Dienstag, 25. Juli 2017

Stabilisierungssysteme bei der Feuerwehr: ein Überblick

24. Mai 2016 von  

Nach einem Verkehrsunfall müssen betroffene Fahrzeuge mit Hilfe von Stabilisierungssystemen gesichert werden. Und zwar unabhängig davon, ob eine Person eingeklemmt ist oder nicht. Dies gilt für sämtliche Fahrzeuge aller Bauarten. Zum einen sollen Stabilisierungssysteme verhindern, dass noch intakte Fahrzeuge wegrollen. Zum anderen soll für eingeklemmte Unfallopfer ein Überlebensraum geschaffen werden, bis diese befreit werden können.

Die Grundsatzentscheidung, wie und mit welchen Mitteln ein Unfallfahrzeug gesichert wird, trifft der für die technische Rettung zuständige Abschnittsleiter nach gründlicher Erkundung. Das eingesetzte System muss dabei so dimensioniert sein, dass es die auftretenden Lasten auch aufnehmen kann (Lkw, Bus, große Arbeitsmaschinen). Darüber hinaus sollte es so positioniert werden, dass es bei der Rettung nicht im Weg ist. Dazu sind geeignete Anschlagpunkte am Fahrzeug zu wählen.

Stabiliserungssystem_Feuerwehr_Lageerkundung-Technische Hilfeleistung

Weiter muss der Abschnittsleiter bedenken, dass Fahrzeuge unter Umständen bewegt werden müssen, um eine Rettung überhaupt zu ermöglichen: Umgestürzte Pkw werden beispielsweise auf die Räder gestellt, Lkw-Auflieger bei Unterfahrunfällen angehoben.

In den meisten Fällen reichen einfache Mittel aus. Allerdings finden bei den Feuerwehren immer mehr Spezialgeräte Verwendung. Diese sind ausschließlich für solche Aufgaben konzipiert oder sind Bestandteil eines modularen Systems mit weitläufigerem Einsatzspektrum. Anhand von verschiedenen Einsatzszenarien möchten wir die unterschiedlichen Mittel und  vorstellen.

Pkw auf Rädern: Einfache Mittel reichen oft aus

Nicht jeder Unfall führt zwangsläufig zu einer starken Verformung des Fahrzeugs. Bei Verdacht auf ein schwerwiegendes Trauma (Verletzung) im Bereich der Wirbelsäule kann dennoch entschieden werden, den Patienten schonend und achsengerecht auch aus einem quasi intakten Pkw zu befreien. In diesem Fall muss dieser „felsenfest“ stehen.

Spanngurte_Stabiliserungssysteme_FeuerwehrAm Einfachsten sind immer Bordmittel wie eingelegter Gang und angezogene Handbremse. Zusätzlich können auch passende Radkeile gesetzt werden (siehe Kasten „Radkeile“). Droht das Unfallfahrzeug wegzurollen, zu rutschen oder abzustürzen, müssen Anschlag- oder Zugmittel benutzt werden. In Frage kommen zum Beispiel Spanngurte (siehe „Spanngurte“) oder der Mehrzweckzug. Diese müssen an stabilen Teilen wie Rahmen oder Achse angeschlagen werden. Merke: „Die Abschleppöse ist für eine Fahrzeugsicherung nicht geeignet!“

Um das Fahrzeug vollständig zu stabilisieren, sollte dieses unterbaut und die Luft aus den Reifen gelassen werden. Dazu sollte ein Ventildreher verwendet werden. Auf keinen Fall die Reifen zerstechen (Verletzungsgefahr, schlagartiges Aufsetzen des Fahrzeugs auf die Abstützung). Der Unterbau wird auf beiden Fahrzeugseiten unter der A- und B-Säule so gesetzt, dass keine Teile herausragen, da sie eine Stolperfalle darstellen oder bei den späteren Arbeiten im Weg sind.

Der oberste Teil eines Unterbaus sollte jeweils aus einem Keil bestehen, der handfest und möglichst formschlüssig zwischen gerade Elemente und Fahrzeug geschoben wird. Merke: „Besteht kein Kontakt zwischen Fahrzeug und Unterbau, ist dieser unwirksam.“

Produkte/Hersteller:

  • Formholz (zum Beispiel ein Satz Kanthölzer 10 x 10 x 50 cm mit Keilen
  • Weber Rescue Stab-Pac
  • Kunststoff-Keilsysteme (Weber Rescue, Lukas, Holmatro)
  • Weber Rescue Unterbau-Schiebeblock

Pkw auf Seite: Leichte Systeme

In vielen Fällen kann ein Fahrzeug ausschließlich mit Unterbaumaterial, hauptsächlich mit Holzkeilen, gesichert werden. Ist der Pkw nicht stark beschädigt und befindet er sich in einer 90-Grad-Seitenlage, werden Keile zumindest unter der A- und B-Säule sowie unter den Rädern gesetzt. Je mehr Keile, desto besser.

Radkeile_Stabiliserungssysteme_FeuerwehrUm das Fahrzeug auf der Unterseite zu sichern, sollte eine seitliche Stabilisierung eingesetzt werden. Die einfachste Variante sind dabei Steckleitern mit Spanngurten: Zwei Steckleiterteile werden unter die oberen Räder des Pkw geschoben. Mit je einem Spanngurt werden die Leiterteile fixiert. Ein geeigneter Anschlagpunkt ist beispielsweise die Achse an den unteren Rädern.

Diese Methode ist pragmatisch, hat jedoch Nachteile: Insbesondere aus der Länge der Steckleitern resultiert ein ungünstiger – weil zu flacher – Winkel, das Fahrzeug lässt sich nicht immer sicher stabilisieren. Ferner können Kräfte entstehen, die zur Beschädigung der Leiter führen. Auch ist das Einsetzen der Leitern je nach Lage nicht immer möglich.

Besser bewährt haben sich leichte, statische Systeme. Sie sind inzwischen stark verbreitet. Ihre Aufnahmekapazität beträgt pro Element 1.000 bis 9.000 Kilogramm, was bei Pkw und Vans völlig ausreichend ist. Die Systeme bestehen aus einem teleskopierbaren Rohr und einem aufgesetzten Spanngurt. Sie sind einfach aufgebaut und leicht zu bedienen.

Das Rohr wird an das Fahrzeug gelehnt. Ein im Spanngurt geführter Haken wird in einer vertikalen Flucht unten an einer geeigneten Stelle am Fahrzeug eingehängt. Jetzt wird der Spanngurt festgezogen, es entsteht ein Kräftedreieck. Merke: „Der ideale Aufstellwinkel beträgt dabei zirka 45 Grad.“

Hier gibt es – je nach Gerät – zwei Techniken: Entweder das Kräftedreieck wird über den Spanngurt erstellt (Weber Stab-Fast, Holmatro V-Strut, Lukas QuickStrut) oder über das Fahrzeug selbst (Paratech TVS, Schwerlast-Systeme).

Statt der Keile auf der Dachseite kann auch hier ein Stabilisierungssystem verwendet werden. Dabei ist jedoch der geplante Rettungsweg zu beachten: Soll beispielsweise das Dach heruntergeklappt werden, muss dieses frei bleiben. Die Systeme sind so flexibel einsetzbar, dass eine Vielzahl auch anspruchsvoller Lagen damit bewältigt werden kann. So können sie sogar an den Spanngurten verbunden und paarweise eingesetzt werden.

Produkte/Hersteller:

  • Weber Stab-Fast / Weber Stab-Fast XL
  • Lukas LQS
  • Holmatro V-Strut
  • Paratech TVS 100/TVS 200

Schwere Fahrzeuge: Stützen-Modulsysteme

Nach Norm ausgestattete Rüstwagen führen erweiterte Mittel zur schweren technischen Rettung mit, darunter eine eingebaute Seilwinde, Mehrzweckzug, Rüsthölzer, Baustützen, Kanalspindeln, großer Rettungszylinder sowie hydraulische Winden. Bei verunfallten Lkw ist es jedoch oft schwierig, mit diesen Mitteln einen geeigneten Anschlagpunkt zum Abstützen zu erreichen. Entweder fehlt der Platz oder der Punkt liegt zu hoch (Rahmen, Aufbau).

Systeme wie hier das Airshore Fahrzeugstabilisierungprogramm lassen sich auch für komplexe Szenarien einsetzen. Foto: Vetter

Systeme wie hier das Airshore Fahrzeugstabilisierungprogramm lassen sich auch für komplexe Szenarien einsetzen. Foto: Vetter

Abhilfe schaffen modulare Rettungsstützen. Ursprünglich für Gebäudeabstützung und Tiefbauunfälle entwickelt, eignen sich diese Stützen sehr gut auch für schwere oder schwierig abzustützende Lasten: Unterfahrunfälle, verrutschte Ladung, Pkw in Seiten oder Dachlage, Zugmaschinen, Auflieger und Anhänger, Baumaschinen und landwirtschaftliche Großfahrzeuge.

Sie haben eine Aufnahmekapazität von 9 bis 14 Tonnen pro Stütze (Sicherheitsfaktor 2:1 bis 4:1) und können mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch bedient werden. Ihr großer Vorteil liegt in der Flexibilität, denn sie lassen sich passend zur Einsatzlage konfigurieren. So sind große Platten mit geringem Bodendruck, Köpfe für die Aufnahme von Schwerlastketten, Klauen oder Dorne erhältlich.

Vorrangig arbeiten die Systeme mechanisch, indem sie per Hand gesetzt werden. Soll jedoch ein Objekt angehoben werden (zum Beispiel mittels Rettungszylinder), können Rettungsstützen pneumatisch beaufschlagt werden und „wachsen mit“. Vorteile: Der Bediener befindet sich außerhalb des Gefahrenbereichs, die Last ist immer sicher abgefangen (siehe „Statische und dynamische Lage“).

Hydraulische Stützen können auch in größeren Höhen, die von sonstigem Gerät unerreichbar sind, bis zirka 10 Tonnen heben. Die Philosophien der Hersteller unterscheiden sich, die Grundfunktion ist jedoch grundsätzlich die gleiche.

Produkte/Hersteller:

  • Paratech RSS Rettungsstützen
  • Holmatro PowerShore
  • Vetter AirShore
  • Weber Rescue Rettungsstützen

Leichtes Stütz-und Hebesystem

Bei diesem auf dem Dach liegenden Pkw werden ein PowerShore System von Holmatro und Stufenkeile eingesetzt, um den Überlebensraum im Innern zu sichern. Wir stellen Ihnen in unserem Servicebeitrag weitere Hilfsmittel vor. Foto: Holmatro

Bei diesem auf dem Dach liegenden Pkw werden ein PowerShore System von Holmatro und Stufenkeile eingesetzt, um den Überlebensraum im Innern zu sichern. Wir stellen Ihnen in unserem Servicebeitrag weitere Hilfsmittel vor. Foto: Holmatro

Holmatro PowerShore ist ein leichtes Stütz- und Hebesystem, welches sowohl bei Bauunfällen als auch bei der Sicherung verunglückter Fahrzeuge zum Einsatz kommen kann. Unterschieden werden beim Holmatro PowerShore hydraulische (Hubkraft 100 kN, maximale Last 10.100 kg) und pneumatische Zylinder (Hubkraft 4 kN, maximale Last 400 kg). Sie sind in den Längen 632 sowie 1.092 mm mit Auto-Lock-Sicherungssystem und 575 sowie 1.035 mm mit Sicherungsmutter erhältlich. Ihr möglicher Hub beträgt jeweils 252 mm.

Beim Auto-Lock-Sicherungssystem verschließt sich der Kolben in 9-mm-Schritten automatisch und wird so gegen unbeabsichtigtes Einfahren gesichert. Ein Einziehen ist nur möglich, wenn die Sicherung bewusst entkoppelt wird. Die Sicherungsmutter wird festgedreht, wenn der Kolben ganz ausgefahren ist.

Nur zum Abstützen dienen die mechanischen Stützen MS 2 L 2+ und MS 2 L 5+ mit Gewinde oder Sicherungsmutter. Für alle Holmatro PowerShore – Stützen gibt es als Zubehör unterschiedliche Verlängerungen, Auflager, Köpfe, Stütz- und Bodenplatten sowie Spanngurte, Seile und Transporttaschen. Mittels Gelenkauflagen und Gelenkköpfen lassen sich auch komplexere Stützkonstruktionen errichten.

Lego für Erwachsene

Achten Sie beim Stabilisieren unbedingt darauf, dass die Fahrzeuge formschlüssig unterbaut werden. Dazu eignen sich insbesondere Keile sehr gut. Foto: Weber Rescue Systems

Achten Sie beim Stabilisieren unbedingt darauf, dass die Fahrzeuge formschlüssig unterbaut werden. Dazu eignen sich insbesondere Keile sehr gut. Foto: Weber Rescue Systems

Aus unterschiedlich hohen wasserfest verklebten Buchensperrholzplatten besteht das Weber-Unterbausystem Stab-Pack. Die Platten weisen – ähnlich wie Lego-Bausteine – Noppen und Vertiefungen auf, mit deren Hilfe sie sicher übereinander gestapelt werden können. Mittels zweier Holzkeile kann eine dreiteilige Platte gespreizt und so das Fahrzeug abgestützt werden, ohne es anheben zu müssen. Alle Teile werden auf einem Messingträger geliefert. Erhältlich ist das Weber Stab-Pack auch als Set mit vier Einheiten in einer Euro-Transportbox. Ergänzt wird das Weber Stab-Pack durch das Weber Stab-Lock – Programm. Es besteht aus unterschiedlich langen und breiten, wasserfest geleimten Buchensperrholzblöcken.

Ergänzt werden sie durch Basisplatten und Keile. Auch sie lassen sich durch das Lego-Prinzip sicher stapeln, sodass unterschiedliche Unterbauten erstellt werden können. Die Teile sind einzeln sowie als Set erhältlich.

Keile und Blöcke

Zwei Sätze Unterbaumaterial bietet Holmatro den Feuerwehren an: Satz A besteht aus zwei Trapezblöcken sowie je zwei kleinen und großen Keilen. Die in mehreren Höhen gestuften Blöcke können unter den Schweller des Fahrzeugs geschoben werden. Dann werden sie mit Keilen angehoben. Satz B besteht aus sechs Stapelblöcken mit drei unterschiedlichen Höhen sowie ebenfalls aus je zwei kleinen und großen Keilen. Alle Elemente sind aus recyceltem Polyethylen hergestellt und bieten laut Holmatro damit eine längere Lebensdauer als vergleichbare Produkte aus Holz. Sie sind wasser- und ölabweisend und sollen durch ihr rutschfestes, ineinandergreifendes Profil einen sicheren Unterbau ermöglichen.

Stapelklötze

Für das sichere Unterbauen von Unfallfahrzeugen bietet Lukas das Abstützset LSS mit Blöcken, Keilen und weiteren Unterlagen an. Die Blöcke und Keile lassen sich beliebig stapeln und greifen dabei ineinander. So entsteht ein sicherer Schluss zum Fahrzeug. Zum Set gehört auch ein Treppenkeil, der von beiden Seiten verwendet werden kann. Mit einem Seil verbunden ist ein Einschubkeil, mit dem der Treppenkeil fein an die benötigte Höhe angepasst werden kann.

Alle Teile bestehen aus recyclefähigem Polyethylen, sind öl- und chemikalienbeständig und können mit handelsüblichen Reinigungsmitteln gesäubert werden. Die zulässige Belastung liegt bei 110 kg/cm2. Lukas versichert zudem, dass das Material splitterfrei ist.

Schon 10 Jahre auf dem Markt

Seit über zehn Jahren bietet Weber Rescue Systems seine Fahrzeugstütze Stab-Fast an. Sie ist anwendbar bei Pkw, Vans, Transportern und Lkw-Kabinen. Auch Weber Stab-Fast funktioniert nach dem Prinzip des Kräftedreiecks mit einem Ratschengurt.

Die im Jahr 2012 überarbeitete Version bietet folgende Vorteile: Für das ausschiebbare Teleskop gibt es eine automatische Verriegelung sowie eine pneumatische Dämpfung. Mittels eines Knopfes kann die Ratsche ausgerichtet werden, zudem ist die Aufrollvorrichtung für den Gurt verbessert worden. Die Fußplatte stattete Weber mit einem größeren Loch aus, durch das sich die Stütze besser befestigen lässt. Ein schlankerer Spitzhaken soll sich leichter am Fahrzeug platzieren lassen. Reflektierende Aufkleber sorgen dafür, dass die Stütze auch nachts von der Seite besser zu sehen ist.

Das Weber Stab-Fast MK2 Basic-Set umfasst zwei Stützen (ausgefahren 1.720 mm, maximale Last 1.500 kg), Hakenmesser und Transporttasche. Beim Weber Stab-Fast MK2 sind eine weitere Stütze sowie ein Keil zusätzlich dabei. Das Weber Stab-Fast MK2 XL wird mit zwei großen Stützen (ausgefahren 2.500 mm, maximale Last 2.500 kg) geliefert.

Aufbau in nur 15 Sekunden

Mit der Stütze V-Strut von Holmatro lassen sich umgestürzte Fahrzeuge stabilisieren. Sie kann zur Anpassung in 24 Stufen ausgezogen werden. Foto: Holmatro

Mit der Stütze V-Strut von Holmatro lassen sich umgestürzte Fahrzeuge stabilisieren. Sie kann zur Anpassung in 24 Stufen ausgezogen werden. Foto: Holmatro

Holmatro V-Strut heißen die ausschiebbaren Stützen zur Fahrzeugstabilisation von Holmatro. Darin integriert sind ein Kopf zum Ansetzen am Fahrzeug, eine bewegliche Bodenplatte sowie Haken mit einem 5 m langen Spanngurt und Ratsche. Alles ist verlustsicher miteinander verbunden. Für den Spanngurt ist am Fuß der Stütze eine Spule vorhanden. Die maximale Belastung gibt der Hersteller mit 16 kN (entsprechend 1.600 kg) an. Eingefahren misst die Stütze 1.080 mm, sie kann in 24 Stufen um je 30 mm ausgeschoben werden. Ihre ausgefahrene Länge beträgt 1.800 mm. Gewicht: 7,9 kg, Abmessungen (LxBxH) 1.080 x 149 x 210 mm. Laut Holmatro soll die Stütze in nur 15 Sekunden aufgebaut werden können.

Stütze mit Schnellverschluss

Zwei unterschiedliche Größen bietet Paratech bei seinem TwistLock Vehicle Stabilizer (Paratech TVS) an. Der Paratech TVS 100 ist zusammengeschoben 119 cm lang, ausgezogen misst er 152 cm und wiegt 13,2 kg. Beim Paratech TVS 200 sind es 173 cm beziehungsweise 244 cm und 18,6 kg. Beiden gemein sind eine bewegliche Fußplatte, das Ratschensystem, ein Handgriff sowie die Möglichkeit, verschiedene Kopfstücke anzusetzen. Neben V-Kopf und Spitze ist außerdem eine Kettenaufnahme erhältlich.

Während der TVS 100 nur an der oberen Seite ausgeschoben werden kann, besitzt der TVS 200 zwei Ausschubelemente. Sie werden durch einen Drehring gesichert, der zum Aus- oder Einschieben nur gedreht wird und das Element freigibt. Beim Loslassen verriegelt sich der Ring selbsttätig. Die maximale Traglast gibt Paratech mit 4.535 kg bei einem Sicherheitsfaktor von 2:1 an.

Bis zu 18 Tonnen

Mit Abstützsystemen lassen sich auch schwere Lasten sicher abfangen. Die Spanngurte über der Motorhaube und dem Heck des Pkw verhindern, das sich das Wrack nach Anheben des Lkw bewegt. Foto: Paratech

Mit Abstützsystemen lassen sich auch schwere Lasten sicher abfangen. Die Spanngurte über der Motorhaube und dem Heck des Pkw verhindern, das sich das Wrack nach Anheben des Lkw bewegt. Foto: Paratech

Paratechs Standard Vehicle Stabilization Kit (VSK) besteht aus zwei von 64 bis auf 91 cm ausziehbaren Stützen, je zwei 30 cm und 61 cm langen Verlängerungen, je zwei Fußplatten und Kopfstücken sowie vier Ratschengurten und zwei Haken. Mit dem System können Lasten bis 18.143 kg aufgefangen werden. Es bietet einen Sicherheitsfaktor von 4:1.

Für komplexere Lagen bietet Paratech das Highway VSK an, welches im Vergleich zum Standard-Set aus der doppelten Anzahl an Elementen besteht. Lasten bis 36.287 kg lassen sich damit abstützen. Bis 54.431 kg ist das Set Interstate/Motorway VSK belastbar. Es besteht aus je zwei Stützen von 91 bis 127 cm, 119 bis 185 cm und 183 bis 295 cm, je drei Verlängerungen 61 cm und 122 cm, sechs Bodenplatten, zwei Neoprenunterlagen, zwei rund 6 m langen Ketten mit Haken, vier Haken, sechs Ratschengurten sowie je vier Rund-, V- und Mehrzweckköpfen.

Kommentare

1 Kommentar zu “Stabilisierungssysteme bei der Feuerwehr: ein Überblick”
  1. Fabian sagt:

    Schonmal was von ResQtec und Stablox gehört?!

Kommentare

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