Feuerwehrrente als “ungerecht” bezeichnet

Aurich (NI) – Die Pläne der Stadt Aurich, eine Rente für ihre Feuerwehrleute einzuführen, findet anderswo Kritiker. Wie die “Ostfriesen-Zeitung” am Freitag berichtete, bezeichnet der Vorsitzende des Bau- und Feuerwehrausschusses der Gemeinde Ihlow die Rente als “unsozial und ungerecht”. Der Politiker befürchtet eine Zwei-Klassen-Gesellschaft und zweifelt an der Finanzierbarkeit.

Artikel: “Feuerwehrrente ist unsozial und ungerecht”  (Ostfriesen-Zeitung, 25. Februar 2011)

13 Kommentare zu “Feuerwehrrente als “ungerecht” bezeichnet”
  1. War ja klar dass sowas nur ein Ostfriese schreiben kann -.- . Die Feuerwehrrente halte ich für eine gerechte Anerkennung für den Dienst an der Gesellschaft! Politiker kennen es wohl nich wenn man früh um 3Uhr vom Pieper mit dem Stichwort “Schwerer VKU” aus dem Bett geholt wird und dann zum Feuerwehrhaus fährt. NEIN da schlafen die Herren Politiker noch seelenruhig in ihrem Bettchen! Die haben einfach keine Ahnung von der Realität. So siehts aus!

  2. Eigentlich sollten sie doch froh sein das es uns Feuerwehrler gibt wenn ihnen mal was passiert!

  3. Hallo.
    Ich kann Christoph K. nur beipflichten.
    Natürlich ist Freiwillige Feuerwehr “nur” eine ehrenamtliche Tätigkeit, die aber Gefahren aufweist, die sonst kein anderes Hobby vorhält.
    Schlimm genug ist es, das Kommunen immer weiter einsparen und die Leittragenden meist die Feuerwehr ist.
    Ein immer größeres Arbeits- und Gefahrenspektrum muss mit immer weniger Mitteln bewältigt werden.
    Wenn ein Fußballer vom Platz geht, hat er meist gewonnen oder verloren, trinkt danach die ein oder andere “Brause” und fährt nach Hause.
    Für Feuerwehrleute gehen Einsätze meist noch Wochen oder Monate im Kopf weiter, manchmal auch ein ganzes Leben.
    Wenn der “Piepser” geht, gehts los. In der Nacht aus dem Schlaf gerissen ohne große Vorkentnisse was die Feuerwehr am Einsatzort erwartet.
    Die Gefahrenabwehr in der Gemeinde Ihlow wird wahrscheinlich auch durch eine Freiwillige Feuerwehr getätigt.
    Wenn keiner mehr löschen möchte oder kein Nachwuchs für die Feuerwehr gefunden wird ist das Geschreie von Seiten der Politiker wieder groß.
    Wieso also nicht die über Jahrzente erbrachte Arbeit der Feuerwehrleute im Alter honorieren und Ihnen mit einer kleinen Rente unter die Arme greifen.

  4. Blacky112

    Warum ist es klar, das so etwas nur ein Ostfriese schreiben kann?
    Vielleicht sollte man mal den Bericht der Ostfriesen- Zeitung lesen. Mit dem was der Genosse Wilts schreibt, hat er vollkommen recht. Desweiteren ist er selber Feuerwehrmann.
    Es ist für die meisten Kommunen einfach nicht möglich, diese zusätzlichen Kosten zu tragen.
    Die Stadt Aurich ist in der Lage, mehr Geld auszugeben als andere. Aber trotzdem muss sich die Politik in Aurich im klaren sein, dass eine sogenannte “Feuerwehrrente” ungerecht gegenüber allen anderen Feuerwehrkameraden in den umliedgenden Gemeinden und Städten ist. Wenn man da von einer Zwei- Klassen- Gesellschaft spricht, ist dies richtig und ich selber kann dem nur zu stimmen.

    Mal am Rande:
    Warum sind wir einmal in die freiwillige Feuerwehr eingetreten? Doch nicht um uns zu bereichern. Viel wichtiger ist doch die Annerkennung bei der Bevölkerung und das “gute Gewissen”, etwas sinnvolles in seinem Leben zu machen. Hieran sollte man arbeiten und Geld investieren. Was nützen mir ein paar läppische Euro´s, wenn wir in der Bevölkerung als ein “saufender Kasper- Verein” gelten.

    Und wie Theodor Wilts sagt: “Ehrenamt muss Ehrenamt bleiben, sonst funktioniert das nicht”

  5. Peter Lamaack

    Gerade der Sinn für die Realität könnte es lokale Politiker dazu bewegen, hier NEIN zu sagen – nach dem Motto: Wehret den Anfängen!

    Die Idee einer “Feuerwehrrente” oder sonstiger Vergünstigungen finde ich grundsätzlich gut und fördenswert.
    Doch würden sich nach kurzer Zeit andere ehrenamtliche Gruppierungen melden, die ebenso einen durchaus berechtigten Anspruch auf handkräftige Anerkennung haben – nicht nur auf einen feuchten Händedruck und eine Flasche Wein nach zig-Jahren Ehrenamt.
    Damit meine ich noch nicht einmal andere Hiorg’s!
    Egal, ob Sportverein, Hausaufgabenförderung, Hospizinitiative usw.:
    alle hier investieren Zeit, Geld und Engagement für die Gesellschaft, in der sie leben.

  6. Alle da draußen: Legt euer Ehrenamt alle nieder. Dann werdet ihr sehen wer die Macht im Land hat. Zeigt endlich Mut und Stärke.

    Wir sind das Volk!

  7. Peter Lamaack

    Jens, mit Verlaub, aber das ist Schwachsinn Hoch 3!

    Niemand bestreitet, daß “wir” das Volk sind.
    Welcher Helfer (frei + willig!) egal, in welchem Ehrenamt, macht denn seine Tätigkeit gezwungenermaßen, bzw. unter Druck?

    Ich beobachte die BOS-Szene jetzt seit etwas über drei Jahrzehnten.
    Da gibt es zum einen die Polizei.
    Hier ist es sinvoll, daß dies eine staatlich-berufliche Domäne ist und bleibt – alle Initiativen von Bundesländern, hier freiwillige Polizeihelfer in’s Leben zu rufen, sind nichts anderes, wie der Versuch, die innere Sicherheit für lau und Wählerstimmen zu bekommen.
    Darüber hinaus haben wir ohnehin schon zu viele mutwillige Freizeitsheriffs in diesem Staat.
    Aber egal, ob FW, THW oder eine beliebige Hiorg:
    hier muß auch der Mut aufgebracht werden, sich und anderen zu gestehen, daß die Tätigkeit auch Freude und Spass macht.
    Heute nennt man dies “Fun-Faktor”.

    Es ist egal, ob der “Machtfaktor” des Helfers x-y höher zu bewerten ist wie das Ausleben von beruflich nicht genutzten Talenten oder die Aneignung neuen Wissens in Theorie und Praxis.
    Doch wer (wenn ich von der exotischen Möglichkeit einer Pflichtfeuerwehr einmal absehe) zwingt einen Helfer, Ölspuren abzustreuen, Sandsackdämme zu bauen, gefallene Bäume von der Strasse zu holen, Gefahrgut zu bergen oder ein Feuer zu löschen?
    NIEMAND!
    Nennen wir es Hobby, soziales Engagement, Freizeitbeschäftigung, Ehrenamt…
    Völlig egal!

    Es ist das eine, eine berechtigte Anerkennung für seine Arbeit einzufordern.
    Dies schliesst für mich auch durchaus materielle Anreize mit ein.

    Wer hingegen einerseits das “Volk” als soziale Gemeinschaft definiert, sich diesem Volk aber völlig unsozial verweigern will, um es “denen” zu zeigen, hat irgend etwas nicht verstanden.
    Meine ehrenamtliche Arbeit dient primär nicht dazu, meinem Land- oder Bundestagsabgeordneten oder auch meinem Oberbürgermeister einen Gefallen zu tun.
    ICH arbeite gerne für dieses Volk – weil mir dieses Volk sehr viel zurück gibt.

  8. Das Helfersyndrom steckt wohl in uns allen, sonst währen wir nicht in die FFW eingetreten. Das dies ehrenamtlich und somit unentgeldlich abgegolten wird, war klar. Wir bringen alle sehr viel Dynamik und Leistungsbereitschaft mit in den Feuerwehralltag um unsere Mitmenschen aus Gefahrensituationen zu retten. Ich bin mir sicher, dass Gott uns dies einmal GUT heißen wird. Wenn es eine gewisse “Entlohnung” dafür geben wird, gute Anerkennung, muß aber nicht sein. Wir stehen auch so unseren “Mann”.

  9. Torsten77

    Wir sind das Volk! Das ich nicht lache! Was sollen solche Parolen?? Wenn ihr es so schlecht habt und das eine solch schreckliche Bürde ist ein Freiwilliger Feuerwehrmann zu sein, dann lasst es doch bleiben! Ich bin nicht in die Wehr eingetreten um irgendwann eine Rente zu bekommen. Wie soll soetwas Finanziert werden! Schaut euch doch die Situation in den Komunen an? Am besten in jeder kleinen Löschgruppe ein HLF einen RW und ne DLK stationieren was! In meiner Wehr verlangt keiner eine Rente! Brandschutz muss auch verhältnissmäßig sein! Bin gespannt wenn sich das in Aurich durchsetzt wieviele Kammeraden aus der Umgebung auf einmal dort ihren Dienst schieben wollen!

  10. Blacky

    @ Jens: So eine Quatsch habe ich ja noch nie gehört!!!

    @ Torsten77: Genau so sieht es aus. Man ist doch nicht Mitgleid der FFW, um in irgendeiner Art Geld zu verdienen. Ich kann deinen Aussagen nur recht geben und diese spiegeln auch meine genannten Aussagen wieder.

  11. Fire0815

    Also liebe Leute,
    denkt doch mal weiter…. sicher sind wir die schon in Wheren aktiv sind nicht wegen einer Rente eingetreten.
    aber sind wir denn noch genug?
    NEIN, und wir werden immer weniger. Da müssen eben anreize geschaffen werden um den ein oder anderen doch zu gewinnen, der sonst denkt… neeee da habe ich Stress auf der Arbeit… usw.

    Und da Feuerwehr nun mal Kommunale Sache ist, und jede Gemeinde/Stadt eben versuchen muss genügend “Ehrenamtliche” zu finden, ist das eben der Wge den Aurich geht.

    Ich finde es gut das es Gemeinden gibt die wenigstens versuchen was zu tun.
    Wobei ich auch kein Freund der Rente bin, da gibt es bessere und gerechtere Systeme.

    Und wie sich eine Kommune das leisten soll???
    na dann soll sie mal rechnen was es kosten würde den gesetzlich vorgeschrieben Brandschutz Hauptberuflich sicher zu stellen.

    Ich weiß nicht warum es auch in Feuerwehrkreisen immer soooo viele schwarzseher gibt.

  12. ich bin stellv. Ortsbrandmeister einer Stützpunktwehr im LK Gifhorn.
    Seit dem 10. Lebensjahr in der Feuerwehr und nun mit 37 Jahren kann ich folgendes sagen:
    Nein ich bin nicht in die FFW eingetreten um dafür Geldleistungen zu beziehen, sondern um meinen Mitmenschen alle erdenkliche Hilfe in einer Gefahrensituation zu gewährleisten. Das sehe ich auch heute noch so.
    Denke ich jedoch an all die Politiker auf Gemeindeebene die für jede Ratssitzung ihren Verdienstausfall erstattet bekommen, dneke ich durchaus anders darüber.
    Mein Beispiel:
    Am Tag der Ernennung zum Ehrenbeamten auf 6 Jahre hätte ich Nachtschicht gehabt. Ich wurde von der Gemeinde für diesen Tag freigestellt. Im Nachhinein gab es jedoch seitens meines Gemeindebrandmeisters jede Menge böses Blut wegen dieser Freistellung. Denn der Verdienstausfall ging auf die Kosten des Feuerwehrbudgets.

    Wenn ich dieses Vorkommnis nun betrachte sehe ich unseren Stellenwert bei den Kommunen etwas differenzierter.

    Von daher denke ich man sollte unsere Arbeit für die Allgemeinheit doch etwas mehr würdigen. Zwar verlange ich keine Rente, aber wie wäre es z.B. mit freiem Eintritt in das nächste Schwimmbad für uns und unsere Familien?
    Denkbar wäre auch ein herabsetzen der Grundsteuer oder ein gewisser Steuerfreibetrag (Fußballtrainer sowas wohl).

    Es gibt so viele Möglichkeiten, aber unsere Arbeit ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und wird dementsprechend honoriert.

  13. ich bin auch schon viele Jahre sehr aktiver Feuerwehrmann.
    Sicher sind wir nicht in die FFW eingetreten um einen finanziellen Vorteil zu erlangen.
    Aber sind wir doch mal ehrlich und schauen auf die junge Generation, auf unseren Nachwuchs. Da gibt es nur noch sehr wenige bis fast keine Männer und Frauen bzw. Jugendliche die sich für FFW begeistern lassen.
    Geschweige denn über den langen Zeitraum regelmäßig für Einsätze zur Verfügung stehen.
    Und ich mache mir schon Sorgen wie es in ein paar Jahren wird, wenn meine Generation in das Alter kommt, indem wir nicht mehr voll Einsatzfähig sind.
    Hauptsächlich bei den AGTs sieht es ja heute schon sehr sehr düster aus.

    Und wie schon von vielen anderen angesprochen wird es einem Feuerwehrmann auch nicht leichter gemacht. Da ist zu einem die immer größer werdende Anzahl an Einsätzen bei rückläufigen Mitgliederzahlen. Dies führt oft über kurz oder lang auch zu problemen mit dem Arbeitgeber und in der Familie.

    Zudem ist wie auch schon angesprochen das Ansehen der Feuerwehr in der Gesellschaft inzwischen sehr gering. Nicht nur das man sehr oft als reiner Saufverein abgestempelt wird. Immer öfter kann man froh sein, wenn man sich nicht entschuldigen muss wenn das Martinshorn benutzt wird. Von angriffen auf Feuerwehrmänner will ich da noch garnicht reden.
    Zudem setzt jeder mehr oder weniger auch finanzielle Mittel für sein Hobby ein.
    Daher kann heute nicht mehr darauf vertraut werden, das die FFW eine Frage der Ehre ist.
    Jeder muss sich bewußt machen das wir nicht mehr nur im Wettkampf mit anderen Hobbys, Familie und dem strukturellen Wandel im Berufsleben stehen. Auch das Internet, neue Medien wie FB, Smartphones usw. verschlingen immer mehr Zeit der Menschen.
    Und wir müssen auf diese neuen Situationen immer schneller reagieren. Das wird viel Schweiß, Einsatz und bestimmt auch Geld kosten. Da werden die paar Cent, die eine Gemeinde durch eine ggf eingeführte Feuerwehrrente belasten können, nur der Tropfen auf den heißen Stein sein.

    Zudem gehe ich nicht davon aus, das auch nur ein Feuerwehrmann mit dieser Rente auch nur einen Cent gewinn macht.
    Ich sehe es als einen kleinen Anreiz für die junge Generation diese Tradition aufrecht zu erhalten und als Anerkennung für den geleisteten Dienst.
    Der gegenüber den meisten anderen Ehrenämtern (die auch sehr wichtige und unverzichtbar sind) am gefährlichsten und unentbehrlich für die Gesellschaft ist.

    Denn sind wir mal ehrlich, was ist die alternative?
    Entweder bricht das System in ein paar Jahren oder Jahrzehten zusammen oder man wird über kurz oder lang über eine flächendeckende Pflichtfeuerwehr einführen müssen. Das beides keine Lösung ist und nicht wirklich funktionieren wird, ist uns glaube ich allen klar.

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