Feuerwehr löst sich selbst auf

Görnitz (SH) – Die Freiwillige Feuerwehr Görnitz (Kreis Plön) will sich selbst auflösen, berichten die “Lübecker Nachrichten”. Der Rücktritt des Wehrführers im vergangenen Sommer hatte den Stein offenbar ins Rollen gebracht, es findet sich kein Nachfolger. Nach dem Artikel war der Wehrführer mit der Dienstbeteiligung seiner Kameraden unzufrieden. “Für mich ist eine Feuerwehr kein Kleingartenverein und kein Dorfveranstaltungsverein”, zitierte die Zeitung den ehemaligen Feuerwehrchef.

Artikel: “Feuerwehr hängt den Helm an den Nagel” (Lübecker Nachrichten, 13. Februar 2011)

5 Kommentare zu “Feuerwehr löst sich selbst auf”
  1. Martin Horn

    Die ganze Brisanz dieser Geschichte steckt doch zwischen den Zeilen:

    1. Motivation bei einer freiwilligen Feuerwehr wird immer schwieriger
    2. Die Bereitschaft eine Führungsposition ehrenamtlich zu übernehmen wird geringer

    Ich fürchte, solche Beispiele wird es künftig noch häufiger geben! Der Fall Görnitz ist doch beliebig übertragbar. Ich finde die Haltung des Wehrführers gut und konsequent, wenn es für ihn einfach nicht vertretbar ist. Das schlimme ist nur: Dort wo einmal so ein Loch entsteht, wird kein Gras mehr wachsen, die Wehren sind weg… 🙁

  2. Das ist schade!
    Die Auflösung ist immer der letzte Schritt, und auch immer der, der am meisten wehtut.

    Wie konnte es denn nur soweit kommen?
    Das die Motivation immer schlechter wird kann ich nur zum Teil unterstreichen.
    Die Kameraden/ innen, die bereits aktiv dabei sind müssen gefordert und gefördert werden.
    Wenn keiner zum Dienst kommt, kann es nicht viele Gründe geben.
    Entweder wird die Leitung nicht akzeptiert oder die Dienstgestaltung lässt zu wünschen übrig.

    Und jede Ortswehr kann, egal ob TSA in der Halle oder zwei komplette Löschzüge.
    Wenn ich mich mit dem Thema Feuerwehr identifiziere, dann kann ich jederzeit ansprechende Dienste gestalten.

    Jede Wehr hat es letzten Endes selber in der Hand.
    Bleibt zu hoffen, das alle Verantwortlichen in Ihren Wehren dies erkennen, und allen Kameradinnen und Kameraden die Möglichkeit geben, sich zu entfalten und einzubringen.

  3. Blacky112

    Kann dem Beitrag von Bernd nur Recht geben. Wenn die Motivation sinkt, liegt das in der Regel an der Führung und an der Gestaltung der Übungsdienste. Gerade junge Kameraden wollen und müssen auch gefordert und gefördert werden.
    Ich persönlich finde es auch immer sehr schwer für Kameraden, die aus der Jugendabteilung in der aktiven Dienst wechseln und sprichwörtlich “ganz unten” anfangen. Klar, jeder fängt klein an, aber gerade die Kameraden aus der Jugendfeuerwehr haben schon in der Regel eine ziemlich gute Ausbildung genossen. Dies muss von der Führung erkannt und nicht einfach ignoriert werden. Denn wenn man mal die Zahlen der Mitglieder der Jugendabteilung ansieht und daneben die Zahlen der Übertritte, ist das Ergebnis ziemlich erschreckend.

    Lasst denn Kopf nicht hängen…

  4. Simone M

    Wenn ein Wehrführer hinschmeißt und sich dann niemand findet,der es weiter macht,dann sagt das doch eine Menge über die Dienstbeteiligung der Wehr aus und hat weniger mit der Führung zu tun denn dann würde sich jemand anderes zur Wahl stellen. In der Wehr scheinen ja mehrere der Meinung zu sein das es keinen Sinn hat. Wie soll man denn Kameraden motivieren die nicht zum Dienst kommen. Aber die Freiwilligen werden ja in allen Institution immer weniger, keiner ist bereit in seiner Freizeit noch ehrenamtlich zu arbeiten.

  5. Ich halte nicht viel von Spekulationen! Hier mal eine kurze Zusammenfassung der, aus meiner Sicht, wichtigsten Punkte des Artikels:

    – die Wehr wurde erst 1983 gegründet.
    – sie ist eine von 3 Feurwehren in einer Gemeinde mit nur ca.950 Einwohnern.
    – es gibt 15 Aktive und wohl keine echte “Führungsgruppe”, sondern eben nur
    den Ortswehrführer.
    – Sieht man sich mal die Internetseiten der drei Ortsfeuerwehren an, kommt
    man auf zusammen ca. 60 Aktive Mitglieder und eine verständlicher Weise
    überschaubare Zahl an Einsätzen.

    Ohne nähere Einzelheiten zu kennen scheint mir das Problem ehr in einem “Überangebot” an Personal und Material zu liegen, als an der Führung oder der Motivation der Mitglieder…

    Ob man das mit “guten Diensten” ausgleichen kann möchte ich bezweifeln!

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