Großfeuer vernichtet komplette Erntevorräte

Geesthacht (SH) – Großbrand im Geesthachter Ortsteil Besenhorst (Kreis Herzogtum Lauenburg): 1.000 Rundballen Stroh, Heu und Silage standen in der Nacht zum Sonntag lichterloh in Flammen. Auch am Sonntag dauerten die Löscharbeiten noch an. Sofort wurden Erinnerungen an eine Brandserie wach: Von Herbst 2006 bis Frühjahr 2007 hatte es 17 Brände gegeben – meistens standen Erntevorräte in Flammen. Die Polizei ermittelte einen damals 21 Jahre alten Feuerwehrmann aus Börnsen, der zumindest vier Brandstiftungen einräumte.

“Wer hat mir das bloß angezündet”, ärgerte sich Heinz-Martin Pfeiffer. Er betreibt die Escheburger Pferdepension und hat sämtliche Erntevorräte verloren. Futter und Streu für die Pferde während der Winterzeit wurden vernichtet. „Seit 14 Tagen waren wir dabei, den Lagerplatz zu füllen“, sagte Pfeiffer. Den Schaden schätzt er auf 40.000 Euro. Woher er Ersatz bekommen kann, ist noch unklar. 1.000 Rundballen lassen sich nicht mal eben organisieren und anliefern.

Großfeuer: Rund 1.000 Rundballen verbrennen bei diesem Brand in Geesthacht. Foto: Timo Jann
Großfeuer: Rund 1.000 Rundballen verbrennen bei diesem Brand in Geesthacht. Foto: Timo Jann

Gegen 22 Uhr am Sonnabend hatten zahlreiche Autofahrer in Notrufen den Feuerschein gemeldet. “Als die ersten Kameraden am Einsatzort waren, standen die Rundballen, die in drei Reihen nebeneinander und auf mehreren Ebenen übereinander aufgestapelt waren, bereits lichterloh in Flammen”, sagte Geesthachts Feuerwehrchef Sven Albrecht. In der Spitze hatte er 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Verstärkung bekamen die Geesthachter auch aus Grünhof-Tesperhude, aus Escheburg, Börnsen und Kröppelshagen. Über fünf jeweils 500 Meter lange Schlauchleitungen holten sich die Retter Löschwasser aus einem Teich nahe der Zufahrt zur Autobahn und von einem Hydranten beim Landhof Buhk.

“Als wir die Wasserversorgung aufgebaut hatten, konnten wir von allen vier Seiten gegen das Feuer vorgehen”, erklärte Albrecht. Ein mühsames Unterfangen: Die Ballen waren gepresst, so dass das Wasser kaum ins Innere des Stapels eindringen konnte. Pfeiffer unterstützte die Feuerwehrleute deshalb mit dem Frontlader seines Treckers. Er zog die Rundballen auseinander. Der massive Regen, der während der Löscharbeiten niedergegangen war, verdampfte aufgrund der großen Hitze ohne Wirkung.

Albrecht tauschte das Personal im Laufe des Einsatzes mehrfach aus, zu kräftezehrend war der Einsatz für die Retter. “Wir haben dann am Morgen entschieden, das Feuer erstmal brennen zu lassen, damit die Masse weniger wird”, berichtete Albrecht. Eine Rauchwolke nebelte in der Zeit Besenhorst ein, der Gestank war schon nachts bis Wentorf und Bergedorf zu riechen. Als nur noch ein kleiner Rest brennendes Stroh und Heu übrig war, leiteten die Feuerwehrleute am Nachmittag abschließende Löscharbeiten ein. Es war der größte Löscheinsatz der vergangenen Jahre in Geesthacht. (Text: Timo Jann)

Hinterlasse einen Kommentar

Das könnte dich auch interessieren: