Klima: Auch Katastrophenschutz im Wandel

Bonn (NW) – Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) befasst sich in einem Forschungsprojekt mit der Erforschung von Extremereignissen im Zuge des Klimawandels. Die Ergebnisse fließen in die Planung von Bevölkerungsschutzmaßnahmen ein. Klar ist: Der Katastrophenschutz muss sich neu aufstellen.

Hitzewelle und Waldbrände in Russland, gleichzeitig starke Niederschläge und Hochwasser in Osteuropa, Asien und in Ostdeutschland. Ob diese Katastrophen direkte Anzeichen des Klimawandels sind, kann mit letzter Konsequenz noch nicht eindeutig beantwortet werden. Dennoch scheinen Wetterextreme langfristig intensiver und häufiger aufzutreten und mit der Erderwärmung in Zusammenhang zu stehen. Statistiken zeigen zumindest einen Schadensanstieg wegen extremer Wetterereignisse.

Das Forschungsprojekt ist aus der Arbeitsgruppe “Klimawandel und Bevölkerungsschutz” hervorgegangen. Seit 2007 arbeiten das BBK, das Umweltbundesamt (UBA), der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) intensiv in dieser Arbeitsgruppe zusammen.

 Darüber hinaus wird der kontinuierliche Austausch mit allen im Bevölkerungsschutz Beteiligten in der Arbeitsgruppe “Klimawandel und Anpassung im Katastrophenschutz” hergestellt. In ihr sind alle bundesweit aktiven Hilfsorganisationen, die freiwilligen und die Berufsfeuerwehren, sowie das THW vertreten. Unter der Leitung des BBK werden gemeinsam Herausforderungen von der Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung über die Anpassung bestehender Einsatzkonzepte bis hin zum Schutz Kritischer Infrastrukturen diskutiert. Als zentrales Organisationselement für die Zivile Sicherheit und damit den Bevölkerungsschutz in Deutschland fasst das BBK die Arbeitsergebnisse zusammen und integriert sie in den Gesamtprozess Anpassung an den Klimawandel.

Hintergrund für die Forschungsprojekte ist, dass sich die Bundesregierung mit den künftigen Entwicklungen in Deutschland auseinander gesetzt und die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) verabschiedet hat. Darin werden die in Deutschland über die vergangenen Jahrzehnte gemessenen sowie die in Zukunft zu erwartenden klimatischen Entwicklungen zusammengefasst. In der DAS werden Handlungsfelder benannt und deren Betroffenheit und Handlungsbedarf skizziert. Der Bevölkerungsschutz wurde als ein Querschnittsthema explizit aufgenommen.

Zum Thema “Verwundbarkeitsassessment gegenüber Hochwasserereignissen auf kommunaler Ebene” wird das BBK einen Leitfaden herausgeben. Er soll in rund vier Wochen verfügbar sein. (Quelle: BBK)

Zwei Feuerwehrleute im Hochwassereinsatz. Solche Szenen werden immer häufiger zu sehen sein. Foto: Oskar Eyb
Zwei Feuerwehrleute im Hochwassereinsatz. Solche Szenen werden künftig immer häufiger zu sehen sein. Foto: Oskar Eyb

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