Dienstag, 25. Juli 2017

Ölspur kostet Feuerwehrmann 400 Euro

11. Dezember 2015 von  

Rott (BY) – Die Beseitigung einer Ölspur durch die Feuerwehr kostet auch einen Feuerwehrmann Geld. Darauf haben Rechnungsprüfer bei ihrer Überprüfung der Unterlagen der Gemeinde Rott (Kreis Landsberg) hingewiesen, berichtet die „Augsburger Allgemeine“. Bei der Sichtung der Einsatzrechnungen war ihnen aufgefallen, dass in einem Fall die Beseitigung einer Ölspur nicht abgerechnet wurde. Der Verursacher war aktiver Feuerwehrmann. Dies dürfe nach Ansicht der Prüfer allerdings keine Rolle spielen. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, dass die Beanstandung beachtet werden würde. Gleichzeitig bedauere der Rat, dass das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr bei der Abrechnung nicht berücksichtigt werden solle.

Artikel: „Auch Feuerwehrleute müssen zahlen“ (10. Dezember 2015, Augsburger Allgemeine)

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Die Stadt wollte einem Feuerwehrmann die Kosten für einen Ölspur-Einsatz erlassen. Rechnungsprüfer sahen es anders. Symbolfoto: Hegemann

Kommentare

13 Kommentare zu “Ölspur kostet Feuerwehrmann 400 Euro”
  1. A. Feigel sagt:

    Herrlich, das ist mal wieder typisch Bürokratie. Ein ehrenamtliches Mitglied der freiwilligen Feuerwehr benötigt Hilfe und muss für den Einsatz der eigenen Kameraden bezahlen. Wo leben wir denn? Haben die Herren und Damen Rechnungsprüfer schon mal darüber nachgedacht und nachgerechnet, was ihnen das ehrenamtliche Engagement des Kameraden mittlerweile gekostet hätte, wenn dieser für seine georderte Freizeit für die Öffentlichkeit bei Entlohnung gekostet hätte. Es wird immer problematischer Leute für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern und die engstirnige Art dieser Bürokraten ist da nicht gerade förderlich. Ich hätte in diesem Fall mein Ehrenamt (welches ich gerne und ebenfalls ohne Entlohnung ausführe) niedergelegt. Ich hoffe, dass die Herren und Damen zumindest ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie (meiner Meinung nach) schon keinen Anstand haben (Recht hin oder her).

    Wünsche allen anderen eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit.

  2. Jens sagt:

    Auf der einen Seite kann ich die Haltung der Gemeinde (Rechnungsprüfer) nachvollziehen, aber ich denke hier sollte und muss auch einfach mal der Handlungsspielraum einer Gemeinde greifen. Was sind 400 € gegen die Leistung die jeder einzelne ehrenamtliche Helfer erbringt.

    Ich hoffe ja dann wenigstens mal, dass die Rechnungsprüfer ein Herz haben und die 400 € dann wenigstens der Jugendarbeit zu kommen lassen. Dann haben ja alle Parteien korrekt gehandelt 🙂

    P.S. hätte im Einsatzbericht gestanden Verursacher unbekannt würde es auch keine Rechnung geben

  3. Thomas Cleven sagt:

    Das ist eine Frechheit seiner Gleichen.

    Diese Rechnung würde ich persönlich zum Bürgermeister bringen mit der Wahl einweder diese stornieren zu lassen oder einen Scheck über 400 EUR incl einer Niederlegung des Ehrenamtes in Empfang zu nehmen.

  4. Herbert sagt:

    Ich glaube da wird es in Zukunft einfach öfter heißen Unbekannter Verursacher.
    Aber Schade das da die Gemeinde nicht zumindest einen Rabatt berücksichtigt.

  5. Löschrat sagt:

    Die Gemeinde könnte die Gebühren auch Niederschlagen oder Aussetzen, z.B.
    Der Austritt eines einzelnen wird hier sicher nichts bewegen, da muss schon mehr Verständnis, auch in der Öffentlichkeit her.

  6. Christoph sagt:

    Wieso sollte ein Feuerwehrmann nicht zahlen? Er muss genauso behandelt werden, wie jeder andere Bürger auch! Ich bin selbst seit 30 Jahren aktiver Feuerwehrmann, aber dadurch nicht besser als jeder andere Bürger. Werden andere ehrenamtlich Tätige dann auch von der Zahlung freigestellt? Und wo ziehen wir die Grenze?
    Das wir für unser Ehrenamt nicht entlohnt werden, wissen wir. Und es gibt schon einige Modelle, z.B. freier Eintritt in Badeanstalten etc., um eine gewissen Gegenleistung zu bringen.

  7. Heiner sagt:

    Hallo,
    sagt einmal, mit welchem Selbstverständnis geht ihr eigentlich an die Arbeit? Da baut einer Mist und soll dafür nicht mehr blechen? Oder nur weil seine Kameraden kommen? Oder ist das auch eine Begründung dafür, dass ein Feuerwehrmann bei einem Rotlichtverstoß nicht zahlen soll, er könnte ja sein Ehrenamt niederlegen? Ach nein, da soll er ja „die Polizei“ bezahlen, wenn er einen Feuerwehreinsatz zahlen soll, dann darf er gleich mit Niederlegung seines Ehrenamts drohen?
    Sollen dann Polizisten nicht mehr für falsch Parken zahlen?
    Sollen Rettungsassistenten nicht mehr für einen Krankentransport zahlen?
    Sollen Jugendgruppenleiter dann nicht mehr für den Kindergarten ihrer Kinder zahlen?
    Sollen THW-Kollegen dann bei der nächsten Baugrube auch nichts mehr zahlen?

    Wer solche Vergünstigungen oder eigentlich ist es ja schon eine Bestechung mit seinem Ehrenamt verbindet, hat für mich nichts im Ehrenamt zu suchen.
    Wenn mir auf der Arbeit ähnliches passiert wäre, ist das keine Rüge, sondern mindestens eine Abmahnung, wenn nicht sogar eine Kündigung wegen Begünstigung dritter.
    Aber Mist bauen (Umweltverschmutzung) und nicht dafür einstehen wollen ist also o.k.?

    Ich hoffe mal, dass das nicht alle so sehen.

  8. Uli sagt:

    Ein vollkommen richtig durchgeführtes Verfahren. Alles andere ist nicht zulässig und auch nicht praktikabel.

  9. firemanni sagt:

    … interessant wäre, ob die Rechnungsprüfer bei einer Feuerwehr mithelfen?
    Aber wahrscheinlich wurde einer oder eine von Ihnen bereits selbst mit einer Kostenrechnung beaufschlagt – und haut somit „aus Rache“ zurück.

    Ein besinnliches Weihnachtsfest

  10. Wolfgang Aspek sagt:

    Guten Morgen!

    Stimme bis auf Christoph den Beiträgen voll zu!!!
    Gratuliere der Gemeinde zur gelungenen Demotivation von ehrenamtlichen Kräften – oder anders gesagt, diese Feuerwehr hat zu viele Mitglieder, die es zu reduzieren gilt.

    MkG!

  11. klaus-ulrich wehner sagt:

    Vieler Orts machen Privatfirmen die Ölspurbeseitigung um die Feuerwehr zu endlasten.Die Fahrzeugversicherungen bezahlen die Ölspurbeseitigung.Trotzdem iste es ein mieser Zug des Rechnugsprüfers,er sollte sich mal ausrechnen was die Gemeinden durch Ehrenamtliche sparen.

  12. Rainer sagt:

    Bürokratie, Frechheit, Demotivation, Rache,… Wenn die Argumente fehlen kommt der Vorschlaghammer. Wieso sollten wir Feuerwehrleute anders behandelt werden als andere Bürger in unserem tolerantem Land? Den Kommentaren von Heiner und Christoph ist wirklich nichts hinzuzufügen! Vielleicht sollten hier einige Schreihälse erst einmal den Kopf einschalten, bevor sie die Tastatur bedienen:-)

    Abgesehen davon: Die Frage nach dem Verursacher im Einsatzbericht lässt Handlungsspielraum zu…..

  13. W Kr sagt:

    Hallo, war selber lange aktiv in der Fw, mußte aus gesundheitlichen Gründen leider aufhören. Weiß aber das es genug Möglichkeiten gibt, damit der Kamerad nicht löhnen muß. Außerdem hoffe ich das alle die , die dafür sind daß der Kamerad löhnen muß !!!, Nicht mal auf der Straße stehen und warten müssen bis die zust. Fw kommt um bei Ihnen den -roten Hahn – vom Dach oder aus dem brennenden Schornstein zu holen!!

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