Donnerstag, 8. Dezember 2016

Feuerwehr mit Stadt im Streit um Bewerbungen

23. März 2015 von  

Neustrelitz (MV) – Vielerorts fehlt den freiwilligen Feuerwehren tagsüber das Personal. Einige Kommunen versuchen deshalb, Feuerwehrleute bei Stellenausschreibungen zu bevorzugen, sofern sie die gleiche Qualifikation wie andere Bewerber besitzen. So sollte es auch in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gehandhabt werden. Doch dort kritisiert die Feuerwehr nun ihre Stadtverwaltung, weil sie glaubt, dass Feuerwehrleute eben doch nicht bevorzugt werden, so der „Nordkurier“. Als Beispiel nennt die Wehr ihren ehemaligen Jugendfeuerwehrwart, der auf elf Bewerbungen elf Absagen erhalten hat. Der Bürgermeister betont, man würde die Kameraden bei der Jobsuche aktiv unterstützen, aber keine Freibriefe ausstellen.

Artikel: „Alarm! Feuerwehr sauer auf Stadt“ (Nordkurier, 22. März 2015)

Kommentare

4 Kommentare zu “Feuerwehr mit Stadt im Streit um Bewerbungen”
  1. Claus Franz sagt:

    Da Feuerwehr ein komunale Pflichtaufgabe ist, kann m.E. eine entsprechende FW-Qualifikation sehr wohl im Anforderungsprofil einer Stellenausschreibung stehen. Welche Schwerpunkte begründen die gleiche Qualifikation bei der Auswahl der Bewerber? Will der Personalchef/ Brgm. überhaupt Feuerwehrleute in seiner Verwaltung? Ich denke das ist hier die Frage.

  2. Hans Z. sagt:

    Die Frage ist, welche Qualifikationen gebraucht werden und welche der Feuerwehrlehrer bietet!

    Wenn eine Stelle als Maurer ausgeschrieben ist, sich darauf aber beispielsweise ein Kindergärtner bewirbt, hilft da logischerweise auch keine Bevorzugung mehr…

    …und wenn bei der elften Absage, der Mitbewerber wegen eines Praktikums bevorzugt wird, sollte man vllt. mal drüber nachdenken ob es nicht an einem selbst bzw. mangelnder Qualifikation (…) und weniger daran liegt dass das Personalwesen der Verwaltung etwas gegen Feuerwehrleute hat!

  3. Lars sagt:

    Die Personalauswahl ist immer eine komplizierte und komplexe Aufgabe. Bevorzugter Bewerber heißt, dass man bei gleicher Eignung und Befähigung den Vorzug erhält, aber auch nus dann.
    Man muss die Stadtverwaltung verstehen, dass man immer den am besten qulifizierten Bewerber einstellt. Das Ehrenamt Feuerwehr ist wichtig, aber es kann kein alleig qulifizierendes Merkmal sein.
    Gute Schulnoten, Berufsabschluss, Studium, Fachlehrgänge, Zertifikate, Berechtigungen u.ä. sind eben nunmal mehr wert.
    Daher immer den konkreten Einzelfall betrachten mit allen persönlichen Daten und Fakten und keine pauschale Verurteilung der Mitarbeiter der Stadt, nur weil sie ihren Job korrekt erfüllen. Schließlich muss jede Personalauswahl so erfolgen, dass sie einer Klage eines anderen Bewerbers vor Gericht standhält.

  4. Jörg Westphal sagt:

    Der verlinkte Online-Artikel ist leider sehr gekürzt und sagt nicht so sehr viel aus. Insofern kann ich auch die Skeptiker unter den Kommentatoren verstehen. Deshalb möchte ich ergänzen, dass die Stadtverwaltung öffentlich bekundet hat, Feuerwehrleute immer zu Bewerbungsgesprächen einzuladen. Der betroffene Kamerad hat in zwei Fällen seine Papiere gleich zurück bekommen. Eine wirklich nette Geste! Bei fast allen Bewerbungen war ein Empfehlungsschreiben der Feuerwehr dabei oder die Mitgliedschaft war ohnehin bekannt. Das war wohl eher ein Hinderungsgrund für einen Job. Der Kamerad war bei allen seinen Bewerbungen stets ausreichend qualifiziert, hat sich also nicht als „Kindergärtner“ auf eine Stelle als „Maurer“ beworben. Da hatte die Stadtverwaltung dann auch kein Argument mehr und nahm zur Ablehnungsbegründung dann doch lieber das Argument des gerade absolvierten Praktikums. Das allein zeigt doch schon, dass man händeringend keine Feuerwehrleute haben möchte. Und dann gibt es da noch den Buschfunk. Leider lassen sich deren Meldungen nicht beweisen. Darum werde ich mir da nicht den Mund verbrennen. Trotzdem wissen alle Bescheid. Warum kann ich so detaillierte Angaben machen? Ganz einfach – ich habe den Stein ins Rollen gebracht. Jetzt würde ich mich über weitere Kommentare freuen. So oder so…

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