Samstag, 10. Dezember 2016

Feuerwehr Übungsidee: Kommunikation und Teamwork

10. November 2016 von  

Nicht nur in der Sprechfunker-Ausbildung oder Digitalfunkschulung spielt Kommunikation in der Feuerwehr eine wichtige Rolle. Es kommt insbesondere auf den so genannten Face-to-face-Austausch an – also die direkte Kommunikation ohne technische Hilfsmittel. Diese beherrscht nicht jeder. So haben wir zwei Feuerwehr Übungsideen für einen etwas anderen Dienst vorbereitet.

Tipp: Diese Übungen können auch in der Fahrzeughalle durchgeführt werden und eignen sich so auch für Winterdienste.

Es ist in der Feuerwehr häufig entscheidend, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten oder sie zu finden. Dies ist nur scheinbar ein Widerspruch zum Einsatzgeschehen, bei dem das Prinzip von Befehl und Gehorsam die Kommunikation bestimmt. Niemand wird in Frage stellen, dass es in vielen Situationen notwendig ist, dass eine Führungskraft ganz klar sagt, was gemacht werden muss.

Serie Kleine Übungen

Die Übungsidee stammt aus unserer beliebten Feuerwehr-Magazin-Serie Kleine Übungen. In jedem zweiten Heft stellen wir eine Idee vor. Daraus sind mittlerweile fünf eDossiers entstanden. >>Hier geht’s zu den Downloads.

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Aber es gibt durchaus auch Einsatzsituationen, in denen eine konstruktive Diskussionskultur von Vorteil sein kann. Ein Bei-spiele: Maschinenunfälle, bei denen das Fachwissen von Maschinenmechanikern gefragt ist. Oder der Alarm der Brandmeldeanlange im großen Industriekomplex, bei dem Betriebsangehörige wichtige Hilfestellung leisten können. Wäre es nicht fatal, im Notfall auf Fachwissen zu verzichten? Es wäre doch engstirnig, nicht das gesamte Potential der eigenen Mannschaft zu nutzen? Führungspersonen sollen ja nicht zu sinnlosen Diskussionen einladen, sondern kleine Expertenrunden einberufen.

Doch auch solch eine Kommunikation sollte geübt werden. Dabei geht es um weit mehr, als reines feuerwehrtechnisches Wissen. Solche Übungen sind außerdem empfehlenswert für Jugendfeuerwehren.

Stärke und Ausstattung für die Übungen

Die Übungen können gut in einen Ausbildungsdienst integriert werden. Wichtig ist, dass die Teams eine Mischung aus Führungskräften und reinen Mannschaftsfunktionen bilden. Antreten können die Aktiven sowohl in Gruppen als auch in Staffelstärke. Vorher muss folgendes Material bereitgestellt werden: Kübelspritze, sechs Saugschläuche, Kupplungsschlüssel, ein 100-Liter-Fass, Löschgruppenfahrzeug, Besenstiel.

Die Übungsbeschreibung

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Die Kübelspritze steckt im blauen Fass und muss dort wieder raus. Doch die Gruppe darf den Ring aus Saugschläuchen nicht betreten und das Fass nicht umwerfen. Verwendet werden darf alles, was das Fahr-zeug hergibt. Neben Kreativität ist hier Kommunikation in der Gruppe gefragt. Foto: S. Patzelt

In der ersten Übung wird durch eine Staffel oder Gruppe zunächst aus sechs Saugschläuchen ein Ring gekuppelt, in dessen Mitte ein leeres Fass gestellt wird. In dieses Gebinde wird nun eine entleerte Kübelspritze gestellt. Ziel der Mannschaft ist es, mit den auf dem Fahrzeug vorhandenen Geräten die Kübelspritze aus dem Fass zu holen und außerhalb des Ringes abzustellen. Dabei dürfen der Behälter nicht bewegt sowie der Innenkreis nicht betreten und nicht überquert werden.

Bei der zweiten Übung wechseln die Kräfte gedanklich in andere Rollen: Sie sehen sich nun mit der Entschärfung einer brisanten Rohrbombe konfrontiert. Ein Besenstiel symbolisiert hierbei die Rohrbombe und muss vom Team gemeinsam entschärft werden. Zu Beginn der Übung strecken alle Teammitglieder zwei Finger auf Brusthöhe aus, auf denen die Sprengkörper ruht – also locker aufliegt. Die Finger dürfen den Besenstiel dabei nicht von oben greifen und dieser darf auch nicht zwischen den Fingern festgeklemmt werden. Die wichtigste Regel lautet, dass keiner der Feuerwehrmänner den Kontakt zur Bombe verlieren darf. Geschieht dies, so ist die Mission gescheitert. Um nun den gefährlichen Sprengkörper unschädlich zu machen, muss der Besenstiel lediglich gemeinsam auf dem Boden abgelegt werden.

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Rollenwechsel – der Besen wird bei dieser Übung zur „Rohrbombe“ und muss entschärft werden. Die Gruppe muss das Objekt dafür gemeinsam zu Boden führen. Foto: S. Patzelt

Was sich in der Theorie so einfach anhört, wird in der Praxis allerdings ein Problem werden. Denn anstatt nach unten in Richtung Boden zu kommen, wird der Besen vermutlich zunächst immer höher wandern. Wahrscheinlich sogar soweit, dass einige aufgrund ihrer Körpergröße schnell den Kontakt verlieren. Warum dies so ist und wie das Team zu einer gemeinsamen Lösung kommt, soll hier allerdings noch nicht verraten werden. Nur so viel – Kommunikation ist alles! Um diese Übung noch etwas brisanter zu machen, sollte der Übungsleiter immer wieder darauf hinweisen, dass wirklich keiner den Kontakt zur Bombe verliert.

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Es sieht ganz einfach aus, aber das täuscht, denn der Besen wandert bei dieser Übung anfangs häufig nach oben. Foto: S. Patzelt

Eigenschutz nicht vergessen

Alle Teilnehmer tragen vollständige leichte Persönliche Schutzausrüstung (PSA), so wie sie etwa auch für die Technische Hilfeleistung getragen wird. Bei der zweiten Übung sollte auf das Tragen von Handschuhen verzichtet werden. Die restliche PSA wird jedoch anbehalten, um die Aufgabe nicht zu leicht zu gestalten.

Das Übungsziel

Die Teilnehmer sollen erkennen, dass es Situationen in der Feuerwehrarbeit geben kann, in denen es wichtig ist, sämtliche Kompetenzen und Ideen des Teams einzubringen und abzurufen. Die Bergung der Kübelspritze erfordert keine Einzelleistung, sondern eine gemeinsame Leistung des Teams, bei der alle Mitglieder Ideen einbringen sollen und jeder über den gemeinsamen Plan informiert ist.

Bei der zweiten Übung soll deutlich werden, dass es Situationen gibt, in denen ein Einzelner Befehle erteilt, die zwingend erforderlich sind, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Vorgeschlagen und geschrieben wurde diese Feuerwehr Übungsidee von unserem Autor Dr. Steffen Patzelt, Ausbilder der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich (RP).

Kommentare

2 Kommentare zu “Feuerwehr Übungsidee: Kommunikation und Teamwork”
  1. Björn sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in welchen von 5 Magazinen befindet sich die Übung

    „Die Kübelspritze steckt im blauen Fass und muss dort wieder raus. Doch die Gruppe darf den Ring aus Saugschläuchen nicht betreten und das Fass nicht umwerfen. Verwendet werden darf alles, was das Fahr-zeug hergibt. Neben Kreativität ist hier Kommunikation in der Gruppe gefragt. Foto: S. Patzelt“

    Vielen Dank im Voraus!

Kommentare

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