Dienstag, 6. Dezember 2016

Aufbau und Materialien von Feuerwehrbekleidung

8. Dezember 2014 von  

Damit Feuerwehrbekleidung den vielfältigen Anforderungen im Einsatz gerecht werden kann, ist ein komplexer Aufbau notwendig. In der Regel besteht die Schutzkleidung aus vier Komponenten. Es gibt zwei Möglichkeiten diese zu verarbeiten – entweder in einer Laminat-  oder in einer Linerkonstruktion. In Deutschland basiert der Großteil der Feuerwehrbekleidung auf dem Linersystem. Was genau verbirgt sich dahinter? Welche Vor- und welche Nachteile bieten die unterschiedlichen Lösungen? Und welche Funktion haben Nässesperren? Dirk Stephan von Gore und Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg befassen sich im zweiten Modul unseres Ratgebers mit dem Schwerpunkt „Material und Produkte“ von Feuerwehrbekleidung.

Ein moderner Schutzanzug für die Feuerwehr ist üblicherweise aus vier Komponenten aufgebaut: einem flammfestem Oberstoff, einer Nässesperre, einer Thermoisolation sowie einem Innenfutter. Verarbeitet werden diese Komponenten entweder in Laminat- oder in Linerkonstruktionen. Der Laminataufbau basiert auf zwei textilen Schichten, nämlich dem Laminat und dem Isolationsfutter. Vorteile dieser Konstruktion sind das niedrige Gewicht, die hohe Atmungsaktivität und die geringe Wasseraufnahme des Obermaterials. Als Nachteil erweist sich, dass jede nach außen führende Naht mit einem speziellen wasserdichten Nahtversiegelungsband versehen werden muss. Auch das Aufnähen von Applikationen auf die Feuerwehrbekleidung ist nur mit entsprechender Versiegelung möglich.

Dirk Stephan von Gore und Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg befassen sich im zweiten Modul unseres Ratgebers mit dem Schwerpunkt "Material und Produkte" von Feuerwehrbekleidung.

Dirk Stephan von Gore und Michael Kawall von der Feuerwehr Hamburg befassen sich im zweiten Modul unseres Ratgebers mit dem Schwerpunkt „Material und Produkte“ von Feuerwehrbekleidung.

Feuerwehrbekleidung mit Lineraufbau

Gängiger ist hierzulande Schutzkleidung mit Lineraufbau. Diese Konstruktion besteht aus drei textilen Schichten – dem Oberstoff, dem Isolationsfutter und der dazwischen lose eingehängten Nässesperre, die auch als Liner bezeichnet wird. Der Lufteinschluss zwischen den Lagen sorgt hier für eine zusätzliche thermische Isolation. Applikationen lassen sich ohne anschließende Nahtversiegelung auf dem Obermaterial anbringen. Nachteile der Linerkonstruktion sind eine geringere Strapazierfähigkeit sowie bei nachlassender Imprägnierung eine höhere Wasseraufnahme der Oberware.

Nässesperren: Unerlässlich für Feuerwehrbekleidung

Die Funktion einer Nässesperre besteht darin, das Eindringen von Feuchtigkeit von außen zu verhindern, etwa durch Regen- und Löschwasser. Sie sind bei Feuerwehrbekleidung integraler Bestandteil des thermischen Schutzes. Denn Feuchtigkeit hebt den Wärmeschutz auf. Die Herausforderung ist dabei, Nässe von außen abzuhalten, aber gleichzeitig Schweiß von innen nach außen zu transportieren. Gelöst wird dies bei Schutzkleidung meist durch Membrane, die wasserdicht und schweißdurchlässig sind. Die Membran ist zudem eine Barriere gegenüber Heißdampf. Gelangt er von außen durch den Oberstoff an die Membran, kondensiert der Dampf an der Membranoberfläche zu Wassertropfen und kann deshalb nicht in die Feuerwehrbekleidung eindringen.

Feuerwehrbekleidung bietet mehrfachen Schutz

Aufgabe der Membran ist zudem der Schutz vor Kontamination, indem sie etwa das Eindringen von gefährlichen Flüssigkeiten verhindert. Zugleich bleibt die Membran durchlässig und ermöglicht den Transport von Schweiß in Form von Wasserdampf nach außen. Dadurch lässt sich ein Überhitzen des Körpers verhindern. Für Feuerwehrbekleidung gibt es eine Vielzahl an Nässesperren. Der Unterschied basiert in erster Linie auf den verwendeten Kunststoffen. Zur Verfügung stehen Nässesperren aus Polyurethan (PU), aus Polyester (PES) oder aus Polyetraflourethylen (PTFE). Der letztgenannte Kunststoff ist am temperaturbeständigsten und besonders chemikalienresistent.

Laden Sie sich hier das PDF mit Texten und Grafiken aus dem Video herunter.

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