Dienstag, 6. Dezember 2016

Feuerwehrmann im Einsatz beleidigt: Klage vom Gericht eingestellt

28. Januar 2016 von  

Bad Homburg (HE) – Mit den Worten „Mach Platz, du fettes Schwein“ beleidigte ein 30-jähriger Autofahrer einen Feuerwehrmann, der während eines Einsatzes eine Straße sperren musste. Danach sei der Autofahrer mit quietschenden Reifen weitergefahren, berichtet die „Taunus Zeitung“. Es folgte ein Strafbescheid über 3.000 Euro gegen den 30 Jahre alten Mann. Dagegen legte er Widerspruch ein. In der Gerichtsverhandlung versuchte der Verteidiger des Mannes, den Vorfall runterzuspielen. Wahrscheinlich habe der Feuerwehrmann den Autofahrer falsch verstanden, oder er sei überfordert gewesen. Aber sowohl die Richterin als auch die Anklagevertreterin sahen den Tatvorwurf als erwiesen an. Dennoch war das Gericht bereit, die Anklage einzustellen, wenn der Mann 1.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt.

Artikel: „Mach Platz, du Schwein“ (28. Januar 2016, Taunus Zeitung)

Autofahrer beleidigt Feuerwehrmann wegen einer Straßensperrung. Symbolfoto: Hegemann

Autofahrer beleidigt Feuerwehrmann wegen einer Straßensperrung. Symbolfoto: Hegemann

Kommentare

10 Kommentare zu “Feuerwehrmann im Einsatz beleidigt: Klage vom Gericht eingestellt”
  1. Dirk Heim sagt:

    Wir sind halt „nur“ dumme Feuerwehrmänner die in der Freizeit nichts mit sich anzufangen wissen. Hat man die Möglichkeit Einspruch einzulegen? Aber gut, 1000€ zahlen ist auch okay, aber natürlich an eine Feuerwehr und nicht an irgend eine gemeinnützige Institution. Sind wir doch ehrlich, die Feuerwehren, Sanitäter und Polizisten brauchen heutzutage ein so dickes Fell, da passt keiner mehr in seine Konfektionsgröße mit. Irgend wann, wenn keine Feuerwehr, kein Sani und keine Polizei mehr im angemessenem Zeitfenster erscheint, werden alle und das ausnahmslos, alle merken wie „arm“ Sie dran sind.

  2. Olli sagt:

    Na ja, er ist ja jetzt nicht ohne Strafe davongekommen…

  3. Sven sagt:

    Frechheit das wieder mal nicht mit aller härte so ein Verhalten bestraft wurde..Was muss man sich denn noch alles gefallen lassen.Und wie kommt der Anwalt dazu dem Feuerwehrmann zu unterstellen er sei überfordert gewesen?
    Mich würde mal interessieren was diese Menschen machen wenn sie selbst in Not geraten.

  4. Daniel S. sagt:

    Mit diesem Urteil ist der erste Stein gesetzt, dass man ungestraft Beamte etc beleidigen darf.

    Anstatt des Standpunkt und Respekt von Einsatzkräften zu fördern, werden sie als Freiwild hingestellt. Ich find das nicht ok! Solchen Beleidigern gehört eine Haftstrafe aufgebrummt!

  5. Tobias F. sagt:

    Ist doch alles gut. Er hat gegen Zahlung von 1.000 € das Verfahren im Zuge der Klageeröffnung abgewandt.
    Und 1.000 € sind allemal besser, als dass er im Zuge der Hauptverhandlung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Monaten auf 2 Jahre Bewährung verurteilt worden wäre…da passiert ja mal gar nichts.
    Wer hier nach einer Haftstrafe schreit sollte sich mal fragen, bei welche Straftatbeständen tatsächlich bei einem „leichten“ Vergehen eine Haftstrafe verhängt wird. Aus eigener Erfahrung als Beamter in einer „Blaulichtzunft“ weiß ich leider nur all zu gut, dass es hier massivste körperliche Angriffe geben muss, damit etwas passiert. Traurig – aber Realität.

  6. Uli sagt:

    Hier sind aber einige ganz schön von sich selbst eingenommen. Anbetracht widersprüchlicher Aussagen, die ohne Zeugen letztendlich nicht zu klären sind, das richtige Strafmaß.
    Die Überschrift ist arg unvollständig und oberflächlich und impliziert das Kontra.

  7. Uwe L. sagt:

    1.000 € sind schnell vergessen.

    2 Monate Freiheitsstrafe auf 2 Jahre Bewährung bedeuten eine höher Strafe. Kommen in der Bewährungszeit erneute Delikte dazu, wird ein Gericht die Vorstrafe entsprechend würdigen.
    Daneben kommt eine Eintragung ins Führungszeugnis, die für 10 Jahre bestehen bleibt. Also ist die Strafe deutlich schärfer, oder?

  8. Leif sagt:

    Es ist eine Sauerei so was zu tun der sol sich mal vorstellen er Wäre der Feuerwehrmann

  9. Hans Werner sagt:

    Hier sind ja ganz viele Dünnhäuter unterwegs.
    Persönlich würde mich solch eine Affektbeleidung vermutlich überhaupt nicht in meiner Würde verletzten. Ich bin fest überzeugt, das die Beleidigung nicht gegen den Feuerwehrmann an sich, sondern aus Unmut über die Maßnahme „Straße gesperrt“ erfolgt ist. Aber gut jeder Mensch ist anders.

    Mal ein bisschen Recht einstreuen:
    Genauer Fischer im Recht.
    Wirklich sehr gut und sehr lesenwert:
    Zu Beleidigungen:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-04/beleidigung-ehre-fischer-im-recht
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-04/beleidigung-ehre-justiz-fischer-im-recht

    Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen. Das gibt es häufiger, Sebastian Edathy kennt den Paragraphen auch:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/geldbusse-edathy-kinderpornografie-prozess

  10. Jürgen Töpfer sagt:

    Berufsfeuerwehr Berlin
    Im Einsatz verbal und durch Gesten beleidigt worden.
    Anzeige gestellt…..
    Gegenanzeige nach 1/4 Jahr bekommen…
    Meine Anzeige wurde eingestellt, kein öffentliches Interesse….
    Gegenanzeige läuft munter weiter….
    Jetzt Strafbefehl bekommen: €750.-

    In was für einem Irrenhaus leben wir?!!

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