Einsatzberichte

Schwierige Brandbekämpfung: Wenn das Reetdach brennt

Bremen – Am frühen Morgen des 20. Mai 2017 bricht ein Feuer auf dem Balkon eines Reetdachhauses in Bremen-Huchting aus. Als die Bewohner, Familie Lampe, die Flammen bemerken, greifen diese bereits auf das Reetdach über. Trotz eigener Löschversuche und der Brandbekämpfung durch ein Großaufgebot der Feuerwehr Bremen, werden das Dach komplett und größtenteils auch das Haus zerstört.

Als die ersten Kräfte eintrafen, stand das Dach bereits in Flammen. „Aufgrund der fortgeschrittenen Brandausbreitung und der enormen Wärmeentwicklung war ein Innenangriff nur noch begrenzt möglich“, erklärt Oliver Iden, als Direktionsdienst die meiste Zeit Einsatzleiter. „Das Feuer im Reetdach selbst konnten wir zunächst kaum eindämmen, weil sich die Flammen in das Reet regelrecht hineinfressen hatte und das Löschwasser abperlte.“

Schwierige Brandbekämpfung: Wenn das Reetdach brennt. Foto: Feuerwehr Bremen

Brandbekämpfung bei Reetdach-Bränden

Reetdachbrände führen in den meisten Fällen zum Totalverlust des Gebäudes. Die Feuerwehr muss sich fast immer auf den Schutz anderer Gebäude beschränken. Einer der Gründe dafür liegt im Dachaufbau: Selbst im brennenden Zustand erfüllt das dicht gepackte Reet noch seinen eigentlichen Zweck und schirmt darunter liegende Schichten wirksam gegen Wasser oder andere Löschmittel ab. Das Wasser läuft zum größten Teil ohne Löschwirkung am Dach ab. Gleichzeitig bieten das Material und die verschiedenen Konstruktionen aber genug Möglichkeiten zur Ausbreitung des Feuers im Inneren der Dachhaut. Ein Abdecken der noch nicht betroffenen Dachfläche erweist sich als kaum oder nur sehr umständlich durchführbar: Bei modernen Weichdächern sind die Reetbündel mit Stahldrähten am Dachstuhl verschraubt. Früher wurden die Dächer mit Sisal „genäht“: Ein Durchbrennen lässt ganze Dachpartien abrutschen, was unter Umständen sogar von Vorteil ist, andererseits können dadurch aber auch Einsatzkräfte oder Rettungsmaßnahmen gefährdet werden. Deshalb gilt es, immer auf den Sicherheitsabstand zu achten.

Feuer bei Kamerad

Der Brand in Bremen war für die Einsatzkräfte der Feuerwehr zusätzlich belastend, weil einer der Bewohner, Diedrich Lampe, Feuerwehrkamerad der FF Bremen-Huchting ist. „Wir waren gemeinsam mit der Feuerwache 4 am Einsatzort“, erinnert sich Wehrführer Marco Gabrielli. „Als ,Didi‘ mich sah, rief er: ,Bitte rettet unser Haus’“. Gabrielli antwortete: “Wir geben alles, versprochen.”

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