Dönges: Besuch aus Bangladesch

Remscheid (NW) – Eine Delegation aus Bangladesch ist nach Deutschland gekommen, um sich über moderne und effektive Maßnahmen des Brandschutzes und der Brandbekämpfung zu informieren. Das asiatische Land war in den letzten Monaten in die Schlagzeilen geraten, als bei Bränden und Einstürzen in Textilfabriken weit über 1.000 Menschen getötet wurden. Zu den Stationen der Deutschlandreise zählte auch das Remscheider Unternehmen Dönges.

Eine ganze Reihe der Delegierten aus Bangladesch sei stolz in Einsatzuniform angereist, heißt es in einer Pressemitteilung von Dönges. Ihr orange-graues Muster symbolisiere das Haupteinsatzgebiet der Feuerwehrleute: Flammen und Rauch. Diese eher respektvolle als zweckdienliche Kleidung belege, dass es schon bei der Grundausstattung der Rettungskräfte erhebliche Mängel gäbe. Dementsprechend neugierig und aufmerksam hätten die etwa 20 Besucher aus dem asiatischen Land die Vorführungen von Klaus Trusheim, Dönges-Verkaufsleiter, verfolgt. Im Mittelpunkt standen dabei die persönliche Ausrüstung und mobile Löschsysteme, aber auch Geräte zur Ausleuchtung von Einsatzstellen.

Laut Dönges war der Besuch der Delegation aus Bangladesch von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) initiiert worden, die eng mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammenarbeitet. Eingeladen waren hochrangige Vertreter von Regierung und Feuerwehr sowie Schulungspersonal.

Im Rahmen der vierzehntägigen Reise besuchten die Delegierten neben vier weiteren Unternehmen auch verschiedene Feuerwehren, ein großes Einkaufszentrum sowie einen deutschen Textilhersteller, um sich praxisnah ein Bild über moderne Brandschutz- und Brandbekämpfungsmaßnahmen zu machen. Zudem wurden Teilnehmer im Anschluss an die Besuchstour in München praktisch geschult, damit sie ihre Kollegen zu Hause besser ausbilden können.

„Wir freuen uns, dass wir dazu beitragen konnten, die Bedingungen in Bangladesch ein wenig zu verbessern“, sagte Dönges-Geschäftsführer Thomas Pletsch nach dem Treffen. Für die Zukunft sicherte er zu, den Dialog mit den Delegierten weiterzuführen, um dem Land nachhaltig zu helfen.

Klaus Trusheim, Verkaufsleiter von Dönges, und eine Delegation aus Bangladesch. Foto: Dönges
Klaus Trusheim, Verkaufsleiter von Dönges, informiert eine Delegation aus Bangladesch. Foto: Dönges

2 Kommentare zu “Dönges: Besuch aus Bangladesch”
  1. Peter Lamaack

    Einen Gewinn werden höchstens die Hersteller deut. FW-Technik von einem derartigen Besuch haben; nämlich in den Verkaufszahlen.
    Vor Ort gibt es dann Hochglanzfotos von “tollen” Ausrüstungen.

    Das Kernübel, die Korruptionsseuche in derartigen Staaten wird dann auch künftig dafür sorgen, daß der bauliche Brandschutz weiterhin “übersehen” wird.
    Ich wette einen beliebigen Betrag, daß auch die nächsten Berichte bspw. aus Textilfabriken in Bangladesh (und sonstwo) wieder über verstellte und verschlossene Brandschutztüren, mangelhafte Elektrik, nicht vorhandene bzw. zugestellte bzw. zugeschlossene Fluchttreppenhäuser, nur auf dem Bauplan befindliche Wasserleitungen usw. erzählen. Diese Liste ist beliebig verlängerbar.
    Deren Bekämpfung ist halt nicht öffentlichkeitswirksam.

    Bevor jetzt der Gedanke an “Vorurteil” aufkommt: auch hierzulande war ja nicht alles von jetzt auf gleich “gut”. Auch hierzulande gibt es Brandschutzsünden und sogar Korruption. Doch das Ausmaß ist halt nicht vergleichbar – dank Gesetzen, Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften usw.

  2. Ja, das ist richtig, dass die Behörden dort ziemlich korrupt sind. Aber, welche Möglichkeit haben wir? Ich bin selbst aus diesem Land und weiß, dass man etwas machen muss, um die Situation zu verbessern. Diese Maßnahme ist auch eines davon. Ich hoffe nur, dass die Bekleidungsabnehmer nicht nur an Gewinn denken, sondern auch an die Menschen, die die Arbeit dazu leisten. Man muss den Menschen mindestens soviel bezahlen, damit sie in dem Land einigermaßen leben können. Ich habe aber leider die Hoffnung fast aufgegeben. Ich weiß es auch nicht, wie man besser machen kann.

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