Donnerstag, 8. Dezember 2016

Trauriger Trend: Immer mehr Dorf-Feuerwehren lösen sich auf

8. November 2016 von  

Tauchersreuth (BY) – Wieder einmal steht eine Dorf-Feuerwehr vor dem Aus – die Freiwillige Feuerwehr Tauchersreuth (Kreis Nürnberger Land) löst sich zum Jahresende auf. Der Grund: Mitgliedermangel. Dies sei laut Berichterstattung des Bayrischen Rundfunks umso trauriger, da die Kameraden aus Tauchersreuth auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken könnten. Leider kein neues Phänomen: In den letzten Monaten mussten wir häufig über die Schließung von Feuerwehren berichten.

Passend zum Thema:

Tauchersreuth ist mit 100 Einwohnern ein relativ kleines Dorf. Der Mitgliederschwund scheint hingegen ein allgemeines Problem vieler kleiner Wehren zu sein. Denn das Selbstverständnis ehrenamtlicher Arbeit hat sich gewandelt. Wie es im Video-Beitrag des BR heißt, wollen Dorfbewohner in der jetzigen Zeit mobil und flexibel sein, sodass der Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr nicht mehr richtig in den Lebensplan passe.

Wir suchen gemeinsam mit namhaften Firmen der Branche nach Aktionen, Konzepten und Kampagnen, mit denen dieser Trend gestoppt werden kann. Zum Wettbewerb des Feuerwehr-Magazins zur Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung geht es hier:

Kommentare

7 Kommentare zu “Trauriger Trend: Immer mehr Dorf-Feuerwehren lösen sich auf”
  1. Hans Sauer sagt:

    Das ist erst der Anfang. Noch sind es kleine oder kleinste Ortschaften. Aber auch größere Städte haben schon Probleme. Der gesellschaftliche Wandel schlägt auch auf uns als Feuerwehr durch. Die Menschen müssen mobiler sein was der Tagesberitschaft nciht gerade förderlich ist. Der Anteil der Migranten wird größer. Von denen haben aber nur sehr Wenige eine Bezeihung zur Feuerwehr, da es das in ihrer bisherigen Heimat bzw ihrme Kulturkreis nicht gab, bzw dort nicht üblich ist. Politik redet viel über die Unterstützung für die Feuerwehr lässt diese aber oft im Regen stehen. Dinge wie „Feuerwehr-Rente“ werden zwar in Sonntagsveranstaltungen genannt, aber wegen angeblichen Geldmangels nciht realisiert. Feuerwehr ist ja freiwillig sprich kostenlos. Unsere Damen und Herren Politiker sollten sich mal überlegen wie es bei usn ohne freiweilliges Engagement aussehen würde? Welche Auswirkungen hätte es, wenn es keine Freiwillige Feuerwehr mehr gäbe? Ob Systeme wie Falck in Dänemark besser und billiger sind mag ich bezweifeln.

  2. Immer weniger Menschen identifizieren sich mit der Gemeinde, in der sie wohnen. Früher konnte man das eher in den Städten beobachten, heute spürt man das selbst in den kleinsten Ortsteilen. Und dort trifft es dann sofort die örtliche Feuerwehr.

    Viele Menschen halten es für selbstverständlich, dass es eine örtliche Feuerwehr gibt. Dass diese aber freiwillig ist und dafür viele Leute ihre Freizeit opfern müssen ist ihnen dann meist nicht bewusst.

    Wenn dann bei Stürmen und Hochwasser keine eigene Feuerwehr mehr da ist wird das Entsetzen groß sein. Dann schimpft jeder auf die Politik, was ja allseits beliebt und oft auch nicht unberechtigt ist. Diese Leute müssen sich dann aber fragen lassen, ob sie selbst bereit waren sich ehrenamtlich zu engagieren.

  3. Steffen sagt:

    Wir haben aus drei Dorffeuerwehren eine gemacht. Hat vielen älteren nicht gepasst, aber es war der richtige Schritt. Auf Ewig wird das aber auch bei uns keine Dauerlösung sein. Am Tag sind die meisten außerhalb arbeiten.
    Unsere Gemeinde gibt finanziell einen kleinen Bonus bei Einsätzen und bestimmten Positionen, reich wird man damit zwar nicht, aber es ist eine kleine Wertschätzung.

    Wir haben auch schon einige Anstrengungen in Mitgliederwerbung gesteckt. Am besten hat das Angebot einer Grundschul-Feuerwehrgruppe funktioniert. Die Schule ist gleich gegenüber des Gerätehauses und wird von den Kindern auch gern angenommen.

  4. Sonja Rexwinkel sagt:

    Dass der gesellschaftliche Wandel sich bemerkbar macht und sich immer weniger Leute mit der Gemeinde, in der sie wohnen, identifizieren, mag EIN Grund sein. Doch ich glaube nicht, dass es DER Grund ist. Hilfsbereitschaft ist bei den meisten Menschen immer noch vorhanden, auch wenn es sich manchmal unter Oberflächlichkeiten verbirgt. Das große Problem unserer Zeit sehe ich eher im ständig wachsenden Druck im Beruf. Ich kenne mehrere Feuerwehr-Kameraden/Kameradinnen, die sich aus Angst um ihren Job nicht trauen, auch nur darum zu bitten, für einen Feuerwehrlehrgang wenige Minuten früher aus dem Büro gehen zu dürfen. Vom Verlassen des Arbeitsplatzes wegen eines Einsatzes braucht man dann gar nicht mehr zu reden. Die Politik tönt zwar laut, wie wertvoll das Ehrenamt ist, doch die Chefs ziehen nicht mit. Ob sie wohl mal darüber nachdenken, wer die Firma löscht, wenn sie ihren Angestellten verwehren, zum Einsatz zu eilen?

  5. Frankflorian sagt:

    Hier stellt sich die Frage, ob der Verlust wirklich messbar und dramatisch ist. In einem Dorf mit 100 Einwohner kann ich mir nicht vorstellen, dass eine leistungsfähige, tagesalarmsichere Feuerwehr vorhanden war. Es wird sicherlich nur zu einem kulturellen Verlust in diesem Dorf führen wenn die Feuerwehr nicht mehr vorhanden ist.

  6. Jan Möbius sagt:

    Das Zusammengehen einzelner Wehren zu ordentlichen Strukturen ist m.E. die einzige sinnvolle Lösung. Wegen Traditionen und Ortsnähe an kleinen Einheiten festzuhalten und die künstlich mit viel Geld zu beatmen, bringt auf Dauern nichts. Wer wirklich gern in der freiwilligen Feuerwehr ist, kann sich auch mit einem Zusammenschluss und einem neuen, sinnvoll gewählten Standort anfreunden.

  7. Tobi sagt:

    Ich glaube nicht, dass es nur zu einem kulturellen Verlust in der Ortschaft kommt. Auch kleine Wehren ohne viele Fahrzeuge oder wie hier nur mit einem TSA, haben durchaus einen Einsatzwert.
    Wichtig ist, dass sich die Kameraden dort in ihrem Ort auskennen und auch mit ihrer Ausrüstung. Sicher sind solche Wehren immer auf die Unterstützung von Nachbarwehren angewiesen, aber diese auch auf sie.

    Gerade bei Einsätzen, bei denen Wasser über eine längere Wegstrecke gefördert werden muss, können diese Wehren ihre Stärken ausspielen.
    Auch bei großen Unwetterlagen sollte jeder Einsatzleiter froh sein, möglichst viele Einheiten zu haben, die unabhängig voneinander arbeiten können. In den kleineren Ortschaften setzen die Kameraden sogar oft hierfür private Ausrüstungsgegenstände ein, um besser helfen zu können. Natürlich sollte dies nicht die Regel sein, aber um helfen zu können, ist es manchmal eben notwendig.
    Und das alles funktioniert auch, wenn nicht gleich eine ganze Gruppe am Gerätehaus steht.

    Ich sträube mich deswegen hier zu sagen, dass die kleinen Feuerwehren nutzlos sind. Die Kameraden sind mit Herzblut bei der Sache und können auch helfen.

    Schade, dass immer mehr aufgeben……

Kommentare

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit...
Falls Sie ein Bild von sich beim Beitrag möchten: Gibts hier: Gravatar!