Dienstag, 31. Mai 2016

Schwere Vorwürfe gegen Einsatzleitung

4. März 2016 von  

Wardenburg (NI) – Rund drei Wochen nach einer großangelegten Suchaktion auf der Hunte erstattete nun ein Unbekannter Anzeige bei der Oldenburger Staatsanwaltschaft gegen die Einsatzleitung. Das berichtet die in Oldenburg erscheinende Nordwest-Zeitung. Auch gegenüber der Zeitung hatte ein anonymer Schreiber schwere Vorwürfe erhoben. Feuerwehr und DLRG hatten am Abend des 12. Februar nach einem vermeintlich vermissten Kanufahrer gesucht, nachdem ein herrenloses Kanu auf dem Hochwasser führenden Fluss gefunden worden war. Im Verlauf des Einsatzes fiel ein Feuerwehrmann aus einem Schlauchboot der Feuerwehr ins Wasser. Auch ein Boot der DLRG kenterte. Keiner der Retter wurde verletzt.

Der anonyme Anzeigensteller behauptet nun, das Schlauchboot der Wardenburger Feuerwehr sei nur für stehende, nicht aber für fließende Gewässer zugelassen. Zudem entspräche es nicht der DIN. Diesen Umstand räumt der Einsatzleiter gegenüber der Zeitung ein. Er habe aber seinerzeit keine andere Möglichkeit gehabt, da es bei einer Wasserrettung auf jede Minute ankomme und die Wehr kein anderes Boot habe. Ein neues Boot sei erst für 2017 eingeplant.

wardenburg-nonstopnews

Nach einem Sucheinsatz der FF Wardenburg erhebt ein anonymer Anzeigensteller schwere Vorwürfe gegen den Einsatzleiter. Ein Feuerwehrmann fiel bei einer Vermisstensuche ins Wasser. Ein Boot der DLRG kenterte. Foto: Nonstopnews

Hier geht’s zum Originalbeitrag: „Dieser Feuerwehr-Einsatz hat ein übles Nachspiel“ (Nordwest-Zeitung Oldenburg, 04. März 2016)

Kommentare

9 Kommentare zu “Schwere Vorwürfe gegen Einsatzleitung”
  1. stefan_67 sagt:

    So wie ich den Artikel und auch den Zeitungsartikel verstehe, braucht es eine Menge Insiderwissen, um diese Anzeige zu erstatten.

    Was will der Anzeigenerstatter damit errreichen? Das per Gesetz Druck ausgeübt wird, damit möglichst schnell ein neues Boot für die Feuerwehr Wardenburg gekauft wird?

    Ich finde es sehr befremdend, dass inzwischen versucht wird, mit anoymen Anzeigen in die Bedarfsplanung einer Feuerwehr einzugreifen, um Anschaffungen „zu beschleunigen“. Es sollte jedem/r Feuerwehrmann/frau und den Angehörigen klar sein, dass eine Gemeinde/Stadt neben der Breitstellung des Brandschutzes auch andere (Pflicht)Aufgaben zu erfüllen hat, die ebenfalls Geld kosten. Da Geld aber nicht „vom Himmel fällt“, muss die Politik, also die Verwaltung und der Rat, Prioritäten setzen.

  2. Richter sagt:

    Es wird immer gleich ein Grund zum Meckern gesucht. Richtig wäre: Feuerwehr hat richtig gehandelt und sofort Hilfe geleistet, obwohl kein DIN zugelassenes Fahrzeug verfügbar war. Hilfe geht vor Bürokratismus!

  3. barrel sagt:

    Ja, ja…

    Das bekannte Problem… Der Einsatzleiter trifft innerhalb von Sekunden eine Entscheidung, und Wochen später, nachdem man alle Pros und Contras überdacht hat, fällt irgend jemandem auf, was man hätte besser machen sollen! Natürlich muss auch bei so einer Sekundenentscheidung die Sicherheit der Kollegen beachtet werden! Aber ich gehe davon aus, das Schwimmwesten getragen wurden, so wie es Vorschrift ist (jeder sollte auch an seine eigene Sicherheit denken).

    Meine Meinung:
    Richtige Entscheidung!

  4. Uli sagt:

    Und wäre ein Feuerwehrmann zu Schaden gekommen, dann hätte der Anordnende schlechte Karten gehabt. Ein Notfall rechtfertigt es nicht, sich über alle Vorschriften hinwegzusetzen, erst recht nicht, wenn daraus eine Eigengefährdung entstehen kann.

  5. Peter Uhde sagt:

    Zunächst meine Anerkennung für die Einsatzkräfte und die Einsatzleitung, die unter offensichtlich schwierigsten Bedingungen ihre Freizeit und Gesundheit einsetzen, um anderen zu helfen.
    Das ein Einsatzleiter auf alle Mittel zurück greift, um eine schnelle Menschenrettung zu erreichen, ist nur verständlich. Es ist ihm sogar erlaubt unter Abwägung aller Güter nicht feuerwehrtypische Mittel für die Rettung einzusetzen. Der Presseartikel lässt nicht erkennen, dass der Einsatzleiter diese Güterabwägung unterlassen hat. Alleine die Entfernung zu den nächstgelegenen Rettungsmitteln, wäre auch für mich der Grund für den Einsatz des Schlauchbootes gewesen.
    Wer in den Feuerwehren mit der Technikbeschaffung befasst ist, kennt natürlich die Vorschriften zur Zulassung von Fahrzeugen für die Feuerwehr. Er weiß aber auch wie schwierig es oft ist, die Ansprüche der Feuerwehrleute auf sichere und zulässige Einsatzmittel umzusetzen. Leider ist es schwierig Politikern bei aller Geldknappheit in den Gemeinden die notwendigen Mittel zu entlocken.
    Wollte der anonyme Anzeigenerstatter der Wehr bei der Beschaffung eines Bootes unter die Arme greifen, so hat er ihr einen Bärendienst erwiesen. Nicht nur, dass ich es unfair der Feuerwehr gegenüber finde, solche Beschuldigungen anonym vorzubringen. Es schafft ein Klima der Unsicherheit unter der gerade ehrenamtliche Führungskräfte der Hilfsorganisation leiden, wenn Entscheidungen, die sie in Sekundenschnelle treffen müssten, durch langwierige Ermittlungen und juristische Beurteilungen auseinanderdividiert werden.
    Soll der Erstatter doch zur Gemeindevertretersitzung gehen und dort für seine Sicherheit eine normentsprechende Ausstattung bzw. zügige Nachrüstung einfordern.
    Selbst bei der Gemeinde hat man sich offensichtlich dieses Themas längst angenommen und die Beschaffung vorgesehen.
    Ich wünsche den Kameraden, dass es der Staatsanwaltschaft schnell gelingt, das Verfahren abzuschließen und den Kameraden für ihre aufopferungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit die notwendige Sicherheit gewährt.

  6. FWP sagt:

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass mit solchen Aktionen auch in Eutopa amerikanische Verhältnisse geschaffen werden sollen, um auf diese Art und Weise der Lobby der Rechtsverdreher noch mehr Geld in die Taschen zu spülen. Man denke nur an die Bezeichnungspflicht für Getränkebecher „Vorsicht heiß“. Wenn ich einen heißen Kaffe bestelle, dann erwarte ich einen solchen, und mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ich vorsichtig sein muss.

    Genauso hier, ob ein Boot eine bestimmte Zulassung hat, oder nicht, ist eventuell für den Eigentümer (die Gemeinde, der die Feuerwehr unterstellt ist) interessant. Im Einsatzfall ist in Abhängigkeit von dr Situation, immer die entsprechende Vorsicht geboten. Und was hätte der Anzeigenerstatter gemacht, wenn das Boot alle für diese Situation notwendigen Zulassungen besessen hätte, und es wäre zu einem Schadensfall gekommen? genau das gleiche wie jetzt, er hätte sich einen Rechtsverdreher gesucht, mit diesem irgendeinen Fehler konstruiert, und dann eine anonyme Anzeige erstattet.

    Wo sind wir eigentlich hingekommen?

  7. Atti sagt:

    Weshalb hat er denn nun Anzeige erstattet?

    Der Einsatzleiter darf doch von Vorschriften abweichen, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, dann sind Gesetze nebensächlich! Es darf natürlich nichts passieren, und die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt bleiben, aber in diesem Fall ist ja auch zum Glück nichts passiert!

    Völliges Unverständnis!!!

  8. Mathias sagt:

    Was hätte der Anzeigenerstatter gesagt oder getan wenn er im Wasser liegt und die Feuerwehr sagt wir können dich nicht rausholen unser Boot ist dafür nicht zugelassen ??

  9. Huber37 sagt:

    Bei manchen Kommentaren stellen sich mir die Nackenhaare. „Der Einsatzleiter darf doch von Vorschriften abweichen, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, dann sind Gesetze nebensächlich! Es darf natürlich nichts passieren, und die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt bleiben ..“. Soviel Gottvertrauen möchte ich als Einsatzleiter haben. Denn passiert etwas werde ich des Lebens nicht mehr froh. Wo ist hier die Abwägung zwischen Leben und Gesundheit der verunglückten Person und den eingesetzten Kräften? Trage ich für die keine Verantwortung? @Atti auch im Einsatzfall sind Gesetze nicht Nebensache. Spätestens im Fall der Fälle werden diese Gesetze haarklein angewendet. Darf ich einen besoffenen Machinisten einsetzen, aucbh wenn er der Einzige ist? Darf ich mit einem Fahrzeug raus, dass nciht vrkehrstüchtig ist? Darf ich jemand ein ASG auf den Buckel hängen, der gesundheitlich nicht fit ist oder keine Ausbildung hat? „Nur“ weil es eilig sit und ein Menschenleben in Gefahr ist? Wir riskieren schon genug, als dass wir noch solche „Spielchen“ treiben müssten. Hier ist die Gemeinde in der Pflicht und anscheinend ist manche Gemeindeverwaltung erst dann bereit etwas zu tuin, wenn sie die Pistole auf die Brust gesetzt bekammt. Darf ich ein Auto ohne TÜV fahen, nur weil ich kein Geld für ein Neues habe? Darf ich in einem Krankenhaus Medikamente verwenden, die abgelaufen sind, nur weil ich kein Geld habe neue zu kaufen? Aber als Feuerwehr soll ich das Leben der Kameraden gefährden und mit einem Gerät arbeiten, dass für diese Tätigkeit nicht zugelassen ist? Macnhe sollten mal ihr Hirn einschalten.

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