Samstag, 10. Dezember 2016

Bochum: 14 Feuerwehrfahrzeuge stillgelegt

26. Februar 2015 von  

Bochum (NW) – 14 Fahrzeuge der Feuerwehr Bochum sind in den vergangenen Wochen ersatzlos stillgelegt worden. Der Grund: die Löschgruppenfahrzeuge (LF 16-TS) müssten umfangreich repariert werden, die Kosten dafür würden Medienberichten zufolge den Wert der Fahrzeuge übersteigen. Der würde sich nur noch auf „Schrottwert“ belaufen, berichten die „Ruhrnachrichten“. Betroffen von der massenhaften Fahrzeug-Ausmusterung sind die freiwilligen Feuerwehren in Bochum. Im Falle eines Großeinsatzes in der Stadt stehen aktuell nicht nur weniger Fahrzeuge zur Verfügung, auch insgesamt 126 Sitzplätze fehlen, um die Einsatzkräfte zu transportieren. Wann genau und in welchem Umfang ein Ersatz für die fehlenden Löschgruppenfahrzeuge kommt, ist noch offen.

Artikel: „Feuerwehr muss 14 Fahrzeuge stilllegen“ (ruhrnachrichten.de, 25. Februar 2015)

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Kommentare

10 Kommentare zu “Bochum: 14 Feuerwehrfahrzeuge stillgelegt”
  1. Kaiser sagt:

    Bei denn heutigen Anforderungen ist es kein Wunder dass die Feuerwehren geschlossen werden, alleine dass man 2 – 3 Jahre auf einen Lehrgang warten muss.

  2. Firefighter sagt:

    Die Freiwilligen Feuerwehren in Bochum werden nicht geschlossen, Ihnen wurden die Fahrzeuge (LF 16 TS) vom Bund weg genommen (Eingezogen).
    Der Bund hatte diese Fahrzeuge in Bochum für den Kathastrophenfall bereit gehalten.
    Nur leider sind diese Fahrzeuge ein bisschen in die Jahre gekommen, so das sich eine Reperatur einfach nicht mehr gelohnt hat.
    Und nun fehlen der Feuerwehr Bochum Fahrzeuge um bei Großschadenslagen (siehe Ela, Pfingsten letztes Jahr) schnell und Effektiv den Bürgern zu helfen. Und um alle Einsatzkräfte schnell zu den Einsatzorten zu bringen.
    Des Weiteren hat die Feuerwehr Bochum einige Jugendfeuerwehr Gruppen, die im Moment kein eigenes Fahrzeug zum Üben haben, somit müssen sie die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr mit benutzen, mit dem Nachteil das die jeweilige Einheit zu diesen Zeitpunkten nicht voll Einsatzberreit ist, weil unter Umständen kein Fahrzeug mehr in der Fahrzeughalle steht.
    Und dies gefährdet zwar nicht direkt, aber indirekt die Bürger, denn wenn eine Einheit nicht Einsatzberreit ist, es kann ja auch mal vorkommen das ein Fahrzeug in der Werkstatt ist oder es die Jugendfeuerwehr benutzt (wie oben erwähnt), kann diese nicht ausrücken und somit muss eine andere Einheit Alarmiert werden nur das diese dann eventuell einen längeren Anfahrtsweg hat und sie länger brauchen um an der Einsatzstelle anzukommen.

  3. Reiner Graupe sagt:

    Mal wieder typisch aufgebauschte Geschichte! Das waren KatS-Fahrzeuge des Bundes, vom Bund bezahlt, Sprit und Führerscheine vom Bund bezahlt. Die sollten im Kat-Fall mit Besatzung abgezogen werden können, ohne den örtlichen Brandschutz zu vernachlässigen. Wenn Bochum sich keine eigenen Feuerwehrfahrzeuge leistet und anstatt dessen die geschenkten Bundfahrzeuge in Ihre Feuerwehrbedarfsplanung integriert, kommt halt sowas dabei raus.

  4. G-Wart sagt:

    Die „Sparwut“ der Städte und Kommunen zollt Ihren Tribut. Anstatt ein Fahrzeug nach 20-25 Jahre oder früher zu ersetzen, bleiben diese bis zum verfall bei den Feuerwehren. Sagt dann mal der TÜV zum 30 Jahre alten Fahrzeug NEIN, wunderen sich alle….

  5. Jean sagt:

    Man muss aber auch dazu sagen das ein Teil der Fahrzeuge auch von den Städten vom Bund übernommen wurde… und vielleicht hat früher der Bund nen Lappen bezhalt, aber das kenn ich nicht und ich bin seit 17 Jahren im Dienst…
    Allerdings sieht das in den anderen Ruhrpott Städten ähnlich aus, wo auch eine stattliche Zahl LF 16 TS im Dienst ist, war, entweder Ivecos oder Mercedes Rundhauber aus den 1980er Jahren, das war schon seit Jahren absehbar das die irgendwann platt sind… Aber wie ersetzen? Kassen sind klamm… vom Bund kommt kein Ersatz in dem Umfang, bzw. nicht in den Pott, jedenfalls hab ich hier noch keine neuen KatS LF´s gesehen… Naja man muss mit dem arbeiten was man hat…
    Aber es ist kein Dauerzustand, da das nicht nur auf Kosten der Einsatzkräfte sondern auch auf Kosten der Sicherheit der Bürger geht… bei so Lagen wie Ela wird man im Pott künftig öfter andere FW Bereitschaften anforden müssen um das abarbeiten zu können..

  6. Mathias Fischer sagt:

    Leute wie Firefighter haben das System anscheinend auch nach 30 Jahren noch immer nicht verstanden, Reiner Graupe schon: Bundesfahrzeuge ( Besonders die im Brandschutz) sind ZUSÄTZLICHE Fahrzeuge. Hier muss immer eingeplant werden, das morgens jemand vom Bund vor der Tür steht und das Fahrzeug abholt, um es einer Einheit zu geben, die am anderen Ende des Landes ist.
    Was macht den eine Stadt wie Bochum, wenn der Bund z.B. anordnet, alle Fahrzeuge zu besetzen und nach Brandenburg zur Waldbrandbekämpfung auszurücken? Bei 14 Fahrzeugen wären das auch mal eben 126 Feuerwehrleute. Ich bezweifle, das die FW Bochum diese personelle Leistungsfähigkeit inkl. Austauschpersonal hat.
    Wenn es nur darum geht, Einsatzkräfte zur E-Stelle zu bringen, dann ist ein MTF bestimmt sinnvoller und wirtschaftlicher. Und die JF hat auch was davon.

    Und Jugendfeuerwehren brauchen nun wirklich kein eigene Fahrzeug. Bei anderen Feuerwehren klappt es ja auch, das man hier mit den Einsatzfahrzeugen übt.

  7. Torsten Schild sagt:

    Herr Fischer, so ganz treffen ihre Aussagen aber auch nicht zu. Seit der Beschaffung der LF 16-TS hat sich im Bereich Katastrophenschutz einiges getan. Es ist keineswegs so, dass der Bund sagt, wir ziehen die Fahrzeuge ab, genau so wenig wie der Bund sagt, alle auf die Autos und dann ab nach Brandenburg. Und somit hat auch nicht der Bund die Fahrzeuge stillgelegt.
    Es geht hier um ein ganz anderes Problem. Und dabei spielt der Katastrophenschutz nur eine untergeordnete Rolle.
    Es ist schlicht der Fall, dass der Brandschutzbedarfsplan der Stadt Bochum eine gewisse Ausstattung jeder einzelnen Löscheinheit vorsieht. Der letzte Brandschutzbedarfsplan wurde 2010 verabschiedet, und die Ziele aus diesem wurden bis heute nur zu rund 20% erfüllt.
    Es wurde jahrelang versäumt, sich um Ersatz für die vorhandenen Fahrzeuge Gedanken zu machen, bzw. diesen Ersatz zu beschaffen, da die Kommunalverwaltung gesagt hat „es sind ja Fahrzeuge da“. Die LF 16-TS hätten nach und nach durch kommunale Fahrzeuge ersetzt werden müssen. Dies ist nicht passiert, und somit ist jetzt ein erheblicher Mangel entstanden, den die Führung der Freiwilligen Feuerwehr kritisiert, und zwar zu Recht.
    Das ist das Kernproblem. Es wird ja nicht gesagt „der Bund muss Ersatz beschaffen“, sondern „wir haben die Stadtverwaltung gewarnt“
    Und die Argumentation „die JF braucht keine eigenen Fahrzeuge, woanders klappt es auch so“, hat noch niemanden nach vorne gebracht, und ist etwas kurzsichtig. Es ist in der Struktur und der Ausstattung der Feuerwehr Bochum schlicht sinvoll, dass die JF eigene Fahrzeuge erhält. Und außerdem ist es auch erwünscht und gewollt, auch von der Branddirektion.

  8. Timo sagt:

    Das mehre LF 16-TS auf einen Schlag nicht mehr Einsatzbereit sind bzw. nicht mehr zu Verfügung stehen ist kein Wunder. Es ist in vielen deutschen Kommunen der Fall das die Fahrzeuge vom Bund gleichzeitig auch Ersatz für normale Fahrzeuge darstellen. Was eigentlich falsch ist. In München hat man es geschafft die ganzen LF 16-TS auszumustern und in Eigenregie „Ersatz zustellen“. Man darf nicht vergessen die Feuerwehr ist kein Verein. Das man öfters in Brandschutzbedarfsplänen hinterherhängt oder es sich Änderungen ergeben ist unvermeidbar. Entweder muss man schauen das man Bund-Fahrzeuge rechtzeitig Kommunal ersetzt bzw. „Reserve-Fahrzeuge“ hat, oder eben frühzeitig nachschaut was aus der LF 20-KatS-Geschichte wird. In vielen Bundesländern hat man es geschafft – warum also auch nicht in NRW bzw. in Bochum? Und wenn es am Geld liegt dann muss man sich eben mal an einen TISCH setzten und eine Interkommunale Ausschreibung machen von mehren Städten. So das auf einen Schlag mal eben 50 Fahrzeuge bestellt werden dann sind die Fahrzeuge auch günstiger…

  9. Michael sagt:

    Eigentlich nicht verwunderlich. Die Fahrzeuge wurden vom Bund beschafft und sollten, zumindest hieß es bei uns so, nach spätestens 10 Jahren getauscht werden. Nach 22 Jahren stehen sie nun immer noch da und bestimmte Ersatzteile gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Die Fahrzeuge entsprachen damals schon nicht mehr dem Stand der Technik.
    Das es in Bochum gleich so viele Fahrzeuge sind ist tragisch. Leider hat sich die Kommune auf den Bund verlassen, ohne ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Nun muss sie halt sehen wie sie aus der Sache rauskommt und das Schlimmste ist, darunter leiden werden wieder einmal die die den ganzen „Spaß“ ehrenamtlich machen. Damit dürfte die Motivation wieder einmal ein Stück den Berg runter gehen.

  10. Uli sagt:

    Wenigstens einige hier kennen das System und haben es zutreffend beschrieben. Allein schon die Presseformulierung ist massiv irreführend. Es ist zudem auch nicht klar, ob es sich um noch bundeseigene Fahrzeuge oder von der Stadt vom Bund übernommene Fahrzeuge handelt.
    Für die Verteilung der bundeseigenen Ausstattung ist das Innenministerium des Landes zuständig. Es weist den Kreisen und kreisfreien Städten die Fahrzeuge zu. Bei Übergaben ist der Originalzustand kaum wiederzuerkennen und der Bürgermeister lässt sich gerne bei der feierlichen Schlüsselüberreichung auf die Schulter klopfen. Vollkommen zu unrecht!
    Das ist unser föderales System. Auf den Bund schimpfen und alles von diesem gerne nehmen.
    Nicht übersehen darf man auch auch konzeptionelle Änderungen in den letzten 10 Jahren, die das eine oder andere Fahrzeug zumindest konzeptionell überflüssig gemacht haben.
    Meiner Meinung nach hat sich die Stadt zulange auf dem vorhandenen Material ausgeruht und die ehrenamtliche Basis schreit jetzt urecht auf.

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