Fahrzeugproduzent BAI sucht wieder Mitarbeiter

Heidenheim (BW) – Der Feuerwehrfahrzeughersteller BAI will offenbar auf dem deutschen Markt aktiv bleiben. Erst Ende September hatte die Firma ihre Produktion im hessischen Limburg eingestellt – es fehlten Neuaufträge. Liquidiert wurde das Unternehmen jedoch nicht. Wie feuerwehrmagazin.de jetzt erfuhr, plant die BAI Sonderfahrzeuge GmbH die Einrichtung eines Service- und Vertriebsbüros im schwäbischen Heidenheim an der Brenz.

Auf Anfrage bestätigte Peter-Michael Gold, Mitglied der Geschäftsleitung, entsprechende Pläne: “Wir haben vor, im süddeutschen Raum ein Büro zu eröffnen, von dem aus die Service-Arbeiten für die bisher gelieferten Fahrzeuge gesteuert werden sollen. Der süddeutsche Raum deshalb, weil in diesem Gebiet die meisten der von uns verkauften Fahrzeuge im Einsatz sind.”

Die Überlegungen gehen aber noch weiter: “Es ist weiterhin geplant, Ausschreibungen in noch festzulegenden Bundesländern zu bedienen, um auch zukünftig den deutschen Markt mit Baiway-Feuerwehraufbauten beliefern zu können”, so Gold.

Konkretes Stellenangebot kursiert in Heidenheim

In trockenen Tüchern sei indes noch nichts. Gold: “Es handelt sich hierbei um Pläne, deren definitive Umsetzung noch bearbeitet und konkretisiert werden muss.” Ein konkretes Stellenangebot für “Mitarbeiter im Backoffice” kursiert allerdings derzeit bereits an einer Schule in Heidenheim. Das entsprechende Dokument liegt feuerwehrmagazin.de vor. Auf der Website des Unternehmens war von den Plänen noch nichts zu lesen – die letzte Aktualisierung fand am 9. August 2010 statt.

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Im Jahr 2005 hatte das italienische Unternehmen BAI, damals noch ein Teil des amerikanischen Oshkosh-Konzerns, seine deutsche Tochter gegründet. 2008 richtete BAI sein Werk in Limburg ein, hier fand jedoch nur die Endfertigung und Bestückung der in Italien gefertigten Einsatzfahrzeuge statt. Zirka 35 Einsatzfahrzeuge sollen an deutsche Feuerwehren ausgeliefert worden sein. Mehrfach war BAI in negative Schlagzeilen geraten, weil die Produktion der Fahrzeuge überdurchschnittlich lange dauerte – teils über mehrere Jahre.

Auftrag entzogen und neu ausgeschrieben

Ein Beispiel: Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Feuerwehr Oberasbach (BY). Die Wehr hatte im Sommer 2007 den Auftrag an BAI erteilt. Als die Lieferung immer wieder verschoben wurde – zuletzt war der Herbst 2009 im Gespräch – schrieb die Wehr den Auftrag neu aus. Die Firma Ziegler baute das Fahrzeug letztlich fertig. Im Feuerwehr-Magazin 2/2011 finden Sie einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema.

Archivfoto aus 2009: Auf dem Gelände eines ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerkes in Limburg (HE) wollte BAI Fahrzeuge herstellen. Tatsächlich fand hier nur die Endfertigung und Bestückung von in Italien gefertigten Fahrzeugen statt. Foto: Peter Schneider
Archivfoto aus 2009: Auf dem Gelände eines ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerkes in Limburg (HE) wollte BAI Fahrzeuge herstellen. Tatsächlich fand hier nur die Endfertigung und Bestückung von in Italien gefertigten Fahrzeugen statt. Foto: Peter Schneider

8 Kommentare zu “Fahrzeugproduzent BAI sucht wieder Mitarbeiter”
  1. Fireman88

    Lustig,

    also bei allem was man von der Firma gehört hat, würde ich sicher kein Fahrzeug bei denen bestellen.

    Lieber etwas mehr zahlen und dafür auf einen der etablierten Hersteller zurückgreifen.

  2. Werner Schneider

    Nicht alles schlecht machen, auch wenn es mit der deutschen Niederlassung nicht geklappt hat. Andere Hersteller haben auch ihre Macken mit ihren Fahrzeugen.Unsere Feuerwehr besitzt auch ein HFL 20/16 der Fa. BAI seit Okt.2009 und wir sind rundum zufrieden (sehr zufrieden).Also erstmal so ein Fz anschauen und dann Kommentare abgeben und nicht nur “Ich habe gehört”
    MfG
    Ein Maschinist, der froh ist solch ein Fahrzeug im Einsatz dabei zuhaben

  3. Caterpillar112

    schmeiss mich weg. sollen es lieber sein lassen. wenn man bedenkt das die auslieferun bis zu 3 jahren gedauert hat bei einigen wehren. die hätten lieber bausätze angeboten zum selber bauen 🙂

  4. sven112

    Hier beißt sich leider die Katze in den Schwanz: bei (den zwingend vorgeschr.) Ausschreibungen lassen sich solche “schwer oder nicht beweisbare” Umstände kaum berücksichtigen. Hatte mal eine Diskussion mit einem Mitarbeiter der Kommunalaufsicht (die sollen ja eigentlich Geld sparen). Der machte unmissverständlich klar dass die bekannt schlechte Ersatzteilversorgung für nicht mehr ganz neue Fahrgestelle aus dem gleichen Land wie BAI nicht negativ berücksichtigt werden darf.
    Das Vergaberecht verhindert es leider die zuverlässige Arbeit der etablierten Hersteller zu “belohnen”.
    Beispiel: Ersatzteilversorgung der Firma mit dem Stern ist unübertroffen. Bekamen selbst für über 35 Jahre altes Fahrzeug problemlos Teile.

  5. Hallo Namesvetter,

    ich kann Dir nur zum Teil Recht geben:

    Sinn einer jeden öffentlichen Ausschreibung ist (im Interesse aller Steuerzahler) öffentliche Beschaffungen so günstig wie möglich durchzuführen – das ist Richtig!

    ABER: Das Vergaberecht läßt durchaus Spielräume auch andere Aspekte als nur den Preis zu berücksichtigen. Mutmaßungen über eine schlechte Ersatzteilversorgung in der Zukunft reichen da nicht aus – DEr Nachweis, dass breits vergleichbare Aufträge erfolgreich abgewickelt wurden oder dass z.B. die Erreichbarkeit des Kundendienstes gegeben ist kann (und sollte)aber verlangt werden – um nur 2 Beispiele zu nennen

    Wäre es anderes könnten die Hersteller praktisch “den größten Schrott” verkaufen, der gerade mal die Gewährleistungszeit übersteht, nur weil es billig ist…

    So ist es glücklicherweise nicht!

    Das erklärt zum Beispiel auch warum es kaum ausländische Fahrgestelle in Deutschland gibt und warum es ausländische Aufbauhersteller nicht leicht haben.

    Und zu der Frage warum “die mit dem Stern” auch nach mehr als 30 Jahren viele Ersatzteile problemlos liefern (können): Die zweifellos hohe Qualität der Fahrzeuge sorgt für eine entsprechend lange Lebensdauer, durch die wiederum der Markt vorhanden ist….

    Bessere Qualität kann man schon berücksichtigen – wenn auch zum Teil nur auf Umwegen. Das ist aber in der Wirtschaft in viel anders – auch wenn es da keine gesetzlichen Vorgaben gibt. Argumentieren muss aber z.B. auch der Leiter einer Werkfeuerwehr.

  6. Peter Saßmannshausen

    Das Fahrgestell ist ja undiskutabel. Aber selbst große Aufbauhersteller aus Deutschland haben nach noch nicht einmal zehn Jahren Probleme mit der Ersatzteilversorgung. da könnte ich jetzt ein Lied von singen….

  7. Gerätewart

    Leider ist trotz der Spielräume der Preis das Hauptkkriterium bei der Auftragsvergabe.
    Qualität, Zuverlässigkeit, einheitliche Bedienung und Ersatzteilhaltung, langjährige gute und erfolgreiche Zusammenarbeit geraten da zu sehr ins Hintertreffen. Ich fürchte auch das das negative Auswirkungen auf die Ersatzteilversorgung aus dem Hause Mercedes haben wird.
    Wer profitiert hiervon: Lieferanten mit dem Geschäftsgebahren wie BAI. Auch wenn sie nach gewisser Zeit wieder vom Markt verschwinden. Die Zeche Zahlen Feuerwehren und Steuerzahler- also wir alle.

  8. Caterpillar112

    also ich kenne die zwei fahrzeuge der ff saarlouis und kann sagen vergess es. die sehen zwar von außen schön aus aber das war es auch schon. die ideen die der hersteller hat oder hatte waren ja echt teilweise gut und echt durchdacht. aber ich finde mit ziegler usw. im einsatz geht es mir echt besser und ich weiss da geht alles. sicher gibt es auch bei der firma ziegler usw. kleine mängel oder mal probleme aber sicher nicht seitenweise mängellisten bei der abholung im werk. und man muss noch helfen als wehr die karre zusammen zubauen und einzuräumen mit den geräten usw. hab einiges gehört von verschiedenen wehren die da autos gekauft haben. ansonsten kann ich einigen vorredner recht geben. ha und verschiedene teile oder von ziegler usw. bekommt man auch nach 40 jahren wenn sie die noch haben.

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