Dräger verlagert nach Tschechien

Lübeck (SH) – Dräger wird seine Atemschutzmasken und Chemikalienschutzanzüge künftig in Tschechien produzieren. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die betroffenen Mitarbeiter am Standort Lübeck sollen innerhalb des Unternehmens versetzt werden.

Toni Schrofner, Vorstandsmitglied für Produktion, Logistik und IT, erklärt: “Um mit diesen Produkten auch künftig im globalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, haben wir uns nach umfangreichen Analysen zu diesem Schritt entschieden. Die Fertigung wird ab Ende 2013 von Lübeck an den bestehenden Produktionsstandort in Chomutov umziehen.”

In Lübeck arbeiten zurzeit 83 Mitarbeiter in der Fertigung von Atemschutzmasken und Chemikalienschutzanzügen. Dräger bietet nach eigenen Angaben allen gleichwertige Arbeitsplätze in anderen Bereichen des Unternehmens an. Schrofner: “Wir stehen zu unserem Bekenntnis, den Standort Lübeck zu stärken. Deshalb sind diese Mitarbeiter sehr wichtig für uns. Wir brauchen sie nur an anderer Stelle im Unternehmen. Der Produktionsstandort Lübeck wird sich wie schon seit Jahren auf die Fertigung komplexer Produkte und Systemlösungen fokussieren.”

Seit 2009 fertigt Dräger in Chomutov Feuerwehrhelme. Der Umzug der genannten Produktionsbereiche soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Weitere Produktionsverlagerungen sind nach Firmenangaben derzeit nicht geplant.

20 Kommentare zu “Dräger verlagert nach Tschechien”
  1. Da kommt keine Qualtät weg! Da haste löcher und andere undichtigkeiten in Maske und Anzug! werde dann halt sagen darauf vertrau ich nicht mehr! und stell mich an den Verteiler!

  2. Ich versteh eure Aufregung hier nicht. Es gibt andere Firmen die ihre Produktion verlagern und den kompletten Standort in Deutschland aufgeben. Wenn Dräger wirklich das Versprechen einhält die Mitarbeiter in Lübeck in vergleichbaren Jobs weiter zubeschäftiigen ist es doch gut.
    Und zu den Bedenken das die Produkte dann fehlerhaft sein könnten kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln.
    Eine Firma wie Dräger kann sich das nicht erlauben und wir die Prüfung der Geräte ehr noch erhöhen.
    Es gibt namenhafte große Aufbauhersteller die ihr Aufbauten im Osteuropäischen Ausland fertigen lassen und dann in Deutschland nur noch montieren oder fertig stellen und da kauft auch jeder ohne Bedenken.

  3. deutschland ist ja mit all den vorschriften betreffend kündigungsschutz, betriebsratzeugs etc. auch äusserst unattraktiv für arbeitgeber. leute einzustellen bedeutet ein relativ hohes risiko für unternehmer. zudem ist die finanzielle und administrative belastung zugunsten des staates auch nicht zu verachten.

  4. Jürgen Mühlenbeck

    @Norbert Suter:
    Der Weggang jedes ein einzelnen Arbeitsplatzes und Produktionstandortes ist für uns ( als Staat – der ist nicht ein unbekanntes Individum sondern es sind wir die Bürger die den Staat bevölkern… ) sehr schmerzlich. Verminderte Einnahmen in der Sozialversicherung, Krankenkasse, Arbeitslosenversicherung etc.
    Die Bedingungen für Arbeitsgeber sind in Deutschland nicht schlechter als im Ausland. Denken Sie z.b. an die Förderung von NOKIA die dann, nach erhalt der Steuergelder, ins Ausland ging…
    Erhaltet Arbeitsplätze und gute Löhne in Deutschland, denn wir möchten auch später noch Geld aus der Rentenkasse etc. erhalten. Daher keine billig Jobs mit 400 € sondern gutes Geld für gute Arbeit.
    Auch von Dräger erwarte ich dies.

    PS.: Die Bürokratie ist z.B. in der Schweiz nicht weniger…

  5. Mein Gott, ich hoffe, dass die, die sich künstlich aufregen, oder solchen Blödsinn àla “dann haben die Produkte Löcher” oder “dann gehen wir halt woanders mit Steuergeldern shoppen, wie es uns passt” bloß keine Produkte von Haix (u.a. Kroatien) oder Der Klassiker (Slovakei) nutzen.
    Nicht, dass urplötzlich die Hero-Gelbe Sohle abfällt.

    By the way: Wo lassen eigentlich Watex oder Novotex-Isomat ihre Klamotten fertigen, dass sie für eine 4-lagige Überhose gerade mal 100-180€ nehmen brauchen?

  6. Christian

    Das Dummgeschwätz einiger hier ist schon fast unerträglich. Dräger PA werden schon seit Jahrzehnten in Großbritannien gefertigt und die Helme seit einigen Jahren in Tschechien. Die ach so urdeutschen Marken Volkswagen und Opel lassen seit Jahrzehnten ganze Baureihen in Spanien und Portugal fertigen, Audis kommen auch schon mal aus Györ in Ungarn, das Luxusauto Porsche Cayenne wird teilweise in Bratislava / Slowakei gefertigt.
    Es zeugt schon von einer gewissen Arroganz und Überheblichkeit wenn man glaubt, nur in Deutschland gefertigte Produkte seien qualitativ hochwertig. Qualität hat in erster Linie etwas mit Unternehmenskultur und -politik zu tun und nichts mit dem Produktionsstandort.
    Ich habe überhaupt kein Problem mit Produkten, die von einen guten Unternehmen in Tschechien gefertigt werden. Ich habe aber ein Problem mit Produkten aus Asien, bei denen mir keiner garantieren kann, dass die nicht unter Einhaltung gewisser sozialer Mindeststandards gefertigt werden. Trotzdem haben (zehn-)tausende deutsche FA die Billigsttreter eines (mittlerweile insolventen) deutschen Unternehmens getragen, die irgendwo in Fernost (hoffentlich nicht von Kindern) zusammengeschustert wurden. Das hat komischerweise die meisten nicht gestört.

  7. carsten

    ich wette fast alle die da rumjammern: bloß nichts mehr von dräger kaufen…
    fahren skoda…

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