Mittwoch, 23. August 2017

Bewährungsstrafe für Löschfahrzeug-Maschinist

18. September 2012 von  

Hamburg – Der Maschinist des Löschfahrzeuges, das im Sommer 2011 an einem tödlichen Einsatzfahrt-Unfall in Hamburg beteiligt war, ist zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das berichtet unter anderem der NDR. Nach Auffassung des Gerichts war der Maschinist mit dem Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF) mit 63 km/h zu schnell in eine Kreuzung eingefahren, außerdem sei das Martinhorn nicht eingeschaltet gewesen, so der Sender. Bei der Kollision des HLF mit einem Linienbus waren zwei Menschen ums Leben gekommen, 23 weitere – darunter auch Feuerwehrleute – erlitten Verletzungen.

Artikel: „Bewährungsstrafe nach Unfall in Tonndorf“ (ndr.de, 18 September 2012)

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Kommentare

31 Kommentare zu “Bewährungsstrafe für Löschfahrzeug-Maschinist”
  1. Woor sagt:

    Nach eigener Erfahrung werden üblicherweise die Urteile von Amtsgerichten vor der Anhörung schon fest gelegt. Mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft konnte so der Busfahrer rein gewaschen werden. Da ich selber Maschinist bin und auch ausbilde, werde ich die Konsequenzen dieses Urteils weiter vermitteln. Ich denke, in Zukunft wird sich so mancher brennende Papierkorb zu einem Dachstuhlbrand ausweiten können. Kameraden, ihr werdet von der Justiz im Stich gelassen und verraten, fahrt langsam, vorsichtig und immer mit voller „Musik“, die Mitbürger können sich dann ja bei Gericht beschweren.

  2. Stefan berres sagt:

    ich finde es nicht gut den kameraden die alleinige schuld trägt der busfahrer müsste er schuldig sein

  3. Christian sagt:

    Das schlimme an der Generation Facebook ist, dass sie sich zu Dingen äußert, von den sie erwiesenermaßen keine Ahnung hat. Zum Beispiel Recht & Gesetz. Die Fakten sind z.B., dass zwei Menschen tot sind und das ist halt nicht „einfach so passiert“, dafür gibt es einigen Schuldigen, der wurde von einem Gericht ermittelt und verurteilt, ob euch das passt oder nicht. Wer nicht gewillt ist, für sein Tun einzustehen, der sollte sich dringend überlegen, ob Feuerwehr das richtige Hobby für ihn ist. Am witzigsten ist die Behauptung, ein Amtsgericht würde sein Urteil schon in der Anhörung fällen. Dummerweise wurde das Verfahren aber an einem Landgericht geführt und wenn man nur geringe Ahnung von unserem Rechtssystem hat, dann weiß man auch warum. So aber gilt auch hier (wie schon bei der Bombensprengung in München) mal wieder: Von nix eine Ahnung, zu allem eine Meinung und die möglichst empört der Welt kundtun.
    Kein Wunder, dass solchen Leuten unser Feuerwehrwesen vor diue Hunde geht.

  4. de Lücks sagt:

    @ Jens Hassel: Sehr guter Beitrag. Also als RTW-Fahrer ist uns beigebracht worden, dass unabhängig vom Einsatz der Sonder- und Wegerechte auch noch eine
    STVO gilt!!! Und von daher ist als Fahrer entsprechender Fahrzeuge auch Rücksicht auf den weiter fließenden zu nehmen. Besonders bei der Einfahrt
    an Kreuzungen usw..

  5. Maschinist sagt:

    @Christian
    Ich bin voll und ganz deiner Meinung!
    Wenn das Gericht das so einschätzt machen die das auch nicht ohne Grund und schon gar nicht mal so im vorbeigehen.
    Warum hat es wohl bis jetzt gedauert ehe ein Urteil gefällt wurde?

    Außerdem ist (hoffentlich) jedem Maschinisten klar, dass er zur Verantwortung gezogen wird wenn er auf Einsatfahrt fehler macht. Daher möglichst immer an die Regeln halten.
    Ich habe mich gezwungenermaßen daran gewöhnt durchgehend das Horn an zu haben, und dennoch fahre ich nicht einfach so über rote Ampeln, oder in Kreuzungen.
    (wobei ich die genaue Situation des Unfalls nicht kenne weil ich nicht dabei war und ich möchte dem Maschinisten auch sicher nichts unterstellen)

    Ich möchte erneut mein Mitgefühl allen Beteiligten aussprechen und vor allem dem Maschinisten alles gute wünschen und dass er sich davon wieder erholt!

  6. Gast 112 sagt:

    Meines Wissens ist der Fahrer der Feuerwehr sehr gewissenhaft und immer ein sicherer Fahrer gewesen.
    Der Busfahrer hat mehrere Sekunden an dieser Einfahrt vor der Ampel gewartet. Selbst als die Ampel für die Feuerwehr bereits 4 Sekunden rot zeigte und der Bus inzwischen auch schon grün hatte, wartete der Busfahrer vor der Ampel.
    Das dürfte dem Feuerwehrfahrer das Zeichen zur Entscheidung gegeben haben, dass der Busfahrer (ein Profi-Kraftfahrer!) beabsichtigt, das Einsatzfahrzeug durchfahren zu lassen.
    Warum sollte der Fahrer der Feuerwehr nun in die Bremsen gehen. Es gibt keine weitere Gefahrenquelle an dieser Einfahrt. Es ist keine Kreuzung sondern nur eine Einfahrt von rechts, die dem Bus ermöglichen soll in die Stein-Hardenberg-Str einzufahren. Hier ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt. Meines Wissens nach fuhr die Feuerwehr mit 63 km/h. Geringfügig über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit – eben ein gewissenhafter Feuerwehrmann.

    Als der Busfahrer dann widererwartend den Bus 4 Sekunden vor der Kollision aus dem Nichts beschleunigte, hat der Feuerwehr Fahrer sofort reagiert und eine Vollbremsung eingeleitet.

    Leider kamen bei diesem tragischen Unfall zwei Menschen ums Leben und es sind 23 Menschen verletzt worden. Das war ein tragisches Unglück und von den Rettern der Feuerwehr niemals beabsichtigt.

    Was führte zu dieser Reaktion des Busfahrers, der selbst in dem Prozess die Aussage getroffen hat, dass er das Sonderrechtsfahrzeug der Feuerwehr bereits in ca. 60 Metern Entfernung (ca. 4 Sekunden vor Kollision) gesehen habe?
    Wieso fährt er an, wenn er doch vorher so lange gezögert hat und damit den Eindruck erweckte, dass er das Feuerwehrfahrzeug passieren lasse?

    Ich bin der Meinung, dass das Urteil des Landgerichts zu überdenken ist.

    Mein Beileid an die Hinterbliebenen der Verstorbenen. Auch den Verletzten wünsche ich, dass auch die seelischen Wunden mit der Zeit verheilen.

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