Im Einsatz verletzt – Unfallkasse will nicht zahlen

Wickede (NW) – Die Feuerwehr Wickede (Kreis Soest) ist unzufrieden mit der Unfallkasse in Nordrhein-Westfalen. Bei einem Einsatz Anfang September 2015 erlitt ein 19-jähriger Kamerad eine Knieverletzung. Der Rettungsdienst versorgte den Feuerwehrmann und brachte ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus. Für die entstandenen Kosten sowie eventuelle Spätfolgen will die Unfallkasse nicht aufkommen, berichtet der „Soester Anzeiger“. Der Grund sei, dass es nach Ansicht der Unfallkasse in diesem Alter häufiger zu solchen Verletzungen komme. Darüber hinaus habe der 19-Jährige körpereigene Anlagen, die eine solche Verletzung begünstigen. Somit hätte der Unfall genauso in der Freizeit passieren können. Sowohl die Wehrführung als auch die Gemeinde reagierten mit Unverständnis gegenüber dieser Argumentation. Durch die Belastungen unter Atemschutz ergeben sich besondere Risiken, für die die Unfallkasse aufkommen müsse.  

Artikel: “Unfallkasse NRW will Feuerwehrunfall nicht übernehmen” (22. Dezember 2015, Soester Anzeiger)

Symbolfoto: Schutzkleidung bei der Feuerwehr. Foto: Hegemann
Einsatzkräfte beim Anlegen von Atemschutz. Foto: Hegemann

8 Kommentare zu “Im Einsatz verletzt – Unfallkasse will nicht zahlen”
  1. Diese abwehrende Haltung der Unfallkasse kommt leider nicht zum ersten Mal vor. Seit dem Zusammenschluss der FUK mit der UK NRW hat sich meiner Ansicht nach die “Bearbeitung der FW-Unfälle” spürbar verschlechtert. Man ist wirklich nur noch ein Fall, der Kosten mit sich bringt, die am besten gar nicht übernommen werden oder so gering wie möglich gehalten werden müssen. Der Grundsatz, dass man im Falle eines Unfalls die beste Versicherung hinter sich stehen hat, ist lange hinfällig. Die Frage ist an dieser Stelle nur, wie lange man so mit ehrenamtlichen umgehen kann, bis die ersten zu Hause bleiben und den Feuerwehrdienst quittieren.

  2. Leider ist das immer wieder Argumentation der Unfallkassen. Nur um nicht zahlen zu müssen.Der kleine Feuerwehrmann bleibt dabei auf der Strecke. In Anbetracht der Tatsache muss man sich dann aber nicht wundern wenn die Leute den Dienst Quittieren oder erst gar nicht als freiwilliger Helfer im Einsatzdienst anfängt.Dabei ist den Kassen durchaus geläufig das Feuerwehrdienst immer mit einigen Risiken einhergeht. Und eine Verletzung im Einsatz ist das was sie ist ein Dienstunfall und da gibt es meiner meinung kein wenn und aber die Kasse ist dann in der Pflicht.

  3. Was für ne schwachsinnige Argumentation.

    Wenn ich im Innenangriff stolpere und eine Treppe hinunter falle, sagt die FUK dann auch wir zahlen nicht, weil ich ja auch in der Freizeit hätte ne Treppe runter fallen können? Ich bin mal gespannt wie das weiter geht, meiner Ansicht nach hat die FUK keine chance so einen Streit zu gewinnen.

  4. Joe Fischer

    Wie blöd ist das denn, diese Argumentation, “…..das es in diesem Alter öfter zu solchen Verletzungen kommen kann und dieser Unfall kann genauso gut in der Freizeit passieren!!!!!!” Fakt ist doch, das jeder Unfall auch in der Freizeit und egal in welchem Alter passieren kann!!!!! Ach ja, er hatte ja auch noch “körpereigene Anlagen!!!!!!!” Haaallllllllooooooo, gehts noch!!!!!!!!
    Wenn’s nach dem geht, dürfte ja niemand mehr aus dem Bett aufstehen, weil er hat ja irgendwelche Anlagen sprich “Gebrechen!!!!!!”
    Der Kamerad ist Atemschutzträger und somit sicherlich ärztlich untersucht und als tauglich befunden worden, aber man versucht’s halt immer wieder, mit den “DUMMEN”, die Welt umzutreiben!!!!!!!
    Verklagen ist hier der einzige richtige Weg, wenn’s sein muß, durch alle Instanzen!!!!! Hier muß unbedingt ein Präzedenzfall geschaffen werden!!!!!
    Wo kommen wir denn dahin, wenn ich zwar unfallversichert bin, aber im Schadensfall nur ausgelacht werde, weil ich ja selbst schuld bin, das ich diese Tätigkeit (EHRENAMT) ausgeübt habe. “Dann macht das Motto einen Sinn: Stell Dir vor Du drückst, und alle drücken sich!!!! (vor allem Deine Unfallversicherung……..)

  5. Adalbert Dickmeis

    Liebe Feuerwehrkameraden, vielleicht sollten die Gemeinden ihre Mitgliedschaft in der FUK mal überdenken und ggf. kündigen.
    Die kameraden sollten auch mal mit anderen Unfallversicherungen verhandeln.

  6. Ob Bg oder FUK die “Begründungen2 warum amn nicht azhlen will werden immer skuriler. Ein Kollege von mir ist auf der Treppe umgeknickt – Bänderriss. Es ollte kein Unfall sein da er – Achtung! – ja den Aufzug hätte benutzen können. Selber schuld. Erst nachdme der RA dann auf eine Aktion von Krankenkasse, BG und Firma zu mehr Bewegung und der Aufforderung “mehr Treppe weniger Aufzug” überreicht hat ist man dann eingeknickt.
    Hier ist die Politik gefordert solchen Unsinn radikal abzustellen und für vernünftigen Schutz der Kameraden zu sorgen. Aber da leisten die UK wohl zu gute Lobbyarbeit. Letzendlich frage ich mich aber, wieso die Gemeinden hier nicht auf die Barrikaden gehen. Aber auch da scheint das Interesse an einer vernünftigen Versicherungsleitung wohl eher gering zu sein. Man tut ja schon was.

  7. Ist leider nicht das erste mal, dass sowas in Wickede passiert ist. 2013 hatten wir schon einmal das Problem das die Unfallkasse nicht zahlen will nach einem Herzinfarkt im Einsatz.

  8. Leider ist da die Unfallkasse in Hannover genauso.Bin nach ein Feuerwehr Unfall Berufsunfähig geworden. Und die Unfallkasse begründet es mit es waren vorschäden. Selbst von der Fuk beauftragte n Gutachter hat bestätigt das es durch den unfall gekommen ist. Trotzdem will sie nicht dafür aufkommen. Ich werd wohl das Ehrenamt aufgeben.

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