

Der Herdecker Wehrführer bestellte weiteres Bindemittel nach und ließ es direkt an die noch nicht gereinigten Orte anliefern. Palettenweise verbrauchten die Einsatzkräfte das saugfähige Material. Als der Einsatz am späten Abend endete, waren mehrere Tonnen Streugut verbraucht, die von einer Kehrmaschine wieder aufgenommen wurden. Als Verursacher wurde ein VW ermittelt. Der Fahrerin war der Defekt an ihrem Pkw nicht aufgefallen. Laut Feuerwehrangaben gehen die Kosten für diesen Umwelteinsatz in die Tausende. (Foto: Feuerwehr Herdecke)

27 Kommentare zu “Dieselspur: Tonnenweise Bindemittel verwendet”
  1. Für solche großflächigen Ölspuren gibts doch Spezialfirmen. Kleinigkeiten machen wir selber. Sobald es aber einen gewissen Aufwand überschreitet machen wir allenfalls die Absicherung und fordern eine Spezialfirma mit entsprechendem Gerät an.

  2. GoJa112

    Ja wenn die Strasse Nass war wird schon aus nem Tröpfchen Diesel ne grosse Pfütze 😉

  3. Richtig Jonathan, solange nichts ins Erdreich und Kanal oder so gelangt, absichern und Spezialfirma ordern! Wenns nur a paar Quadratmeter san macht man natürlich was, aber bei solcher Größe is da Schluß! Ausserdem nur mit Bindemittel abkehren bringt eh nicht viel. Beim nächsten Regen schwemmt es das Öl/Diesel in den Poren des Strassenbelags wieder auf! Also auf alle Fälle Spezialfirma!

  4. Sowas übergibt man sofort eine Spezialfirma, und das Bindemittel hätten die sich sparen können. Totaler Schwachsinn!!! Da hat der Einsatzleiter aber nen schlechten Tag gehabt

  5. Aufgrund eines Artikels im Feuerwehr Magazin, der zwar sinngemäß das wiedergibt, was im Pressebericht der Feuerwehr stand aber nicht wörtlich übernommen worden ist, den gesamten Einsatz bzw. den Einsatzleiter zu kritisieren halte ich für unklug. Erinnert mich hier etwas an stille Post.

  6. Naja. Das Bild und die Angabe “mehrere Tonnen Bindemittel” sind ja Fakten, die durch die Berichterstattung wohl schwer verändert werden können. Alleine diese Fakten geben zu erkennen, dass hier der Aufrag an eine Spezialfirma angebracht gewesen wäre.
    Ich bin der letzte, der aufgrund von Presseberichten irgendwelche Entscheidungen von Führungskräften in Frage stellt. Daher habe ich ja auch nur geschrieben wie wir das handhaben.
    Letztendlich sind Ölspuren immer so eine Sache. Die Freiwillige Feuerwehr wird gerne genommen weil die ja “so schön billig” sind. Der Bauhof oder eine Spezialfirma sind da deutlich teurer.
    Viele kleine Wehren (und ja ich bin auch in einer kleinen Wehr) sagen sich dann “Hauptsache überhaupt einen Einsatz” und machen dann mit aber letztendlich ist es nicht unsere Aufgabe (genauso wie das fällen von Bäumen wenn keine unmittelbare Gefahr für Leben und Güter davon ausgeht).

  7. Ich bezweifele stark, dass es möglich ist, an einem Freitagmittag ad hoc (da Regen die Umweltgefährdung vergrößerte) eine Spezialfirma zu bekommen,die in der Lage wäre “tonnenweise Bindemittel” in einem sinnvollen zeitlichen Rahmen aufzubringen.

  8. michael

    das ist absoluter humbug. 1 ist es keine aufgabe der feuerwehr, zum 2 erreicht man mit dem ölbindelmittel nicht die geforderten reibwerte sondern nur mittel einer reinigungsfirma. wenn etwas passiert aufgrund nicht erreichter reibwerte wirds interessant wegen der haftungsfrage.also von so etwas in diesem ausmass finger weg und fachfirma zumal es die haftpflicht zahlen muss

  9. Da ist doch bestimmt der ganze Tank kaputt gegangen, oder???

  10. Ölspur? Hinfahren. Evt. Ausbreiten verhindern (Gully zu) und Polizei artig auf Wiedersehn sagen.
    Wir sind Feuerwehrleute und keine Kehrmännchen. Dafür gibt es Straßenwärter. Die haben das richtig gelernt und das ist deren Arbeit.
    Gut, das daß unser Innenminister (RLP) auch so sieht und entsprechendes angeordnet hat.

  11. Sueder80

    Fachfirma schön und gut aber ist diese auch Zeitnah erreichbar?
    40 Leute waren 5 Stunden beschäftigt. Das hält keine Firma vor.

  12. MacLeod

    @Sueder80

    Wieso zeitnah? Einsatzstelle absichern, ggf. von der Polizei sperren lassen. -> Gefahr für den fliessenden Verkehr gebannt. Danach hat die Firma genügend Zeit um zur E-STelle zu kommen, die brauchen keine Sondersignalanlage. Mit den bei den Firmen vorgehaltenen Geräten braucht man auch keine 80 Mann um die Ölspur zu entfernen. Drüberfahren, Aufbringen des Reinigungsmittels mit Hochdruck, mit den Bürsten einmassieren und gleich wieder absaugen. 2 Mann mit einem Fahrzeug.

  13. Carsten

    Nur die Frage, wie lange eine Spezialfirma für die riesige Fläche braucht.

  14. Matthias

    @ Volker: Traumhafte Zustände in RLP. Unser hessischer Wirtschaftsminister sollte sich mal mit Eurem Innenminister unterhalten. In Hessen hat die Straßenmeisterei nämlich ganz offiziell ab 15.15 Uhr keine Rufbereitschaft mehr. D.h. sämtliche anfallenden Arbeiten wie Ölspuren, Absichern von Gefahrenstellen, usw werden auf die “dummen” Freiwilligen in den roten Autos abgewälzt!

  15. @Matthias: Alles hat seine 2 Seiten.
    Dafür ist Hessen wesentlich vorausschauender was Landes-Fahrzeugbeschaffungen angeht.
    Wenn nachts kein Straßenmeister kommt, dann hat das Problem eben die Polizei.
    und die “gehört” ja auch zum Land.

  16. Die Feuerwehr ist für solche Fälle zuständig im Rahmen der Gefahrenabwehr. Was wäre, wenn keiner aktiv geworden wäre und es dort einen oder mehrere Unfälle gegeben hätte?Autos kann man ersetzen, aber Menschen nicht! Wer einmal tot ist, der ist das für immer! Dann lieber einmal einen Freitagnachmittag geopfert! Dann hat man als Feuerwehrmann die Gewißheit, etwas für die mwelt und die Bevölkerung getan zu haben!

  17. MacLeod

    @Carsten:

    Nicht so lange wie die FF mit Ölbindemitteln. Denn die bekommt die Strasse überhaupt nicht sauber…

  18. @MacLeod

    So wie es im Einsatzbericht stand war wohl ein ganzes Stadtviertel + eine durchgangsstraße bis nach Dortmund rein betroffen.

    Wie lange sollte man so viele Straßen gesperrt halten?

    Das eine Fachfirma die Arbeiten schneller durchführen kann ist klar. Aber was bringt es wenn man ein Tag auf die Firma warten muss?

  19. MacLeod

    @Sueder80:

    Ich kenne keinen Fall bei dem man einen Tag auf eine Fachfirma im Bereich Ölspur warten musste. Und ehrlicherweise muss man sagen, dass die Strasse nach diesr Aktion eigentlich nicht hätte freigegeben werden dürfen. Das hätte auch zu einer längeren Sperrung geführt, da man nach der Aktion noch auf die Firma hätte warten müssen.

  20. @AK + Sueder80

    Es ist nicht die Aufgabe der Feuerwehr die ganze Welt zu retten.
    Wir sind keine Straßenfeger. Ausbreitung verhindern ja(Ist in RLP ganz klar geregelt).
    Der Rest ist Aufgabe anderer Stellen(Polizei/ LBM ).
    Leider sehen viele Gemeindeverwaltungen/ Bürgermeister die Feuerwehr als eine Art Bürgermiliz an.

  21. Matthias

    @ Volker: Theoretisch ist das so. Aber in der Praxis sieht es so aus: Die Melder klingeln, die Feuerwehrleute springen vom Arbeitsplatz weg oder nachts aus dem Bett auf, die E-Stelle wird angefahren, dort stellt man fest: “Kein Einsatz für die Feuerwehr”…………und dann wartest du locker eine Stunde auf die Polizei, damit die E-Stelle ordnungsgemäß übergeben werden kann.

    Deshalb: das Land Hessen spart auf Kosten der freiwilligen Einsatzkräfte.

  22. @Volker-ich bin aus NRW!

    Was bringt es auszurücken und dann sagen ist nicht unser Bier?
    Außerdem gehts nicht um Welt retten sondern darum daß die Straße schnell wieder passierbar ist.. Stell Dir vor es gibt einen Brand mit Menschenrettung und alle Kameraden, die aus dem Stadtteil kommen, können nicht zur Wache weil alles gesperrt ist?

    Dann lieber mal sagen, ok ist nicht unsere Aufgabe (je nach Bundesland) aber wir machen das jetzt und gut ist. Das bringt auch bei der Bevölkerung etwas Ansehen. Was würden die Leute auf die Feuerwehr schimpfen, wenn wir nur hinfahren und ohne einen Handschlag wieder abrücken???

  23. MacLeod

    @AK: Es geht hier für die Feuerwehr nicht darum dafür zu sorgen, dass die Strasse wieder schnell passierbar ist, sondern darum dass die E-Stelle abgesichert ist damit kein Folgeunfall geschieht oder eine Gefahr der Ausbreitung für die Umwelt besteht (z.B. Gulli eindeichen, Schuttmulde unter PKW, etc.).

    Es ist ja nie alles gesperrt, sondern nur ein bestimmter Bereich der zu umfahren ist. Jetzt wieder die Reinigung (die ja erwiesenermaßen keine ist) zu unserer Aufgabe zu machen, weil ja evtl. ein Feuer mit Menschenrettung eintreten könnte ist nicht wirklich objektiv. Was ist denn wenn die komplette Wehr bei der Ölspur gebunden ist und es fängt dann an zu brennen? Was macht die Situation da besser?

  24. @AK:
    Und genau auf solche Aussagen bauen doch die Verwaltungen.
    Feuerwehren Retten, Löschen , Bergen, Schützen. Von Putzen steht da nix.
    Außerdem sollen/Dürfen Feuerwehren ja auch keine Arbeiten übernehmen, die von anderen (Straßenverwaltung/Priv.Fiormen)angeboten werden. Und: Grob 99% der Feuerwehren haben weder die Geräte noch die Ausbildung eine Ölspur sach-und Fachgerecht zu entsorgen.
    Wir Fahren hin. Gucken ob eine Gefahr durch Ausbreitung besteht, verhindern diese und übergenen an Straßenbaulastträger od. dessen Vertreter.
    Wir haben keinerlei Probleme mit warten auf Pol. Eher im gegenteil, das zuviele da sind.

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