Freitag, 9. Dezember 2016

Strafbefehl gegen Notarzt zurückgenommen

9. Februar 2015 von  

Rettungsdienst-Notarzt. Symbolfoto: Thomas WeegeNeuburg a. d. Donau (BY) – Der Fall von Dr. Alexander Hatz erregte in den letzten Tagen die Gemüter. Der Notarzt war nach einer Alarmfahrt von einem Verkehrsteilnehmer mit dem Vorwurf der Verkehrsgefährdung angezeigt worden. Brisant: Er hatte sich auf dem Weg zu einem Kind befunden, welches zu ersticken drohte. Dr. Hatz sollte 4.500 Euro Strafe zahlen und ein halbes Jahr sein Führerschein abgeben, berichtet die „Augsburger Allgemeine“. Wie die Zeitung weiter ausführt, habe die Staatsanwaltschaft Ingolstadt nun aber den Strafbefehl zurückgenommen.

Artikel: „‚Rasender Notarzt‘ wird doch nicht bestraft“ (Augsburger Allgemeine, 8. Februar 2015)

Kommentare

14 Kommentare zu “Strafbefehl gegen Notarzt zurückgenommen”
  1. Bettina Paul sagt:

    Na das nenn ich mal vernünftig. Rettungsleute und Notärzte retten nun mal Leben und da kommt es oft auf Minuten an. Danke für den Freispruch und hoffentlich kommt für den der die Anzeige gemacht hat auch mal eine Situation, wo er froh ist, das es diese tollen Menschen gibt, die vielleicht auch mal sein Leben retten.

  2. Ralf sagt:

    Die Vernunft siegt dann doch:
    Aber genauso wichtig finde ich diese Petition:
    https://www.openpetition.de/petition/online/rettungsgasse-rettungsgasse-bilden-rettungsgasse-kann-leben-retten

  3. Thomas Lipfert sagt:

    nun da ist dem Statsanwald klageworden sein was für ein Schwachsin Er da verzapft hat selbst für Bayrische Verhältnisse, und dann wird Er drüber nachgedacht haben was für Folgen das haben kann wenn Er dann wohl selber mal dringende Hilfe nötig hat

  4. Sven W. sagt:

    Ich frage mich manschmal ob hier einige denken mit Blaulicht darf ich alles.Schön mit Hackengas über die Kreuzung brettern egal ob Sie einsehbar ist oder nicht.Ich habe oft genug gesehen,wie Einsatzkräfte wie die Rambos mit Blaulicht unterwegs waren.Ihr solltet nicht immer gleich jeden Helfer in Schutz nehmem.Ich gehör auch zu den Leuten die §38 un anspruch nehmen und trotzdem fahr ich so,das ich keine Beteiligten gefährde.Gefällt mir · 1 Min
    Sven Wallstaff 1. Weder § 35 StVO, noch § 38 StVO erlauben dem Fahrer eines Einsatzfahrzeugs ein Fahren ohne Rücksicht auf die sonstigen Verkehrsteilnehmer. Auch bei einer Sonderrechtsfahrt sind gemäß § 35 Abs. 8 StVO die öffentliche Sicherheit und Ordnung gebührend zu berücksichtigen.

    2. Das bedeutet, dass die Regelung der Vorfahrt an einer Kreuzung grundsätzlich durch die Inanspruchnahme von Sonderrechten unberührt bleibt. Die übrigen Verkehrsteilnehmer haben dem Einsatzfahrzeug jedoch sofort „freie Bahn“ zu verschaffen. Sie verzichten damit quasi vorübergehend auf Ihr Vorfahrtsrecht. Der Fahrer des Sonderrechte in Anspruch nehmenden Fahrzeugs muss sich jedoch stets davon überzeugen, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer ihn wahrgenommen und sich auf seine Absicht, die Kreuzung vor ihnen zu überqueren, eingestellt haben.

  5. julia sagt:

    Das ist sehr traurig!!!ich habe ein zwei jähriges Kind und wäre heil froh wenn in so einer Situation der Notarzt schnell da wäre!!!der typ der die Anzeige gemacht hat sollte sich mal in einer Notsituation befinden!!!

  6. Uwe Hahn sagt:

    Und dann stellt sich doch der Vertreter der Staatsanwaltschaft vor die Kamera und behauptet der Proteststurm im Netz hätte diese Rücknahmeentscheidung nicht beeinflusst. Da muss man doch noch mehr am gesunden Menschenverstand der Justizbeamten zweifeln wenn sie zu einer solchen Entscheidung erst durch die Erklärung eines Verteidigers kommen. Welche Konsequenzen gibt es jetzt eigentlich für den Anzeiger? Geht dieser Wichtigtuer, der sei eigens Ego vor das Allgemeinwohl und hier speziell vor das Leben eines Kindes gestellt hat, der mit seinem Verhalten riskiert hat das in Zukunft Rettungskräfte durch die Gegend schleichen, straffrei aus? Es gibt doch sicher den Straftatbestand des vorsätzlich verursachten Massengelächters ob der Dummheit einzelner und der Justizbeamten im speziellen.

  7. A. Kraus sagt:

    Na also geht doch. Warum für eine solche Entscheidung stets Druck aus der Bevölkerung notwendig ist, wird man niemals begreifen. Stellt Euch vor es brennt und keiner will fahren aus Angst vor Repressalien…

  8. Sven W. sagt:

    Die Aussage, er wollte ein Kind retten, rechtfertigt in den Augen einiger Kommentatoren anscheinend alles. Vielleicht hat der Doc sich korrekt verhalten. Vielleicht aber auch nicht und in den bedrängten Fahrzeugen könnten sich auch Familien mit Kindern befunden haben. Wir wissen es aber nicht, deshalb ist es klüger, den Ball flach zu halten und nicht die mageren Infos aus der Presse im eigener Art auszulegen oder zu erweitern. Wer schon mal eine Rechtsklausur geschrieben hat, der weiß: Keine unerlaubte Sachverhaltserweiterung !

  9. Uwe Hahn sagt:

    an Sven W.

    § 1 der StVO Vorsicht, gegenseitige Rücksichtnahme usw. dazu gehört eben auch nicht nur, das ich jederzeit mein Fahrzeug gefahrlos zum halten bringe sondern das ich immer und jederzeit mit Sondersignalen an Fahrzeugen oder durch Sicherungskräfte rechnen muss. Wer das berücksichtigt wird niemals in die Gelegenheit kommen sich von einem Einsatzfahrzeug genötigt zu sehen. In Frankreich schiebt das Einsatzfahrzeug solche “ Hindernisse“ beiseite und derjenige bekommt dann noch die Rechnung für die Reparatur am Einsatzfahrzeug.
    Und VIELLEICHT war in dem bedrängten Fahrzeug keine Familie mit Kindern sondern ein Fahrer der sein Radio bis zur Grenze aufgedreht hat oder, wie es bei vielen jugendlichen „cool“ ist, so tief und zurückgelehnt zu sitzen das er kaum über das Lenkrad sehen kann geschweige denn Rundumsicht hat. Und JA , der Versuch ein Kinderleben zu retten rechtfertigt meiner Meinung nach das er sich notfalls auch so freie Bahn verschafft. In was für einer Welt leben wir das Lebensretter in Deutschland verfolgt werden. Traurig, sehr traurig!

  10. Rainer sagt:

    an Uwe Hahn

    Es ist traurig das bei Dir die Meinung vorherrscht, das Lebensretter sich über geltendes Recht setzten können. Sich in Rambo Manier einfach Platz verschaffen zu dürfen. Wie eingebildet bist Du eigentlich? Zu glauben als Lebensretter darfst Du Dir alles erlauben ohne für ein Fehlverhalten bestraft zu werden.

  11. Uli sagt:

    Bei der mehr als dürftigen Nachrichtenlage und den wenigen Informationen über den Umweg Presse maße ich mir nicht an, die Situation und die Folgen zu beurteilen. Erst recht bezeichne ich die Reaktion nicht als Schwachsinn. Leider sind hier noch zu viele Kommentatoren der Meinung, mit Sondersignal einen alles rechtfertigenden Freibrief zu haben. Und das sind die wirklich Gefährlichen.

  12. Manfred sagt:

    Also man sollte echt mal alles nachlesen Sven, bevor ich solche kommentare schreibe. Recht hast du das wir mit Blaulicht keine Rambos spielen dürfen, ich habe selber immer ein ungutes gefühl dabei.
    Beim den Fall will ich nur eins sagen, warum jemand auf grade strecke eine scharfe Bremsung hinlegen muss wenn jemand mit Blaulicht entgegenkommt. Ich finde das in Deutschland da viel zu wenig auf die Hielfkräfte geachtet wird.

  13. Uwe Hahn sagt:

    Wart ihrer oder ein Angehöriger schon einmal in Lebensgafahr? Habt ihr schon einmal in irgendeiner Weise in einem Fahrzeug gesessen das mit Sondersignal fährt? Wisst ihr unter welchen Stress man da steht, wie hoch der Adrenalinspiegel auch noch nach vielen Jahren Erfahrung ist? Ich schon und daher weiß ich wie und warum sich Fahrer solcher Fahrzeuge verhalten. Und ich weiß auch wie es ist einen Angehörigen zu verlieren oder jemanden erklären zu müssen das sie ihn verloren haben weil z.B. Gaffer und Unaufmerksame das zügige vorankommen verhindert haben.
    Wer hier einen Notarzt im Einsatz Rambomanier unterstellt für den kann ich nur hoffen das er nicht einmal auf Hilfe solcher Retter angewiesen ist. Sie könnte ja gerade dann auf die Idee kommen“ warum soll ich mich hinterher angreifen und beleidigen lassen!“ Und Noch einen Aspekt, sicher gab es und wird es geben Unfälle mit Rettungswage, und sicher waren die Fahrer nicht immer unschuldig vor allem im Bezug Vorfahrt und Kreuzungen. ABER ich behaupte das dies niemals geschah weil einer Rambo spielen wollte sondern weil die Erfahrung fehlte oder der Stress für den Fahrer doch zu hoch war.

  14. Guido sagt:

    Habt ihr euch schon mal überlegt für wie wenig Geld sich das einer antut.
    Man riskiert da auch sein eigenes Leben.

    Nebenbei:
    Für Stuttgart 21 haben Tausende demonstriert,
    Das solche Opfer hinterher in der Notaufnahme wegen Personalmangel verrecken interresiert keinen.

Kommentare

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