Montag, 29. Mai 2017

Fatale Fehleinschätzung: Polizei statt Feuerwehr alarmiert

17. Januar 2017 von  

Bothel (NI) – 14 Minuten nach Eingang eines Notrufs sind am 9. Januar in Bothel (Landkreis Rotenburg/Wümme) verstrichen, bis die Feuerwehr alarmiert wurde. Obwohl ein Kindergarten in Flammen stand, hatte der zuständige Leitstellendisponent nach einem Bericht der Kreiszeitung zunächst die Polizei alarmiert. Eine fatale Fehleinschätzung: Der Großbrand zerstörte die Kindertagesstätte vollständig. Hintergrund der fehlgeschlagenen Alarmkette: Zwei 17-Jährige hatten in der Nacht zu Montag an einem Altpapiercontainer gezündelt. Dabei setzten die Flammen den Dachüberstand des Kindergartens in Brand. Daraufhin verständigten die beiden Jugendlichen anonym die Leitstelle, wo der Anruf schließlich falsch bewertet wurde, so die Kreiszeitung.

Kita_Brand_Bothel

Jede Minute zählt: Dieser Kindergarten hätte bei rechtzeitiger Alarmierung mit hoher Wahrscheinlichkeit gerettet werden können. Foto: Feuerwehr Bothel.

Hier geht’s zum Originalbeitrag: „Kita-Brand in Bothel: Feuerwehren nicht sofort informiert“ (Kreiszeitung, 16. Januar 2017)

Kommentare

4 Kommentare zu “Fatale Fehleinschätzung: Polizei statt Feuerwehr alarmiert”
  1. Sven sagt:

    Fehler können passieren aber durch die Verzögerung ist erheblicher mehr Schaden entstanden.
    Wer haftet denn nun dafür?
    Fakt ist selbst ein stelle in letzter Zeit häufiger fest das die Herren in den Leitstellen ihre Kompetenzen überschreiten.
    Wenn ich einen RTW haben will muss ich nicht diskutieren warum.
    Und ja Spaßanrufe sind schlimm und Mist aber jede Feuermeldung sollte ernst genommen werden.

  2. Wolle sagt:

    @ Sven

    Ein Notrufgespräch ist keine Diskussion sondern eine Abfrage des Disponenten. Einen RTW kann man nicht einfach bestellen wie den pizzaservice.
    Wenn die Abfrage durch ist wird man dafür sorgen das zu dir das richtige Rettungsmittel kommt.
    Das liegt sehr wohl in der Kompetenz eines Leitstellenmitarbeiters.

    Gruß Wolle

  3. W. sagt:

    Lieber Wolle,
    als Gast/Besucher dieser Website stimme ich mit Sven überein: in den Leitstellen gibt es kompetente Disponenten und das Gegenteil davon. Oder hat manch einer einen guten und einen schlechten Tag? Oder ist es doch mehr die Persönlichkeit und die Einstellung?

    Vor Jahren forderte ich in München über die 112 Hilfe für einen 92-jährigen an. Es war Sonntagabend, und der alte Herr sollte laut Hausarztbesuch (Freitag) am Montag Vormittag ins Krankenhaus. Darauf hin unfreundlich und schroff die Antwort, dass er eben am Freitag schon ins Krankenhaus gehen sollte, jetzt bekäme er keinen RTW.

    Leider habe ich den Namen für eine Beschwerde nicht notiert. Ich rief dann 19222, die stellten durch zu einem Kardiologie-Notruf, und innerhalb weniger Minuten kamen drei Mitarbeiter mit einer riesigen mobilen Ausstattung und nahmen noch in der Wohnung eine Not-OP von etwa 2 Stunden vor, bevor sie den Patienten ins Klinikum transportierten. Ihrer Aussage nach war das absolut nötig! Mit dieser Not-OP wurden dem Patienten noch mehr als zwei weitere Jahre geschenkt – er verstarb aber dann auf Grund genau dieses altersbedingten Defekts (Aortenklappenstenose).

    Soviel zum Thema ‚Disponenten‘

    Beste Grüße

  4. Wolle sagt:

    @W.

    Was Sie in Ihrem ersten Absatz nennen spielt z.T sicher eine Rolle. Überall passieren Fehler ,auch in den Leitstellen.

    Ich habe mich jedoch in meinem Beitrag nur zu “ Kompetenzen überschreiten “ und „nicht diskutieren warum“ geäußert.

    Zu Ihrer abenteuerlichen Geschichte möchte ich auch nicht groß was sagen. Aber der Disponent der die 19222 abgefragt hat scheint ja Ihrer Meinung nach richtig geurteilt zu haben. Sonst wäre ja keine Hilfe gekommen.

    Ihren letzten Satz “ Soviel zum Thema Disponenten“ verstehe ich daher nicht ganz.

    Es kann immer mal passieren das man aneinander vorbei redet.
    Der Notrufteilnehmer hat oft nicht die richtigen Worte um genau auszudrücken was das Problem ist.
    Das führt dazu das nicht jeder Einsatz perfekt abgewickelt wird.

    Weitere Probleme sind die Vorstellungen vieler Menschen wie ein Notrufgespräch abzulaufen hat (Thema Pizzaservice) und die dazugehörige völlig überzogene Erwartungshaltung( vor allem in der Großstadt) was Feuerwehr, Rettungsdienst und Ärztlichen Bereitschaftsdienst betrifft.

    Soviel zum Thema von mir

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