Freitag, 9. Dezember 2016

Warum eine Feuerwehr im September Weihnachten feiert

Bremen / Visselhövede (NI) – Welches Motiv kann einen Feuerwehr-Adventskalender zieren? Zwei Monate ist es her, dass wir über Facebook ein weihnachtliches Feuerwehr-Motiv gesucht haben. Bei mehr als 100 tollen Bild-Einsendungen, fiel die Entscheidung nicht leicht. Letztendlich hat sich die Redaktion für das Motiv der Freiwilligen Feuerwehr Visselhövede (Kreis Rotenburg) entschieden. Wir haben den Pressesprecher Sebastian Kurz zur Entstehung des ungewöhnlichen Bilds interviewt.

Update (08.11.2016): Der Adventskalender fand sehr großen Anklang – binnen weniger Tage waren sämtliche Exemplare ausverkauft – und das obwohl sogar beim Hersteller nachgeordert wurde. Leider können deshalb keine weiteren Vorbestellungen mehr angenommen werden.  Die Auslieferung der vorbestellten Kalender erfolgt ab dem 18. November 2016.

FM: Wie seid ihr darauf gekommen, an der Aktion („Weihnachtliches Feuerwehr-Foto gesucht“) teilzunehmen?

Sebastian Kurz: Von der Aktion erfahren haben wir durch einen Feuerwehrkameraden, der euren Facebook-Beitrag gesehen hat. Der Kamerad erinnerte sich an das Motiv unserer damaligen Weihnachtsgrußkarte. Diese habe ich Euch dann zugesendet.

FM: Ihr habt das Motiv als Grußkarte verwendet. Wie kam es dazu?

Sebastian Kurz: Das Bild entstand im Dezember 2015 – ein paar Tage vor Weihnachten. Damals hatten wir vermehrt von Wehren aus den Nachbarlandkreisen, wie z.B. Walsrode im Heidekreis und Walle im Landkreis Verden, Weihnachtsgrüße mit passenden Feuerwehrmotiven bekommen. Deshalb wollten wir uns mit einer eigenen Grußkarte revanchieren.

FM: Wie ist das Motiv entstanden?

Sebastian Kurz: Auf die Idee mit dem Motiv brachte uns eigentlich der Umstand, dass wir vor dem Feuerwehrhaus so lange nach einem besonderen Motiv suchten, dass es schon dunkel wurde. Daraufhin zogen wir uns in die Fahrzeughalle zurück und bemerkten den von unserer Jugendfeuerwehr noch nicht wieder im Keller verstauten Karton mit Weihnachtsmützen. Diese hatten sie ungefähr drei Wochen zuvor bei einer Aktion auf dem Visselhöveder Weihnachtsmarkt getragen. Zur Probe haben wir sie dann einfach mal auf die Feuerwehrhelme mehrerer Kameraden positioniert. Dabei bemerkten wir, dass wir mit dem Tannenbaum im Hintergrund und der hellen Deckenbeleuchtung ein ausdruckstarkes Motiv gefunden hatten.

FM: Was für Equipment und welche Accessoires waren für die Inszenierung notwendig?

Sebastian Kurz: Um das Bild zu erstellen, benötigten wir eine einigermaßen gute digitale Spiegelreflexkamera.

Neben den Karton mit den Weihnachtsmützen der Jugendfeuerwehr und dem Weihnachtsbaum bot die persönliche Schutzausrüstung der Kameraden das passende Motiv. Eine Vielzahl an kleinen Details die uns erst bewusst wurden, als wir das Bild noch einmal nachstellen mussten, zierte das Bild. Dazu gehörten zum Beispiel ein zweites Paar Handschuhe oder eine Mappe mit Lehrgangsunterlagen.

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FM: Ihr habt das Bild noch einmal nachstellen müssen, da wir es in einer höheren Auflösung benötigten. Und das im September! Wir habt ihr das bewerkstelligt?

Sebastian Kurz: Der schwierige Teil begann für uns erst als wir im September erfuhren, dass ihr das Bild in einer höheren Auflösung benötigt. Es folgte eine längere verzweifelte Suche nach dem Originalbild auf zwei mobilen Festplatten und sechs Speicherkarten. Doch natürlich war dieses eine Bild nicht mehr in der ursprünglichen Auflösung auffindbar. Mein Stellvertreter war der erste, den ich über diesen Umstand in Kenntnis setzte. Begeisterung sah anders aus. Wie es in der Feuerwehr aber so ist, kann man sich auf zwei Dinge sehr gut verlassen: Auf unser Improvisationstalent und auf die Kameraden, die immer zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden.

FM: Wie haben die Kameraden reagiert, als ihr ihnen verkündet habt, dass ihr das Weihnachtsmotiv mitten im Sommer nachstellen müsst?

Sebastian Kurz: Als erstes folgte nur ungläubigen Kopfschütteln und Gelächter über diese besondere Situation, dass wir unseren Weihnachtsbaum samt den Weihnachtsmützen der Jugendfeuerwehr aus dem Keller bei sommerlichen Temperaturen hochholen mussten, um  dann die komplette „Garderobe“ der Kameraden kurzfristig akribisch umzuhängen. Nachdem sie merkten, dass wir keinen Witz gemacht haben, folgten ziemlich schnell die Taten. Alle packten mit an, um das Bild möglichst originalgetreu nachzustellen. Einfach war dies allerdings nicht, wenn man im Jahr zuvor das Bild „aus der hohlen Hand“ gemacht hatte. Auch mussten zum Beispiel die bereits ausgemusterten Feuerwehrhandschuhe plötzlich wieder aufs Bild.

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