Advertorial

Heiß, heißer, am heißesten

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Wärmebildkameras (WBK) für die Feuerwehr. Auf den ersten Blick weisen sie vergleichbare technische Daten auf. Doch wie lässt sich das richtige Gerät auswählen? Welche Kriterien sind bei Tests zu berücksichtigen?

Wer eine Wärmebildkamera beschaffen will, sollte sie einem realitätsnahen Praxistest unterziehen. Dafür eignet sich etwa ein feststoffbefeuerter Brandcontainer. Foto: Bullard

Vorab sollte sich jede Feuerwehr Gedanken über das Einsatzspektrum der zu beschaffenden Wärmebildkamera machen: Welche Kriterien sind ausschlaggebend, welche eher zweitrangig? So sollte zum Beispiel eine Angriffstrupp-Kamera möglichst klein, leicht, und handlich, aber auch einfach zu bedienen sein. Eine Allround-Kamera kann, muss aber nicht mehr Funktionen haben. Ideal ist in diesem Fall die Beschaffung eines modular aufgebauten Gerätes, bei welchem sich einzelne Features – etwa ein Videospeicher – nachrüsten lassen.

Kriterien für eine Beschaffung sind:
• Bildqualität,
• Robustheit in Bezug auf Hitze, Kälte und Wasser,
• einfache und logische Bedienbarkeit,
• Leistungsfähigkeit im Feuer,
• Ergonomie und Handlichkeit,
• Garantie und Service,
• Schulung.

„Vor einigen Jahren drehte sich die Diskussion hauptsächlich um die Frage, wie viele Pixel eine Kamera darstellen kann“, sagt Rolf Reckerth, Verkaufsleiter Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien bei Bullard. „Mittlerweile bieten die neuen Sensoren und Technologien bisher ungeahnte Möglichkeiten – unabhängig von der Auflösung.“ Die Verbesserungen kommen vor allem durch die Bildverarbeitung zustande. So werden Personen auch hinter einem Feuer erkannt und Einfärbungen des Bildes transparent, ohne den Hintergrund oder Strukturelemente im Raum zu verdecken.

Realitätsnaher Praxistest

Um diese Fähigkeiten in der Praxis zu prüfen, sollten Feuerwehren intensive Tests im Brandcontainer – am besten feststoffbefeuert – durchführen. „Wichtig ist die Verarbeitung des Bildmaterials, sodass im entscheidenden Augenblick alle Details einer Szene sichtbar bleiben – egal, in welchem Temperaturbereich diese sich gerade befinden“, sagt Reckerth. „Durch diese adaptive Anpassung werden sogar Ziegel samt Fugen aus der Verkleidung des Brandraumes unter Feuerlast sichtbar.“

Entscheidend für den Feuerwehrgebrauch ist auch: Hält die Kamera der Hitzebelastung für längere Zeit stand oder bleibt das Bild „hängen“? „Im letzteren Fall kann wertvolle Zeit vergehen, bis das Gerät wieder brauchbare Bilder liefert“, meint der WBK-Experte. „All diese Fähigkeiten sind Grundvoraussetzungen. Sie sollten im Vorfeld mit allen Modellen, die es in die engere Wahl geschafft haben, gleichzeitig getestet werden. Unterschiedliche Kameras mit zeitlichem Abstand zu testen, bringt relativ wenig. Man erinnert sich danach kaum noch, wie die anderen WBK abgeschnitten haben.“

Wehren, die keine Möglichkeit haben, Geräte in einem Brandcontainer zu testen, gibt der Wärmebildkamera-Experte einen Tipp: „Ein herkömmlicher Gasgrill oder ein Einweg-Grill aus dem Baumarkt lässt sich leichter organisieren“, so Reckerth. „Damit ist auch schon einiges zu erkennen. In diesen Szenarien ist die Hitzebelastung für die WBK selbst zwar gleich Null. Aber die Methode ist aufschlussreicher, als nur mal im Feuerwehrhaus durch die Kamera zu sehen.“

Im direkten Vergleich zwischen den Modellen zeigen sich Unterschiede in der Bilddarstellung desselben Motivs. Foto: Bullard

Grundlegend für die Bildqualität sei die Bildwiederholungsrate. „Hier haben sich Systeme ab 30 Hertz durchgesetzt, wobei bereits auch viele Modelle mit 60 Hertz angeboten werden“, so der Experte. „Alles, was darunter liegt, ist für den Feuerwehreinsatz ungeeignet. Eine Kamera mit zum Beispiel 9 Hertz Bildwiederholungsrate kann kein unterbrechungsfreies Bild liefern. Dadurch können wichtige Details einer Szene während des Innenangriffs nicht mehr erkannt werden. Das gefährdet nicht nur den Einsatzerfolg, sondern auch die Sicherheit der Einsatzkräfte, weil die Orientierung in einem komplett verrauchten Raum mit einer ‚stotternden‘ WBK zum Risiko wird.“

In Sachen Bedienung gibt Reckerth zu bedenken, dass bei einer WBK mit vielen Modi Fehlbedienungen vorprogrammiert sind. Vorzuziehen sei ein Knopf zum Ein- und Ausschalten, kombiniert mit einer logischen und automatischen Einfärbung der Szene ohne Farbwiederholungen in den unterschiedlichen Temperaturbereichen. „Ein wichtiges Kriterium ist auch: Wie schnell fährt die Kamera hoch?“, erklärt der Verkaufsleiter. „Nicht aus dem Standby, sondern bei komplett ausgeschaltetem Zustand. Praxistaugliche Modelle sind in 4 Sekunden betriebsbereit, andere wiederum brauchen fast 20 Sekunden.“

Die Bullard Eclipse QXT ist ein Beispiel für eine Wärmebildkamera, deren Gehäuseform es erlaubt, in Echtzeit um die Ecke zu sehen. So begibt sich der Anwender bei der Brandbekämpfung nicht in die Gefahrenzone. Foto: Bullard

Handhabung prüfen

Weitere Fragen für die Tests können sein: Wie liegt die Kamera in der Hand? Erlaubt sie das Einsehen des Bildschirmes samt Umgebung, ohne mit der Hand eine verkrampfte Haltung einnehmen zu müssen? „Eine WBK sollte mit einem so genannten Selbstaufroller an der Einsatzjacke befestigt werden“, sagt der Experte. „Dann einfach mal ausprobieren, wie sich die Kamera ergreifen lässt, wenn man schnell durchschauen will. Sie sollte gleich richtig in der Hand liegen.“

Reckerth empfiehlt auch zu prüfen, ob die Einsatzkraft mit der WBK in Echtzeit um die Ecke sehen kann, ohne sich selbst in die Gefahrenzone zu begeben. „Teilweise lässt sich dies nur auf Knopfdruck mit einem Standbild machen“, so der Experte. „Allerdings ist jedes aufgezeichnete Foto oder Video nur eine Momentaufnahme. Temperaturverhältnisse können sich während der Brandbekämpfung in Sekundenbruchteilen ändern. Eine Beobachtung in Echtzeit ist da verlässlicher. Es gibt Modelle, die dies aufgrund ihrer Gehäuseform problemlos leisten können.“

Beim Checken des Angebots sollte der Service nicht vergessen werden. Fragen dazu können sein: Gibt es eine Servicestation in Deutschland? Wo genau wird repariert? Gibt es im Extremfall eine kostenlose Ersatzkamera? Was kann die Feuerwehr selbst austauschen, ohne die WBK einschicken zu müssen? „Der Bildschirmschutz, welcher mit der Zeit stark verkratzt, sollte vor Ort durch die eigenen Kräfte ausgetauscht werden können“, meint Reckerth.

Bei der Beschaffung einer WBK muss durch den Hersteller eine Schulung der Anwender mit folgenden Themen erfolgen:

• Anwendungsmöglichkeiten der Kamera,
• Taktik im Einsatz,
• Grenzen der Wärmebildtechnik,
• Bedienung und Wartung.

„Eine professionelle Schulung lässt sich nicht in 10 Minuten am Telefon abhandeln, sondern muss vor Ort durchgeführt werden“, betont Reckerth.

(Text: Stephan Kalldis)

[1675]