Donnerstag, 19. Januar 2017

Lernbehinderter darf nicht zur Feuerwehr

13. November 2015 von  

Schleswig (SH) – Ein heute 26-Jähriger Feuerwehrmann aus Schleswig Holstein verlegte vor zwei Jahren innerhalb des Bundeslandes seinen Wohnsitz. In seiner ursprünglichen Heimatwehr hatte er erfolgreich seine Truppmann-Ausbildung bestanden. Zuvor war er auch mehrere Jahre Mitglied einer Jugendfeuerwehr. An seinem neuen Wohnort in der Stadt Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg) stellte er einen Aufnahmeantrag, doch dieser wurde vom Löschzug Altstadt abgelehnt. Darüber berichten nun die „Schleswiger Nachrichten“. Der Feuerwehrmann hat eine Lernbehinderung und arbeitet daher in einer Behindertenwerkstatt. Ein Betreuer unterstützt ihn bei wichtigen Dingen in seinem Leben. Das ist für die Schleswiger Wehr anscheinend ein unüberwindbares Problem. Der 26-Jährige fühlt sich nun von der Feuerwehr diskriminiert und hat dadurch das Interesse an ihr verloren.

Artikel: „Lernbehindert: Ist Henrik W. nicht tauglich für die Feuerwehr?“ (Schleswiger Nachrichten, 05. November 2015)

Feuerwehr. Symbolfoto: Thomas Weege

Symbolbild Feuerwehr. Foto: Thomas Weege

Kommentare

9 Kommentare zu “Lernbehinderter darf nicht zur Feuerwehr”
  1. Karl-Heinz Rümmele sagt:

    Ich finde es beschämend für eine Wehr einen solchen Antrag abzulehnen. Da der 26 Jährige ja eine Ausbildung hinter sich hat und auch schon Jahre lang im Feuerwehrdienst tätig war. Wie heist es doch in einem Spruch: Einer für Alle Alle für Einen: Die Kameradschaft sollte in dieser Wehr an forderster Front stehen und nicht Ablehnung gegenüber einem Menschen der eine kleinere Behinderung hat und trotzdem Helfen will wo er kann.

  2. F. Teske sagt:

    Wir haben in unserer Feuerwehr schon seit Jahren gute Erfahrungen auf dem Gebiet der Inklusion von Menschen mit Behinderungen gesammelt. Sicherlich kann nicht jeder aufgenommen werden, es bedarf einer guten Anleitung der entsprechenden Menschen und es gibt natürlich Grenzen im Einsatz, aber es kann sehr erfolgreich funktionieren. Nur Mut!

  3. AK sagt:

    Was ist mit der Inklusion? FIndet die in SH nicht statt?
    Ich finde das unverschämt seitens der FW! Er hat doch schon Ausbildungsmodule gemeistert und mit Sicherheit einiges an Einsatzerfahrung!

    Es sollte ein deutschlandweit geltensdes Recht geben!

    Ich drücke ihm die Daumen und hoffe, dass er doch noch schafft, in die Wehr einzutreten.

  4. Kathrin sagt:

    Wieso wurde hier nicht vernünftig recherchiert??? Es scheint, als wäre dieser Artikel nur darauf ausgelegt einen Shitstorm auszulösen, damit seit ihr echt deutlich unter das Bild-Niveau gerutscht. Das ist einem Fachmagazin ziemlich unwürdig. Ich bin sehr enttäuscht von euch!

  5. Dirk Heim sagt:

    „Der Feuerwehrmann hat eine Lernbehinderung und arbeitet daher in einer Behindertenwerkstatt. Ein Betreuer unterstützt ihn bei wichtigen Dingen in seinem Leben“. Wo ist oder war denn Feuerwehrmann, hat er die Truppmann- und Truppführerausbildung erfolgreich abgeschlossen? Dieser Beitrag wirft doch mehr Fragen wie Antworten auf. Dieses polemisieren dass eine Wehr die wirklich viele Realeinsätze fährt (ca. 2x täglich im Schnitt) nicht Betreuungspersonal abstellen kann um einen freiwilligen Kameraden der im richtigen Leben ja auch einen Betreuer an seiner Seite hat zu unterstützen, das steht wohl außer Frage! Wo bitte soll das hinführen und klar ist auch, man kann nicht Kameraden 2ter Klasse einführen die nur zur Ausbildung und zu gesellschaftlichen Veranstaltungen kommen, entweder ganz oder gar nicht. Es hat doch einen Grund dass der junge Mann arbeitet wo er arbeitet, eine tolle Sache, keine Frage aber jeder aus den Reihen der Feuerwehr weiß doch welche Situationen zu bewältigen sind und wie vielseitig die Einsatzarten sich darstellen, dass ist nur von Kameraden zu erbringen auf die man sich 100% verlassen kann und die ohne „einem Betreuer an Ihrer Seite“ den hohen Ansprüchen und Herausforderungen gewachsen sind.

  6. Huber37 sagt:

    @Dirk Heim – Zm ersten Lesen bildet. Hätten Sie den Zeitungsartikel gelesen, wäre ihnen klar, dass der junge Mann noch nie an Einsätzen teilgenommen hat. Und dies sicher auch nciht wird. Zum zweiten warum soll die Feuerwehr sich nicht um Menschen kümmern, die Sie als „Kameraden 2. Klasse“ bezeichnen? Würde sich die Wehr einen abbrechen, wenn sie den Mann bei Übungen im Rahmen seiner Möglichkeiten mitmachen lässt? Es wird fast immer ein „Verletzter“ gebraucht, wa spricht dagegen, ihn z.B. dem Melder zur Seite zu stellen. Ich hoffe für Ihre Kameraden, dass sie bei Ihrer Einstellung, immer fit bleiben. Was machen Sie denn mit einem Kameraden, der auf einmal durch Unfall oder Erkrankung körperliche Einschränkungen hat? Der darf dann acuh nicht mehr kommen, weil er ja „nur“ an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnimmt? Gerade wir als Feuerwehr sollten auch beim Thema Integration und Inklusion Vorbild sein. In machen (Beton-)Köpfen scheint das noch nciht angekommen zu sein.

  7. stefan_67 sagt:

    Oberstes Ziel einer Feuerwehr ist nicht, Inklusion zu leisten, sondern den Mitmenschen in Notsituationen zu helfen.

    Weder der Artikel noch der Zeitungsartikel geben genügend Informationen, um beurteilen zu könnnen, warum die Feuerwehr den Anwerber angelehnt hat. Gründe dafür kann es viele geben, sogar ganz benale. Meine Feuerwehr hat z. B. eine „Warteliste“ mit Mitmenschen, die in die Feuerwehr eintreten möchten. Zwei Grünnde sprechen aber dagegen, weitere Kameraden aufzunehmen. Zum einen gibt es keine freien Spinde mehr im Umkleideraum, der sich auch nicht vergrößern lässt. Zum anderen wären es irgendwann einfach so viele Kameraden, dass sie bei den Dienstabenden nicht mehr sinnvoll eingesetzt werden könnten. Mit 40 Personen lässt sich z. B. keine technische Rettung an einem PKW üben. Die Hälfte davon hätte bei der Übung nichts zu tun.

    Im Zeitungsartikel, den hoffenlich jeder Kommentator hier gelesen hat, steht, dass es sogar ein Gespräch zwischen der Feuerwehr Schleswig und der bisherigen Feuerwehr gegeben hat. Niemand macht sich so eine Entscheidung leicht, aber wie schon von mir am Anfang geschrieben, ist unser oberstes Ziel, unseren Mitmenschen in Notlagen zu helfen. Inklusion, die wünschenswert ist, muss da manchmal hintenanstehen. In einer kleinen „Dorffeuerwehr“ – mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein – mit 5 bis 20 Einsätzen im Jahr ist Inklusion sicherlich einfacher zu leisten, als in einer Städischen, die oftmals mehrere Einsätze pro Woche hat.

  8. Michael Bridersen sagt:

    Hallo!
    Vor Jahren hatte ich einen Arbeitsunfall der mit einer 30%Behinderung endete…
    Davor war ich uneingeschränkt im Einsatzdienst…
    In meiner Wehr bin ich seid meiner Genesung immer noch Aktiv dabei und ausser AGT ist noch alles möglich…
    Ich war sehr froh und es hatte mir damals sehr geholfen, das meine Kameraden mir immer wieder Mut gemacht und mich unterstützten..
    Es gibt durchaus auch Aufgaben, die mit gesundheitlichen Einschränkungen zu bewältigen sind!
    Meine Empfehlung: Lernt Ihn kennen und dann klappt das!!
    Nur Mut!!

  9. TimR. sagt:

    Es wird doch immer gesagt die Feuerwehr möchte mehr leute aus verschiedenen Gesellschaftsgruppen aufnehmen und dann sowas.
    Das wiederspricht sich total, die wehrleitung sollte sich mal in die Person versetzen. Sie ist doch motiviert und möchte dabei sein und da die Wehr ja anscheinende nur wenige Einsätze hat, sollte es ja möglich sein, dass er trotzdem zumindest zu Einsätze ohne erwartete hohe Belastung mit ausrückt.
    In anderen Wehren klappt es doch auch, verstehe ich nicht.

Kommentare

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