Neue Vorführer von Gimaex

Wilnsdorf (NW) – Die “Gimaex-Schmitz Fire and Rescue GmbH” hat zwei neue Vorführfahrzeuge mit dem One Seven-Druckluftschaumsystem realisiert: ein Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) 10 sowie ein Tanklöschfahrzeug (TLF) 4000. Die Fahrzeuge sind die ersten Löschfahrzeuge, die von Gimaex im Rahmen eines gezielten Vorstoßes in den deutschen Löschfahrzeugmarkt entwickelt wurden. Bislang war das Unternehmen vorwiegend im Sonderfahrzeugbau aktiv.

TLF 4000 von Gimaex.Beide Fahrzeuge verfügen über den Gimaex “AluPrime”-Aufbau mit Rollladensystem. Die Umfeldbeleuchtung in LED-Technik ist in die Regenrinnen am Aufbau integriert. Auch die Innenraumbeleuchtung ist in LED-Bauweise ausgeführt und wird inzwischen serienmäßig angeboten. Die Vorführ-Fahrzeuge verfügen über Front- und in die Dachgalerie integrierte Heckblitzer. Daneben sind so genannte “Cross-Flasher” (Kreuzungsblitzer) in den Einstiegsbereichen der Fahrerkabinen sowie am Heck über den Geräteräumen GR eine Verkehrswarneinrichtung in LED-Ausführung montiert. Für die Bedienelemente im Fahrerhaus sowie der Sondersignalanlage inklusive der Tankfüllstandsanzeigen befindet sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz ein innovativer Farb-Monitor mit Folientastern. Auffällig sind die außen an den Fahrzeugseiten angebrachten, dimmbaren LED-Tankfüllstandsanzeigen, die zunehmend von Werkfeuerwehren gewünscht werden.

Das HLF 10 wurde als “Allrounder” für den Ersteinsatz bei kommunalen oder auch Werkfeuerwehren konzipiert. Gimaex realisierte das „HLF 10“ nach der neuen Norm auf einem MAN-Fahrgestell TGL 12.250 BL 4×2 mit einer Motorleistung von 183 KW (250 PS), automatisiertem Schaltgetriebe (TipMatic), einer zulässigen Gesamtmasse von 11.990 Kilogramm und einer luftgefederten Hinterachse. Durch den kompakten Radstand von 3.600 Millimetern und der Gesamtlänge von rund 6.700 Millimetern ist das HLF 10 wendig und laut Hersteller auch für enge Innenstadtbereiche oder verwinkelte Industrieanlagen geeignet.

“Rapid Reaction Center” in der Mannschaftskabine

Das Fahrzeug ist mit einer in den Aufbau integrierten Mannschaftskabine (integrale Lösung) ausgestattet, die in der vorgestellten Version eine Besatzung von sieben Einsatzkräften (1:6) aufnehmen kann. Dazu sind in der Kabine drei Pressluftatmer entgegen der Fahrtrichtung angeordnet. In Fahrtrichtung ist ein großer Schrank als “Rapid Reaction Center” für diverses Einsatzmaterial (Notfallrucksack mit AED, Rettungstasche für Sicherungstrupp, Wärmebildkamera, Ziehfix, etc.) montiert. Statt diesem Schrankmodul lassen sich an dieser Stelle auch zwei Sitzschalen montieren, so dass das Fahrzeug eine Gruppenbesatzung (1:8) aufnehmen kann.

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Bei dem HLF 10 besteht die löschtechnische Ausstattung aus einer Gimaex-Feuerlöschkreiselpumpe (FPN 10-2000) mit einer Nennleistung von 2.000 Litern pro Minute bei 10 bar, mit automatischer Pumpendruckregelung sowie einer One Seven-Druckluftschaumanlage “OS C2-110B” mit zwei Schaumerzeugern. Damit kann beim OS-Einsatz ein B- sowie ein C-Abgang gleichzeitig genutzt werden. Die Steuerung der kompletten Löschtechnik erfolgt über einen Touch-Screen-Monitor am Heck des Fahrzeuges im Geräteraum GR. Hier ist auch ein separater Druckluftabgang mit einem maximalen Ausgangsdruck von 8 bar beispielsweise für Hebekissen vorhanden.

An Löschmitteln werden 1.600 Liter Wasser und 50 Liter OS-Schaummittel (One-Seven Klasse A; Zumischrate 0,3 %) mitgeführt – außerdem ist eine automatische Füllstandsregulierung vorhanden. Der Schnellangriff mit formstabilem Schlauch (30 m; S35) ist im Geräteraum G4 eingebaut. Ein hydraulischer Rettungssatz ist im Geräteraum G2 drehbar auf einem ausziehbaren Schlitten gelagert. Im Geräteraum G1 lagert auf einem ebenfalls drehbaren Schlitten der tragbare Stromerzeuger mit einer Leistung von 13 kVA. Die umfangreiche Beladung zur technischen Hilfeleistung ist überwiegend im vorderen Aufbaubereich in den Geräteräumen G1 und G2 zusammen gefasst.

Ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast mit elektrisch verstellbarer Scheinwerferbrücke (4 x LED 24 Volt) im vorderen Aufbaubereich ergänzt die Ausstattung. Ein Hochleistungslüfter ist im Geräteraum G3 vorhanden. Im Dachbereich lagern die Saugschläuche sowie die vierteilige Steckleiter – in dem Dachkasten sind unter anderem Räumgeräte und ein Spineboard verlastet. Im Geräteraum G4 ist eine ausziehbare Hygienewand mit flexiblem Anschluss vom Löschwassertank eingebaut.

HLF 10 von Gimaex.Das TLF 4000 wurde auf einem allradangetriebenen MAN-Fahrgestell TGM 18.340 4×4 BB mit einer Motorleistung von 250 KW (340 PS), automatisiertem Schaltgetriebe (TipMatic), einer zulässigen Gesamtmasse von 18.000 Kilogramm und einem Radstand von 3.900 Millimetern aufgebaut. Das Fahrzeug wurde mit der serienmäßigen Fahrerkabine für eine Besatzung von drei Personen (1:2) in Modulbauweise realisiert.

Bei dem TLF 4000 besteht die löschtechnische Ausstattung aus einer Gimaex-Feuerlöschkreiselpumpe (FPN 10-3000) mit einer Nennleistung von 3.000 Litern pro Minute bei 10 bar, mit automatischer Pumpendruckregelung sowie einer One Seven®-Druckluftschaumanlage “OS C3-111B” mit drei Schaumerzeugern. Damit kann beim OS-Einsatz gleichzeitig ein B-, ein C-Abgang oder auch wahlweise der Dachmonitor genutzt werden. Die Steuerung der kompletten Löschtechnik erfolgt über einen Touch-Screen-Monitor am Heck des Fahrzeuges im Geräteraum GR. Hier ist auch jeweils ein separater Druckluftabgang mit einem maximalen Ausgangsdruck von 8 bar vorhanden.

Der Schnellangriff mit formstabilem Schlauch (50 m; S35) ist im Geräteraum G4 eingebaut. An Löschmitteln werden 5.000 Liter Wasser (mit automatischer Füllstandsregulierung) und 500 Liter Schaummittel im Tankmodul mitgeführt. Der Schaummitteltank ist in zwei Behälter mit einem Inhalt von 300 Litern One-Seven Klasse B AFFF (Zumischrate 0,5 %) und 200 Litern One-Seven Klasse A (Zumischrate 0,3 %) aufgeteilt. Das TLF 4000 ist auch für den „Pump-and-Roll“-Betrieb ausgelegt. Optional wäre auch der Einbau einer Pulverlöschanlage (PLA) möglich.

Auffällige Warnbeklebung am Heck

Im vorderen Aufbaubereich des TLF 4000 ist der pneumatisch ausfahrbare Dachmonitor Scorpe Rockett GF 5 RF montiert. Dieser hat eine maximale Durchflussleistung von 5.000 Litern pro Minute und verfügt über zwei Halogenscheinwerfer und eine Kamera. Eine ausschwenkbare Halterung mit zwei Pressluftatmern ist im Geräteraum G2 eingebaut. Bei diesem Fahrzeug sind auch die Rückleuchten in moderner LED-Technik ausgeführt. Die optische Gestaltung von beiden Vorführfahrzeugen wurde in einer auffälligen Folienbeklebung realisiert, wobei beim TLF 4000 auch das komplette Heck mit einer Warnbeklebung versehen wurde.

“Bei der Entwicklung des HLF 10 war uns besonders wichtig, ein kompaktes und wendiges Fahrzeug mit geräumiger Kabine und gleichzeitig umfangreicher Beladung für ein breites Einsatzspektrum zu erarbeiten. Mit dem effizienten Druckluftschaumsystem “One Seven” sind Feuerwehren in der Lage, auch mit geringer Personalstärke einen erfolgreichen und sicheren Erstangriff zu führen”, so Carsten Schlabach, Marketing- und Vertriebsleiter von Gimaex. (Fotos: Gimaex)

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