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Rollcontainer an Bord

Feuerwehrfahrzeuge mit Ladebordwand und Rollcontainern werden immer beliebter. Entsprechende Lösungen finden sich nicht nur für Gerätewagen, sondern auch für Löschfahrzeuge und Rüstwagen. Wir erläutern die Vor- und Nachteile dieser Konzepte.

Immer mehr Feuerwehren setzen auf Fahrzeugkonzepte mit Ladebordwand und Rollcontainern. Dieses LF-Logistik auf Scania P 310 4×4 mit Lentner-Aufbau der FF Hagen (NW) führt im Heck drei Rollwagen mit. Die Pumpe ist mittschiffs eingebaut. Foto: Lentner

“Ausrüstung für den besonders schnellen Zugriff kommt in Geräteräume hinter Rollläden, alles andere kann auf Rollcontainern verlastet werden.“ Diese ungeschriebene Grundregel bestimmt die Aufbaukonzepte von Fahrzeugen mit Rollcontainern und lässt Feuerwehren immer wieder nach neuen Lösungen suchen. Sie wollen die Flexibilität der Container nutzen, aber möglichst nicht auf die rasche Entnahme verzichten.

Bei Gerätewagen Logistik (GW-L2) wird das Konzept „Ladefläche mit Mittelgang“ immer beliebter. Von der Norm (siehe Kasten „Normen und Baubeschreibungen“) vorgeschrieben ist eine Ladefläche, auf der mindestens sechs „Kleinladungsträger“ im so genannten Europalettenmaß (800 x 1.200 Millimeter) – also in der Regel Feuerwehr-Rollcontainer – Platz finden. In der Praxis sind es meist acht Container, die auf den Gerätewagen untergebracht werden. Das bedeutet, dass sechs Rollwagen längs der Fahrtrichtung stehen und zwei davon quer. Ganz gleich, ob diese zwei Container vorn an der Ladebordwand oder hinten an der Rückwand angeordnet sind: die Entnahme ist nicht besonders vorteilhaft.

Eine interessante Alternative dazu bietet eine größere Ladefläche mit Platz für neun Rollcontainer, die dort alle in Fahrtrichtung stehen können. Durch die längere Fläche werden die von der Norm vorgeschriebenen Geräteräume 1 und 2 (fester Aufbau mit Geräteraum zur seitlichen Entnahme) zwar deutlich schmaler. Aber der Zugang zu allen Rollwagen ist einfacher. Darüber hinaus ermöglicht dies auch ein Mittelgang-Konzept. Bei dieser Variante sind standardmäßig nur sieben Rollcontainer an Bord, die entlang der Seitenwände und an der Rückwand positioniert sind. Dadurch bleibt ein Mittelgang frei, über den die Einsatzkräfte direkten Zugang zu fünf Containern haben.

Einen Rüstwagen mit Logistik-Komponente beschaffte die Feuerwehr Rheinberg (NW). Drei Rollwagen lassen sich im Heckladeraum unterbringen. Foto: Lentner

Kleinere und leichtere Ausrüstungsgegenstände können Feuerwehrleute entnehmen, ohne den Container über die Ladebordwand aus dem Fahrzeug entladen zu müssen. Für großvolumige und schwere Geräte gilt dies allerdings nicht. Außerdem gehört es zu den Vorteilen eines Rollwagens, dass damit Feuerwehrleute viele Ausrüstungsgegenstände gleichzeitig transportieren können und sich so Wege sparen. Die Entnahme von Werkzeugen über den Mittelgang direkt vom Rollcontainer wird daher nicht der Regelfall sein, sondern ist als interessante zusätzliche Option zu verstehen. Zumal im Bedarfsfall ja nicht nur sieben, sondern acht oder neun Container auf der Ladefläche mitgeführt werden.

Bei Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) und bei Rüstwagen (RW) ist es den Feuerwehren in den Normen freigestellt, ob sie einen Teil der Ausrüstung auf Rollwagen unterbringen wollen. Drei oder vier Container sind bei RW und GW-G mit Ladebordwand üblich. Eine Dreier-Querreihe bietet die Flexibilität einer Wechselbeladung und ist dennoch relativ rasch entnehmbar. Hinter dem mittleren Rollcontainer lässt sich gegebenenfalls noch Platz für einen vierten vorsehen. Damit wird der Raum in der Tiefe des Fahrzeuges genutzt, der andernfalls nur durch lange Auszüge oder Schwenkwände zugänglich wäre. Außen sind dann die mit Rollläden verschlossenen Geräteräume 5 und 6 für den schnellen Zugriff angeordnet.

Platz für fünf Rollcontainer bietet dieses LF-Logistik der FF Springe (NI). Besonderheit: Die vier äußeren sind seitlich über Rollläden zugänglich. Foto: Lentner
Zur Ausstattung dieses TLF-Logistik der WF Bosch zählen 3.000-Liter-Tank, Mittschiffpumpe und Heckladeraum für drei Rollcontainer. Foto: Lentner

LF-Logistik als flexible Alleskönner

Kontrovers diskutiert werden Löschfahrzeuge mit Logistik-Komponente. In Bayern hat das Innenministerium eine Technische Baubeschreibung für ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Logistik (TSF-L) formuliert. Abgesehen davon stehen (Hilfeleistungs-)Löschgruppenfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge mit Logistik-Komponente (HLF/LF-L, TLFL) bundesweit außerhalb von Normen und anderen Regelwerken. Daher sind diese für viele freiwillige Feuerwehren, die nur Zuschüsse zu genormten Feuerwehrfahrzeugen erhalten, keine Option.

Bei Werkfeuerwehren hingegen erfreuen sich die HLF/LF-Logistik einer wachsenden Beliebtheit. Besonders in Industriebetrieben, in denen mit einem möglichst kleinen Fuhrpark ein sehr breites Einsatzspektrum abgedeckt werden soll, können LF- und HLF-Logistik punkten. Je nach Alarmstichwort lassen sich über Rollcontainer spezielle Löschmittel ebenso verlasten wie Ausrüstung für Gefahrguteinsätze oder Technische Hilfeleistungen. „Bei uns werden Löschfahrzeuge mit Logistik-Komponente relativ häufig nachgefragt“, bestätigt Mathias Hausmann, Geschäftsführer und Inhaber des Feuerwehrfahrzeugherstellers Lentner. „Sie erhalten eine Mittschiffpumpe mit einem Bedienstand, der in einem seitlichen Geräteraum integriert ist. Häufig wünschen die Auftraggeber für beide Fahrzeugseiten einen Pumpenbedienstand.“ Wenn das Dach begehbar ist, wird die Aufstiegsleiter ebenfalls seitlich montiert – sinnvollerweise auf der verkehrsabgewandten Beifahrerseite.

Über die Ladebordwand im Heck sind meist nur drei oder fünf Rollcontainer einzuschieben. Denn der Raum über der Hinterachse bleibt dem Wassertank vorbehalten. Auch wenn keine Normen eingehalten werden müssen, haben HLF/LF-Logistik häufig einen Großteil der Normbeladung von LF 20 oder HLF 20 an Bord. Haspeln zählen nicht dazu, da sie sich wegen der Ladebordwand nicht am Heck aufprotzen lassen. Auch für eine Schiebleiter ist meist kein Platz. „Werkfeuerwehren beauftragen aber auch immer wieder Fahrzeuge, die gar keine Ähnlichkeit mit irgendeiner Norm haben, zum Beispiel TLF-Logistik mit Staffel- oder Gruppenkabine“, so Hausmann.

Rollcontainer hinter Jalousien unterbringen

Das Konzept „Ladefläche mit Mittelgang“ ist bei LF-Logistik nicht möglich, da der Wassertank mittig über der Hinterachse sitzt. Es gibt allerdings Feuerwehren, die dennoch Ausrüstung direkt von den Rollcontainern entnehmen wollen. In diesem Fall werden die Seitenwände des Fahrzeugs durchgehend mit Rollläden gefertigt. Bei geöffneten Jalousien hat die Besatzung dann Zugang zu den Geräteräumen und zu den Containern auf der Ladefläche. Eine direkte Geräteentnahme von den Rollwagen ist jedoch nur eingeschränkt möglich. Denn wegen der Räder an den Containern liegt die Entnahmehöhe über der von konventionellen Feuerwehrfahrzeugen. Außerdem besitzen die Rollwagen keine Auszüge oder Schwenkwände. Aber für kleinere und leichtere Ausrüstungsgegenstände kann der direkte Zugang durch die Rollläden eine interessante Option sein.

„Die Grundregel ‚Ausrüstung für den raschen Zugriff hinter Rollläden‘ lässt sich also bei LF-Logistik mit der Flexibilität der Rollcontainer kombinieren“, sagt Hausmann. „Wenn Feuerwehren gemeinsam mit dem Aufbauhersteller das Beladungskonzept für ein neues Fahrzeug erarbeiten, haben sie damit zusätzliche Möglichkeiten.“

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